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Review: Stormwarrior
 
HEATHEN WARRIOR

Album:
 HEATHEN WARRIOR, 2011, Massacre

Stil:
 Power Metal, True Metal

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 J.G., 26.05.2011

Review:
 Wir sind bereits beim vierten Album der "Sturmkrieger" aus Hamburg angelangt und schon eines lässt sich nach dem ersten Schnelldurchgang sagen: "Es hat sich nichts geändert". Ist das nun gut oder schlecht, kann man sich nun fragen. Ich denke, das kommt auch etwas auf die Qualität des Outputs an und bisher waren alle Scheiben der Wikingeraffinen recht ordentlich ausgefallen. Sich in den Fußstapfen von Gamma Ray oder Running Wild zu bewegen stellt einerseits Anforderungen an einen gewissen eigenständigen Stil, der auch gepflegt werden muss und gibt andererseits Spielraum für viel Power und Tempo. Und genau das haben sich Stormwarrior bei ihrem Neuling HEATHEN WARRIOR wieder zu Herzen genommen.

Energiegeladen und temporeich, eines Openers der Marke Stormwarrior durch und durch würdig, legen die Jungs nach einem obligatorischen Intro namens "...Og Hammeren Hæves Til Slag" sofort mit Hochdruck los. Ähnlich wie ihre Genre-Kollegen von Running Wild oder Rebellion wird nicht lange gefackelt und mit "Heathen Warrior" für Wohlgefühle bei der Gemeinde der True Metal-Gemeinde gesorgt. Trotz massiver Gitarren-Riff-Salven kann sich Frontmann Lars Ramcke spielend durchsetzen und sorgt einmal mehr für eines der Trademarks der Norddeutschen. Klar erinnert sein Gesang an Kai Hansen, kommt aber bei mir besser an, als so mancher Frontmann, bei dem man das Gefühl hat, er hätte gerade einen kräftigen Tritt ins Gemächt abbekommen.
Abgesehen von Gesang, leben Stormwarrior aber vor allem von ihren Instrumenten, allen voran Gitarren und Drums, aber auch Dank einer sauberen Produktion von einem diesmal hörbaren Bass. Tempo wird groß geschrieben und so erwartet man natürlich Speed-Attacken, wie "The Ride of Asgård" oder das spätere "Ravenheart" bis zum abwinken und wird auch diesmal nicht enttäuscht.
"Heirs To The Fighte" die Obsession für Running Wild-Fans schlechthin, schon alleine wegen dem herrlich galoppierenden Rhythmus, zeigt, wohin diesmal der Weg des Albums führt, nicht gänzlich unbekannt, jedoch mit ein paar kleinen Tuning-Kits im Rucksack.
Nachschlag gefällig? "Fyre & Ice" einmal mehr mit unverkennbarer Running Wild-Attitüde ist sicherlich nicht nur wegen der druckvollen Performance eines der Highlights des Albums und lässt fast vergessen, dass sich unser Rockin' Rolf langsam aus dem aktiven Geschäft verabschieden wird (oder wollte? oder doch nicht?).
Ein kleiner Schwachpunkt folgt auf dem Fuße, denn bei "The Returne" klingt mir der Refrain dann doch ein bisschen zu verspielt alá Helloween und passt nicht so recht zur bisherigen metallischen Härte.
Immer noch mit gehörig Adrenalin vom Vorgänger "Ravenheart" ausgestattet, wirkt "The Valkyries Call" durch sein Mid-Tempo noch langsamer, als es eigentlich ist. Beim bisher gezeigten hohen Tempo kann ein gemäßigter Song wirklich nicht schaden, vor allem weil man nicht mit einem gewissen kompositorischen Nachdruck gespart hat.
Was bisher vielleicht den einzigen Schwachpunkt der Stormwarrior-Songs darstellte, war die oftmals etwas zu geradlinige Vorgehensweise. Hier hätte man sich in der Vergangenheit mehr Vielschichtigkeit gewünscht. Genau das scheint nun auf der ToDo-Liste gestanden zu sein, denn der hymnisch gehaltene Schlussakt "And Northern Steele Remaineth" sollte alle Kritiker Lügen strafen. Hier hat man noch einmal alle guten Vorsätze ins Feuer geworfen und ein echtes Metal-Sahnestückchen geschmiedet, von heulendem Windgeräusch bis hin zu fetten Chören wird alles geboten, was das Metal-Herz erfreut. Ein Ausklang nach Maß mit "Play-it-again"-Garantie.

Fazit: Nun, eines hat sich wohl doch geändert, denn Stormwarrior segeln nicht mehr länger unter der Flagge von Dockyard 1, sondern haben bei Massacre eine neue Heimat gefunden, was sicherlich eine gewisse Verbesserung bedeuten sollte. Ansonsten bekommt man die bereits bestens bekannte und beliebte Kost aus Power und True Metal geboten, der oftmals sofort ins Ohr geht und zu abfeiern einlädt. Auch wenn mir der Vorgänger HEADING NORTHE thematisch etwas mehr zugesagt hat, so kann mich HEATHEN WARRIOR musikalisch abermals voll und ganz überzeugen, man rufe sich nur noch Mal den Schlussakt ins Gedächtnis. Bei dieser Performance mit keinerlei Abnutzungserscheinungen darf man sich schon jetzt auf den fünften Streich freuen, noch bevor man sich überhaupt an HEATHEN WARRIOR satt hören konnte.

Tipp:
 Wer Stormwarrior bisher die Treue gehalten hat, wird sicherlich nicht enttäuscht, aber auch Neulinge, die bisher nur Running Wild, Rebellion & Co. kannten, sollten hier genauer hinhören.

Titel-Liste:
 
  1. ...Og Hammeren Hæves Til Slag
  2. Heathen Warrior
  3. The Ride of Asgård
  4. Heirs to the Fighte
  5. Bloode to Bloode
  6. Fyre & Ice
  7. The Return
  8. Wolven Night
  9. Raven Hearte
  10. The Valkyries Call
  11. And Northern Steele Remaineth

Laufzeit:
 48:28 Min.

Probehören und Kaufen:
Stormwarrior: HEATHEN WARRIOR

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