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Review: Steriogram
 
THIS IS NOT THE TARGET MARKET

Album:
 THIS IS NOT THE TARGET MARKET, 2006, Short Stack Records

Stil:
 Rapcore, Punk, Rock

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 M.K., 26.09.2007

Review:
 Aus Neuseeland stammen die fünf Musiker von Steriogram. Iher Musik nennt sich Rapcore und ist eine Mischung aus Rock, Rap, Punk und Metal. Das ganze hat schon einges an Erfolg in der Heimat gebracht, nicht umsonst brachten die Jungs ihre zwei vorherigen Alben bei Capitol auf den Markt. Außerdem wurde ein Song von ihnen von Apple für iPod-Werbung benutzt, desweiteren hagelte es Grammy- und MTV Award-Nominierungen. Nun veröffentlicht das Quintett THIS IS NOT THE TARGET MARKET auf eigene Faust. Das Album erschien im Jahr 2006 in Neuseeland, wird aber im Oktober 2007 weltweit vertrieben.

Los geht es mit "Get up". Zu Beginn gibt es hier komische Samplingklänge, bis ein Schlagzeug sowie eine groovende Gitarre einsetzen. Kurz darauf bricht der Song los. Es groovt ohne Ende, während Sänger Tyson Kennedy zu rappen anfängt. Unterbrochen wird er von klangvollen Gangshouts. In der Bridge nach gut anderthalb Minuten gibt es auch klaren Gesang in einer etwas ruhigeren, sich dennoch aufschaukelnden Passage. Danach geht es mit dem Refrain weiter. Rockt ordentlich los, guter Opener.
Weiter geht es mit "Talk about it". Der schnell gespielte Bass, kombiniert mit dem Drumming erinnert an die Red Hot Chili Peppers. Dazu wird gerappt, was an Rage Against The Machine erinnert. Dennoch überwiegt hier der Gesang. Melodischer Song, der etwas langsamer als der Opener ist, aber durch die Stilwechsel besseres Songwriting bietet. Der Refrain bleibt im Ohr hängen, die Bridge fällt recht kurz und prägnant aus. Kurzweilig.
Nun folgt "Own Way Home", der Riff zu Beginn erinnert an den des Openers. In den Strophen wechselt sich das Gerappe von Kennedy mit klarem Gesang, der wohl von Gitarrist Brad Carter stammt, ab. Im Refrain gibt es dazu wieder gangshouts, während der Song ordentlich druckvoll aus den Boxen gepfeffert kommt. Nach dem zweiten Chorus folgt eine etwas langsamere Bridge, die mit einem punkigen Riff eingeleitet wird. Danach gibt es noch einmal den Refrain, dann ist Schluss. Ja, die Songs sind alle recht kurz. Drei Minuten erreicht bisher keiner.
"Sitting above me" dauert beispielsweise nur 02:37 Minuten und ist bisher der ruhigste aller Songs. Zu Beginn gibt es eine recht langsame, doppelläufige Gitarrenmelodie, in der punkigen Strophe mischen sich dann wieder Rap und klarer Gesang. Wobei der Rapanteil recht leise erscheint. Im Refrain gibt es dann wieder einmal den kollektiven Gruppengesang mit gutem, klaren Gesang. Diese Prozedur wiederholt sich noch mal, danach kommt es zu einer kurzen Bridge mit etwas mehr Rap. Der Refrain schließt den Song dann ab. Macht Spaß.
Als fünfter Song folgt nun "Wasted", welcher wieder von klaren Gesang eröffnet wird. Vom Songwriting her erinnert dieser Song etwas an Billy Talent, wobei der Refrain dafür schon fast wieder zu melodisch ist. Die aggressiven Raps kurz vorm Refrain ergänzen diese Parts jedoch gut. Ein Song, der so auch im Radio laufen könnte, aber nicht über den Füllerstatus hinaus kommt. Die Bridge hat zwar etwas mehr Rap zu bieten, aber der Refrain ist einfach zu schleimig.
Mit "Satan is a Lady" folgt der bisher längste Song: Ganze 03:03 Minuten lang. Und direkt geht es mit einem einfachen Rock-Riff los, der von stampfenden Drums unterstüzt wird. Back To The 80s quasi. Sehr simpel strukturierter Song. Der gleichzeitige Einsatz von Raps und klarem Gesang nach einer guten Minute ist etwas schlecht gelöst, man weiss nicht, auf was man sich konzentrieren soll. In den Strophen wird jedoch größtenteils gerappt, was an Kid Rock erinnert. Der etwas höhere Gesang bei 02:20 Minuten erinnert dagegen schon fast an Volbeat, während der Refrain im Ohr hängen bleibt. Doch durch den oftmaligen, gleichzeitigen Gesang gibt es hier Abzüge in der B-Note.
"Just like you" ist mit nur 02:22 Minuten der kürzeste Song auf THIS IS NOT THE TARGET MARKET. Hier wird sich in die Richtung Indie-Rock orientiert, vor allem die Strophen klingen so, während im Refrain eine Mischung aus Punk und Rock geboten wird. Der Chorus kommt sehr melodisch arrangiert daher, klingt gut. Für die kurze Spieldauer wissen Steriogram durchaus zu unterhalten, der Song ist eingängiger als die beiden Stücke zuvor.
Song Nummer acht nennt sich "Muchaha" und ist ähnlich eingängig wie der Song zuvor. Doch leider überschneiden sich auch hier teilweise Gesang und Rap. Nachteil ist, das beides in der selben Lautstärke passiert. Und das klingt dann nicht so gut. Vor allem nicht im Aushängeschild eines Songs, dem Refrain. Dafür bietet "Muchaha" gutes Arrangement mit einer groovenden Bridge. Dennoch nicht überragend, sondern gesundes Mittelmaß aufgrund der oben erwähnten Überschneidungen.
Weiter geht es mit dem vorletzten Stück namens "Build on Lies". Hier wird wieder ordentlich gerockt, während in den Strophen jedoch punkiges Songwriting mit Rap-Gesang dominiert. Das ganze relativ ruhig, doch im Refrain folgt dann der melodische Rockpart. Der Gesang hier ist gut und passt exzellent zur gebotenen Musik. Danach wird wieder gerappt, als wenn es kein Morgen geben würde. Zwei sehr unterschiedliche Parts also, klingt aber als Gesamtwerk ganz gut.
Mit "Kare Kare" gibt es nun den längsten (03:26 Minuten) und auch letzten Song auf die Ohren. Neben dem klaren Gesang dominiert hier der Bass von Viersaiter Jake Adams, während es erst im Aufbau zum Refrain Rap gibt. Der Chorus ist dann eine gute Mischung aus Rap und auch klarem Gesang mit gescheitem Songwriting. Die Bridge nach dem zweiten Refrain ist ruhiger und melodischer als der restliche Song und klingt nach amerikanischen College-Bands. Also Futter für die Ohrwürmer. Danach folgt noch einmal der Chorus, dann ist Feierabend hier.

Fazit: Steriogram bieten kurze Kost. Man sieht schon beim Blick in den Media Player, dass nur drei von zehn Songs die drei Minuten überschneiden. Vorteil ist natürlich, dass es kurzweilig und knackig voran geht. Außerdem ist Rapgesang von der Sprachgeschwindigkeit nicht wirklich für Lieder mit über vier Minuten Spieldauer ausgelegt.
Steriogram können sicherlich überzeugen, der Großteil der Songs zündet direkt udn hat Ohrwurmpotential. Nur klingen manche Stücke bzw. deren Refrains schon zu glattpoliert. Außerdem stört die Vermischung von Rap und klaren Gesangslinien einige Male. Auch an die Stimme von Tyson Kennedy muss man sich erstmal gewöhnen. Recht nölig und nasal teilweise.

Tipp:
 "Just like you", "Build on Lies" und "Sitting above me".

Titel-Liste:
 
  1. Get up
  2. Talk about it
  3. Own Way Home
  4. Sitting above me
  5. Wasted
  6. Satan is a Lady
  7. Just like you
  8. Muchacha
  9. Built on Lies
  10. Kare Kare

Laufzeit:
 27:47 Min.

Band-Infos:
 
  • www.steriogram.com 


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