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Review: Stormlord
 
MARE NOSTRUM

Album:
 MARE NOSTRUM, 2008, Locomotive

Stil:
 Melodic Dark Metal

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 S.J., 16.07.2008

Review:
 Review: Stormlord: Eigentlich der Name eine Powermetal-Band, wie er klischeehafter und typischer kaum sein könnte. Um so überraschender ist es zu lesen, dass die Italiener als Death Metal Band begannen, und sich nun stetig weiter in Richtung Melodic Black Metal bewegen. Für den Einen oder Anderen mag es zudem interessant sein zu wissen, dass Sänger Christiano Borchi sich als Chef-Redakteur des italienischen RockHard seine Brötchen verdient.
MARE NOSTRUM ist das vierte reguläre des Sextetts, welches wahlweise auf zwei Gitarren, oder aber auch zwei Keyboards zugreifen kann. Letzteres merkt man dem Sound deutlich an. Altrocker, die immer noch nach der Devise leben "Keyboards sind kein Metal" sollten also von vornherein die Finger von Stormlord lassen. Zugegeben, auch für mich als Freund fetter Riffs und virtuoser Soli war es eine Umgewöhnung, jedoch muss man zugeben, dass Stormlord ihr Handwerk durchaus beherrschen.

Die Platte wird vom überaus starken Titeltrack "Mare Nostrum" eröffnet. Passend zum Coverartwork ebnen epische Keyboardmelodien den Weg, bis mit Hilfe der Gitarren schließlich der Sturm hereinbricht. Unterstützt werden die Riffs von Borchis einprägsamen Organ, welches Stormlord noch des Öfteren nicht selten nach Cradle of Filth klingen lassen wird. Nach einiger Zeit begibt man sich wieder in ruhigere Gewässer, und neben mächtigen Frauengesängen und dezent eingespielten Möwenschreien fühlt man sich als Hörer nicht zuletzt aufgrund der tragenden Keyboard Melodien an's Meer versetzt.
Deutlich optimistischer und dementsprechend Power Metal lastiger beginnt "Neon Karma". Das Böse lauert diesmal in der teils künstlich verzerrten Stimme, die ergänzend zu den starken Keyboardlinien auch manch neuerer Melodic Death Metal Band nicht unähnlich ist.
Waren diese beiden Songs noch recht einprägsam und mit schönen Melodiebögen ausgestattet, kann "Legacy of the snake" da leider nicht ganz anschließen. Es klingt hier mal nach Cradle of Filth, da mal ein bisschen mehr nach der Symphonic Ecke, und dann wieder nach neuem Death Metal. Leider ist das nichts Halbes und nichts Ganzes.
"Emet" gibt da erfreulicher Weise schon wieder mehr Gas. Die Double-Bass rattert, der Song hat trotzdem einen Headbang-tauglichen Rhythmus. Zwar drücken die Keyboards die -beziehungsweise den Sechssaiter nach wie vor zu sehr in den Hintergrund, jedoch lässt sich an der Produktion insgesamt nichts aussetzen. Druckvoll, differenziert aber keineswegs übertrieben. Das verwundert auch nicht weiter, saß doch mit Mika Jussila ein fähiger Mann am Mischpult der sein Können schon mit HIM, Children of Bodom oder Nightwish beweisen durfte.
"The Castaway" bietet eine Verschnaufpause. Langsam, aber nicht unbedingt balladesk ist es ein sehr atmosphärischer Song der zugleich emotional, aber völlig frei von Kitsch ist. Dafür sorgt allein Borchis Gekeife in ausreichendem Maße.
"Scorn" wäre ein an sich hasserfüllter Song wie ihn Stormlord bis lang noch nicht geboten haben. Würden die Keyboards nicht einen Großteil der Energie rausnehmen. Man kann vertonten Hass nicht versuchen in eine dunkles Licht zu Rücken. Entweder er trifft den Hörer mitten in's Gesicht - oder eben nicht. Gruseln wird sich ganz sicher niemand davor.
"And the Wind shall scream my Name" greift wieder das Titelthema des Albums auf. Fast bedächtig, mit Cleaner Gitarre eingeklungen, entwickelt sich der Song recht schnell zu einem epischen Song, der ähnlich wie der Titeltrack bei jedem Hörer mit zumindest etwas Phantasie die Assoziation zum Meer auslösen sollte. Zwar klingen die Melodien wieder dem Power Metal entliehen, aber offenbar kümmern sich Stormlord ohnehin nicht viel um Genre-Grenzen.
Gut, Hass als eigene Dimension zu betrachten halte ich für ein wenig hochgegriffen, zumal "Dimension: Hate" auch nicht ansatzweise so hasserfüllt klingt, wie man es dem Titel nach erwartet. Das mag bisweilen an der für solche Titel zu glatten Produktion liegen, zum anderen aber auch daran, dass es ein schier unmögliches Unterfangen sein dürfte, einem Keyboard urböse Töne entlocken zu wollen.
"Stormlord" ist zuletzt leider nicht die neue Bandhymne oder etwas qualitativ ebenbürtiges. Dafür kann der Song einfach nicht genügend Akzente setzen. Alles meint man irgendwie im Laufe des Albums schon mal so oder ähnlich gehört zu haben. So ist "Stormlord" ein runder Abschluss eines Albums, das durchaus mit ein paar Höhepunkten aufzuwarten weiß.

Fazit: Stormlord liefern mit MARE NOSTRUM ein solides Album ab das sicher seine Anhänger finden wird. Wer auf Metal mit dominanten Keyboards steht, die Glücksmelodien von Sonata Arctica aber mittlerweile satt hat, sollte mal ein Ohr riskieren.

Titel-Liste:
 
  1. Mare Nostrum
  2. Neon Karma
  3. Legacy of the Snake
  4. Emet
  5. The Castaway
  6. Scorn
  7. And the wind shall scream my name
  8. Dimension: Hate
  9. Stormlord

Laufzeit:
 46:57 Min.

Band-Infos:
 
  • www.stormlord.net 


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