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Review: Stratovarius |
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Album:
Stil:
Wertung:
| |  6 von 7 Punkten | | U.B., 11.05.2009 |
Review:
| | The higher they climb the harder they fall, das gilt besonders im Musik Business. Das Schicksal drohte auch Stratovarius. Mit Alben wie INFINITE oder ELEMENTS Part1 und Part 2 spielte die Band sich ganz nach vorn und feierte große Erfolge. In den letzten Jahren machten die Melodic Power Metaller aber eher mit Querelen auf sich aufmerksam. Die Streitigkeiten unter den Musikern sollen sogar bis zu handfesten Auseinandersetzungen gegangen sein. Daher überraschte es nicht, dass das selbstbetitelte Album STRATOVARIUS aus dem Jahr 2005 die Erwartungen vieler Fans nicht erfüllte. Ob es deshalb auf der Homepage der Band komplett ignoriert wird? Als nach den in der Vergangenheit schon zahlreichen Besetzungswechseln dann Gitarrist und Mastermind Timo Tolkki, schon lange mit schweren gesundheitlichen Problemen behaftet, auch noch aus der Truppe ausstieg, schien der Stern von Stratovarius im freien Fall. Selbst finanziell schaute es düster aus. Nach dem der Streit um die Namensrechte an Stratovarius zu einer Einigung führte und ein neuer Mann an der Gitarre gefunden war, der Basser musste übrigens auch ersetzt werden, entstand in kurzer Zeit das neue Album POLARIS. Ein letztes Lebenszeichen aus Finnland, ein verzweifeltes Aufflackern oder die Rückkehr zu alter Stärke, etwa Phoenix aus der Asche? Na dann schauen wir mal.
Mit spacigen Keyboards startet "Deep unknown". Die ungewohnten Töne werden schnell abgelöst durch typischen Power Metal mit kräftig treibenden Drums mit fettem Double Bass Gewummer. Die Vocals sind mit reichlich Chor unterlegt. Die Gitarre von Neuzugang Kupiainen darf mit einer Einlage ala Malmsteen glänzen. Der Bass hält sich auch nicht gerade zurück. Nicht schlecht aber mir fehlt das gewisse Etwas.
Auf "Falling Star" sind sie wieder da, die Science Fiction Weltraum Keyboards. Warum man zwei Songs mit so einer Einleitung direkt hintereinander platziert ist mir ein Rätsel. Wenigstens hält man sich nicht lange damit auf, zügig geht es deftig zur Sache mit leicht progressivem Einschlag, nicht zuviel um die Melodic Fans aus alten Tagen nicht zu verprellen aber immerhin genug um den Track abwechslungsreich zu gestalten. Die stampfenden Gitarren stehen auf einem mächtigen Bassfundament. Kotipeltos bekannt hoher Gesang gefällt, er weiß wann genug ist und gleitet nicht in absurde Höhen. Eine straighte Nummer die zumindest im Refrain den charakteristischen Strato Sound hat. Schon eine Idee besser.
Militant geht es auf "King of nothing" zu, das Stampfen der Stiefel einer großen Armee die sich dem Hörer nähert. Leider auch die popigen Keys, nur kurz aber hier passen sie mal gar nicht zum Thema. Der Rest bietet Bombast Metal mit vielen Rhythmuswechseln, starken Drums und einigen Gitarren- Keyboardwechseln. Teils kommt der Song mit dem Chor schön episch rüber aber eine überzeugende Melodie hat er nicht.
Das macht "Blind" viel besser. Mit auf mittelalterliches Spinett getrimmten Keyboards beginnt man sehr nostalgisch und behäbig bis unvermittelt die Drums losdreschen und das harte Riffing die Beschaulichkeit komplett wegbläst. Hohes Tempo, ungemein energisch und mit prima Refrain erinnern Stratovarius an ihre guten alten Stücke. Nach viel Speed lässt man den Track mit dem Spinett leise ausklingen. Da kann man nicht meckern.
Mit "Winter Skies" sind sie endgültig wieder da! Soviel sei verraten, die Warmlaufphase ist vorbei der Rest der Scheibe ist typisch Stratovarius wie ich sie mag. Mit asiatischem Flair und richtig viel Bass startet man in diese Halbballade. Die super Melodie, atmosphärisch dicht mit einer Prise Melancholie geht gut ins Ohr aber schlecht wieder raus. Die Vocals stehen im Vordergrund, hier kann Kotipelto zeigen was er kann. Eine leise Piano Passage mutet fast schon klassisch an, keine Hektik man baut die Nummer langsam auf. Die Drums setzen erst spät ein und es folgt ein sehr schönes Gitarrensolo vor dem Hintergrund von reichlich Keyboard Streichern. Das sanfte Ende mit langsamen Fade Out sorgt dafür, dass einem der Song lange in Erinnerung bleibt.
"Forever is today", was für ein Kontrast, reißt einen unsanft aus den Träumen. Hier geht es ab, die Gitarre schreddert und die Drums rasen High Speed dahin. Kleine Gitarren und Keyboard Geplänkel dann fällt der pumpende Bass dynamisch ein, kraftvoll und melodisch zugleich, so stelle ich mir Melodic Power Metal vor. Hier darf die Gitarre mal nach Lust und Laune aufspielen mit enorm viel Drive. Die Vocals untadelig und mit Chorunterstützung tragen deutlich dazu bei, dass ich mit der Zunge schnalze. Mit den Ohren wäre passender, gelingt mir aber (noch) nicht.
Nach den ungezählten Hindernissen im Vorfeld zu diesem Album ist der Titel "Higher we go" sicher kein Zufall. Da hat die Band sich ihren Frust wohl von der Seele geschrieben und die Berg- und Talfahrt des Lebens ist auch musikalisch auf überzeugende Art umgesetzt. Nach schnellem Beginn wird mit Einsetzen der Vocals das Tempo drastisch reduziert was natürlich den Fokus besonders auf den Gesang lenkt. Die markanten Geschwindigkeitsunterschiede ziehen sich durch die ganze Nummer und sorgen für Abwechslung. Wie schon mehrfach zuvor, kommt der Hintergrundchor erneut zum Einsatz, nicht schlecht, bringt man so doch deutlich Tiefe in das Stück.
"Somehow precious" ist auf Kotipeltos Stimme zugeschnitten. Bei gebremstem Tempo und dezenter Keyboard Untermalung steht er im Rampenlicht und macht seinen Job wirklich prima. Dann setzen Drums und Gitarren vehement ein, mit viel Druck aber immer noch höchstens Midtempo. Die nachdenkliche Stimmung kommt zum Teil von den mit leicht klagendem Unterton vorgetragenen Vocals. Im weiteren Verlauf ziehen einen die gefühlvoll vorgetragenen Gitarren in ihren Bann bis die Nummer langsam ausklingt.
Mit "Emancipation Suite I und II" folgt ein episches Werk in zwei Teilen die zwar nahtlos ineinander übergehen aber doch ganz verschieden sind. Bei Teil eins mit dem Untertitel: Dusk und Teil zwei: Dawn, wird man sofort an den bekannten Vampir Schnetzel Film mit Starbesetzung erinnert, was aber bestimmt nur Zufall ist. Auf Dusk eröffnen die Gitarren heftig, es folgt ein leiser Abschnitt mit Vocals vor dem Hintergrund von viel Bass und glockenspielartigen Keys. Langsam scheint der Song Atem zu holen um dann mit reichlich Bombast daher zu kommen, nicht ganz so eingängig einige Durchläufe dürfen es schon sein, aber gekonnt gemacht. Hervorheben möchte ich die ausgesprochen gute Gitarrenarbeit die die Melodie weiter trägt mit, im wahrsten Sinne des Wortes, Fingerspitzengefühl. Das Stück hat einen deutlichen Spannungsbogen vom Anfang bis zum Ende und gleitet förmlich weich in den zweiten Teil über. Dawn ist ruhiger mit einer einzelnen Gitarre die sich die Aufmerksamkeit mit den Vocals teilt. Spätestens hier zeigt Stratovarius, man kann nicht nur Tempo bolzen sondern beherrscht auch die leisen Töne und füllt solche Stücke mit viel Atmosphäre.
Den Abschluss bildet "When Mountains fall" Ein Stück an dem sich die Geister scheiden werden. Der Text ist, zugegeben, nicht ganz frei von Kitsch doch mir gefällt die balladeske, melancholische Nummer sehr gut. Wenig spektakulär, getragen von viel Romantik mit Keyboard Violinen und akustischer Gitarre ist der beschauliche Ausklang gewollt. Man setzt nicht auf einen Kracher sondern auf Gefühl. Selbst mein gestähltes Metal Herz wird butterweich wenn der Sänger seine Angebetete mit " I´m still in Love with you" anschmachtet.
Fazit: Nachdem POLARIS in den ersten Songs noch etwas schwächelt findet Stratovarius dann schnell in die Erfolgsspur zurück. Da sind sie wieder die eingängigen, melodischen und kraftvollen Songs mit viel Atmosphäre die ich an den Finnen so schätze. Die leicht progressive Ader schimmert häufig durch. Matias Kupiainen der Neue an der Gitarre beeindruckt und scheint voll integriert als würde er schon seit ewigen Zeiten dazugehören. Hoch anrechnen muss ich ihm, dass er trotz allem technischen Können, das immer wieder aufblitzt, kein Egomane ist und die anderen Instrumente mit ständigen Solos zudeckt. Matias ist ein Team Player. Überhaupt geben alle Musiker eine ausgesprochen gute Visitenkarte ab, wobei die Drums von Jörg Michael noch ein kleines extra Lob verdient haben. Auch die Produktion gibt keinerlei Anlass für Kritik, alle Instrumente klingen sauber, klar und transparent, nicht mal ansatzweise ist ein verwaschener, breiiger Sound zu hören wie er auch heute noch viel zu oft geboten wird. Leider hält es die für die Promotion zuständige Firma für nötig, die Promo Scheibe mit jeweils einem Fade In and Out pro Song "zu verzieren". Nicht schön, macht es doch die Beurteilung nicht gerade einfacher, aber im Gegensatz zu Voice Over längst nicht so störend.
POLARIS ist sicher nicht das beste Album der Finnen aber ein sehr gutes, was ich ehrlich gesagt nicht mehr zu hoffen wagte. Für Stratovarius gilt: Totgesagte leben länger. Welcome back! |
Anspieltipps:
| | "Winter Skies", "Forever is today", "Somehow precious", "Emancipation Suite 1 und 2", und "When Mountains fall" |
Tipp:
| | Alle Strato Fans können hier bedenkenlos zugreifen. Melodic Power Metal wie er hier gespielt wird spricht sicherlich eine breite Käuferschicht an. Selbst alte Helloween und Gamma Ray, Angra und Sonata Arctica Anhänger machen mit dieser Scheibe sicher nichts verkehrt. |
Titel-Liste:
| | - Deep unknown
- Falling Star
- King of nothing
- Blind
- Winter Skies
- Forever is today
- Higher we go
- Somehow precious
- Emancipation Suite: 1 Dusk
- Emancipation Suite: 2 Dawn
- When Mountains fall
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Laufzeit:
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Bandinfos |
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