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Review: Still Remains
 
THE SERPANT

Album:
 THE SERPANT, 2007, Roadrunner

Stil:
 Modern Metal, Metalcore

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 M.K., 01.08.2007

Review:
 Ihr zweites Album für Roadrunner Records nach dem 2005er OF LOVE AND LUNACY legen Still Remains mit THE SERPENT vor. Die Band, die im Laufe der Zeit einige Mitgliederwechsel zu verbuchen hat, mischt ihre Art von Metalcore mit atmosphärischen Keyboards, um ein ganz eigenes Ding zu kreieren. Laut Promozettel soll THE SERPENT das beste Material seit Gründung der Band beinhalten. Ob das so ist, habe ich mir vor dem Release anhören können:

Los geht es mit dem knapp zweiminütigen Titeltrack, also logischerweise "The Serpent". Direkt zu Beginn wird man mit den Eingangs erwähnten Keyboards konfrontiert, die zusammen mit langsamen Riffs eine Art Albumintro darstellen. Das ganze wird zusätzlich kombiniert mit Tribal-artigem Drumming von Schlagzeuger Adrian "Bone" Green, einem von drei Neuzugängen. Das Stück wird im weiteren Verlauf schneller, eine Double Bass mischt sich unter das Klangkonstrukt, bis das Intro langsam ausgefadet wird.
Direkt weiter gehts mit "The Wax Walls of an empty Room". Der Beginn ist gitarrentechnisch überraschend traditionell gehalten, doch mit dem Einsatz von Frontmann T.J. Miller dominieren die härteren Riffs. Seine Shouts klingen anfangs etwas schwach auf der Brust. Doch im Refrain kann Gitarrist Mike Church mit klarer Stimme und gescheiten Gesangslinien mehr überzeugen. Der Chorus hat durchaus Ohrwurmpotential. Auch der erste Moshpart des Albums kommt nach der zweiten Strophe zum Einsatz, gefolgt von einem Solo, welches dank der Riffs im Hintergrund an die großen Iron Maiden erinnert. Der nachfolgende Refrain wird mehrfach wiederholt und von einer rasanten Double Bass unterlegt. Kurz danach gibt es noch einmal den Moshpart auf die Ohren, bevor ein doppelläufiger Lead das zweite Stück auf THE SERPENT beendet.
"Stay captive" startet mit einer ruhigen Gitarrenmelodie, die mit im Gegensatz hierzu stehenden, schnelleren Drums und Keyboard kombiniert wird. Danach bricht der Song, zu dem es ein Video gibt, los, und Keyboard vereint sich mit Gitarre. Die Strophen werden hier klar vorgetragen, während der Song leichte Nu Metal-Tendenzen vorzeigen kann. Der Refrain kann ein weiteres Mal überzeugen, auch der Einsatz der Keyboards macht hier Sinn. Nach dem zweiten Refrain geht es mit einem typischen Metalcore-Moshpart weiter, dem einmal mehr die Keyboards hinzugefügt werden. Nach kurzer Zeit geht es jedoch mit dem Refrain weiter, bis der Song kurz darauf zu Ende ist. Sehr melodisch, das Ganze. Hat mir gut gefallen!
Eine Spur brutaler beginnt das nachfolgende "Anemia in your Sheets". Aggression trifft auf Melodie, eine gute Kombination. Wieder einmal gibt es hier doppelläufige Leads, die zusammen mit dem schnellen Schlagzeug an die Shootingstars von Bullet For My Valentine erinnern. Die Strophe ist das komplette Gegenteil: Wird hier zu Beginn zusammen mit Keyboards verträumt und klar gesungen, gibt es im weiteren Verlauf harte Riffs und Shouting zu hören. Im langsameren Refrain wird dafür das Tempo gedrosselt und gute Gesangslinien machen sich breit. Ein knallharter, dennoch langsamer Metalcore-Moshpart folgt, danach bekommt der Hörer noch ein Gitarrensolo auf die Ohren. Weiter geht es mit geshouteten Vocals in einem weiterhin langsamen Part, gefolgt vom Chorus. Ein weiteres Gitarrensolo, diesmal etwas schneller geklingt, ertönt. Das Ende des Songs bietet einen sehr schnellen Part, der abrupt endet. Ordentlich.
Sehr, sehr ruhig beginnt der fünfte Titel, "Maria". Eine einsame E-Gitarre klimpert vor sich hin, bis sehr guter, zweistimmiger Gesang sowie das Keyboard und langsames Drumming einsetzt. Eine Ballade also. Der Spannungsbogen wird im Mittelteil des Songs ausgereizt, und mit einer musikalisch härteren Eruption geht es weiter. Danach wird sich wieder beruhigt bzw. nur noch leise geshoutet, während die Band einen melodischen, langsamen Part abliefert. Zum Ende des Songs bleibt nur die Anfangs erwähnte Gitarre sowie Wassergeplätscher, bevor der Song zu Ende ist. Kurzweilig.
Schon zu Beginn härter klingt "Dropped from the Cherry Tree": Ein Riff startet den Song, während im Hintergrund die Snare ordentlich gerührt wird. Mit einem doppelläufigen Lead sowie einer Double Bass geht es weiter, bis das Shouten von T.J. das Tempo wieder heraus nimmt und Groove in den Song einbaut. Im Chorus geht es ein bisschen schneller und melodischer zur Sache, gefolgt von einem Gitarrensolo, welches von der Band mit hoher Geschwindigkeit unterlegt wird. Nach einer kurzen, zweiten Strophe geht es mit eben jenem Chorus weiter, bis eine interessante Bridge ihren Einsatz hat. Nachfolgend gibt es ein Solo, welches sich hauptsächlich mit den Keyboardteppichen im Hintergrund arrangiert. Danach gibt es noch etwas klaren sowie geshouteten Gesang, dann ist vorbei. Blieb irgendwie nichts von hängen.
Mit Keyboards wird "Dance with the Enemy" gestartet, welches mit abgehackten Nu Metal-Riffs kombiniert und klarem Gesang kombiniert wird. Im Refrain wird ein richtig fetter Groove aufgebaut, hauptsächlich durch Schlagzeug und Keyboards. Wer sich hierzu nicht bewegen kann, dem kann ich auch nicht mehr helfen. Erinnert an Gruppen wie Enter Shikari oder auch Panic! At The Disco. Macht richtig Spaß und steht im Gegensatz zu den langsamer vorgetragenen Strophen. Bisher mein absoluter Favorit auf THE SERPENT. Mit nur knappen drei Minuten viel zu kurz geraten.
Das Keyboard startet auch "The River", welches sich als heftiger Metal-Brecher heraustellt. Geschwindigkeitstechnisch im Mid-Tempo einzuordnen, jedoch mit harten Riffs (die leider nicht heftig genug produziert sind) ausgestattet. Im Refrain geht es etwas seichter zur Sache, eine gescheite Gesangslinie steht dort im Mittelpunkt. Die Strophen stellen sich als kurz heraus, denn kurz darauf folgt schon der zweite Chorus. Nach einem kurzen Gitarrensolo gibt es eine Metalcore-lastigere Bridge, die mit einer harten Variante des Refrains aufwartet. Danach gibt es die normale Version des Chorus noch einmal zu hören, bevor sich der Song mit geshouteten Vocals aufbaut, um kurz darauf zum erliegen zu kommen.
Weiter geht es mit "Sleepless Nights alone", welches mit einer Pianomelodie startet und in einen Mid Tempo-Rocksong mündet. Sehr poppig, das Ganze. Die Strophen werden zweistimmig und klar gesungen, das Selbe zählt für den Refrain. Hier wirkt das Keyboard irgendwie unpassend, erst im daraufhin folgenden Part macht es meiner Meinung nach wieder mehr Sinn. Ein sehr schönes, gefühlvoll vorgetragenes Gitarrensolo in der Bridge wird mit Gesang gepaart, bevor es mit dem Chorus voran geht. Hiernach beendet eine ruhige Pianomelodie das drittletzte Stück auf THE SERPENT.
"An undesired Reunion" beginnt ähnlich wie der Song zuvor: Recht ruhig und mit klarem Gesang. In den Strophen kommt der musikalische Hintergrund fast zum Erliegen, der Refrain wird jedoch wieder mit allen zur Verfügung stehenden Instrumenten bestritten. Meiner Meinung nach bietet dieses Lied zwar exzellentes Songwriting, jedoch ist es für meinen Geschmack schon zu poppig ausgefallen. Das Gitarrensolo im zweiten Teil kann hierfür jedoch schon mehr überzeugen. Eventuell wirkt das Ganze auch so schwach, weil es direkt nach einem sehr ähnlich klingenden Song platziert wurde.
Der letzte Song, "Avalanche", stellt sich mit 05:21 Minuten auch als längster heraus. Hier wird direkt zu Beginn geshoutet, kombiniert mit Double Bass und harten, typischen Metalcoreriffs. Im weiteren Verlauf wird zwar die Double Bass heraus genommen, dafür bringt das einsetzende Keyboard Groove mit. Auch im Refrain wird in diesem Song ordentlich geshoutet, gute Abwechslung zu den zwei seichten Songs, die vor dem letzten Track zu hören waren. Nach gut zwei Minuten folgt der erste Moshpart, gefolgt von einem weiteren Refrain. Ein gut gespieltes Lead beginnt nach drei Minuten Spielzeit, hier wird auch Tempo aus dem Song genommen. Nach vier Minuten fadet der eigentliche Song aus, und eine ruhige, akustische Gitarrenmelodie, kombiniert mit leisen Keyboardteppichen, beendet nach gut 42 Minuten THE SERPENT.

Fazit: Vom Songwriting her können ausnahmslos alle Songs auf THE SERPENT überzeugen. Allerdings ist die Titelreihenfolge ab und zu nicht gut gewählt: So hätte ich "Sleepless Nights alone" und "An undesired Reunion" nicht unbedingt hintereinander auf das Album gepackt. Auch die Gitarren hätten mehr Druck vertragen können. Man sollte eigentlich meinen, dass Produzent Steve Evetts (u.a. Hatebreed) sowie Mixer Logan Mader (ehemals Gitarrist bei Machine Head und Soulfly) wissen, wie eine druckvolle Gitarre zu klingen hat. Bei Still Remains' aktuellem Album klingt jedoch die Sechssaitige oftmals zu schwach auf der Brust, im Vergleich z.B. zum Keyboard.
Aber es gibt durchaus auch positives zu berichten: Wie gesagt, kann das Songwriting in allen Fällen überzeugen, jeder Song ist in sich geschlossen und sehr kompakt. Der Einsatz des Keyboards ist ebenfalls kaum zu bemängeln, dieses stellt eine gute Alternative zu den restlichen Metalcore-Trendbands dar. Auch die Gesangsleistungen gehen in Ordnung. Ein solides Album also, dessen Potential meiner Meinung nach jedoch nicht komplett ausgereizt wurde.
Im Zweifel für den Angeklagten: Knappe 5 Punkte.

Tipp:
 "Stay captive" sowie "The Wax Walls of an empty Room". Und vor allem "Dancing with the Enemy".

Titel-Liste:
 
  1. The Serpent
  2. The Wax Walls of an empty Room
  3. Stay captive
  4. Anemia in your Sheets
  5. Maria
  6. Dropped from the Cherry Tree
  7. Dancing with the Enemy
  8. The River Song
  9. Sleepless Nights alone
  10. An undesired Reunion
  11. Avalanche

Laufzeit:
 41:52 Min.

Band-Infos:
 
  • www.stillremains.com 


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