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Review: Sturm und Drang |
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Album:
| | ROCK 'N' ROLL CHILDREN, 2009, GUN |
Stil:
Wertung:
| |  6 von 7 Punkten | | J.G., 16.01.2009 |
Review:
| | Sturm und Drang, benannt nach der von Schiller und Goethe beeinflussten Kunstepoche ist Insidern sicherlich schon ein Begriff. Vor zwei Jahren wurden sie mit ihrem Album LEARNING TO ROCK zu recht abgefeiert, bedenkt man das jugendliche Alter. Die gute Nachricht gleich zu Beginn, das finnische Quintett Sturm und Drang waren keine gepushte oder gehypte Eintagsfliege, was das neue Album ROCK 'N' ROLL CHILDREN eindrucksvoll beweist. Sie haben sich beim neuen Album an vielen Stellen bemüht, trotz der Nähe zu vielen großen Vorbildern (ich habe da Stratovarius mit dem Album VISIONS in den Ohren) weiter an ihrem eigenen Stil zu arbeiten. Die Ergebnisse sind durchwegs überzeugend, was sicherlich auch an mehr "Reife" der nun 17-18-Jährigen liegen mag. Von den zwei Jahren mehr hat vor allem der Frontmann André Linman profitiert, dessen Stimme nun deutlich reifer klingt. Aber auch seine Mitstreiter blieben nicht untätig und so liefern durchweg alle eine herausragende und unverbraucht, frische Performance ab, von der sich so manche Band mit zehn Jahren mehr Spielpraxis ein Scheibchen abschneiden könnte.
Kurze Intro-Klänge und dann gleich ein Einstieg nach Maß mit dem Up-Tempo-Metaller "The Last of the Heroes", der sich gewaschen hat. Genau so würde ich es mir öfter wünschen und könnte auf so manches zähe und langwierige Intro-Gedudel verzichten. Harte Gitarren und Synthesizer-Klänge dominieren die Szene, wobei über allem der Frontmann mit melodischen Strophen thront und im Vergleich zum Debüt einiges an Volumen dazu gewonnen hat. Was noch fehlt, wird mit mehrstimmigen Chören verstärkt.
Auch das nachfolgende "River runs dry" entpuppt sich als druckvoller forcierter Ohrenschmeichler, der vor allem durch seinen gefälligen und harmonischen Refrain punkten kann. Die füllige Chorunterstützung und häufig mehrstimmig gesungene Strophen gehören hier ebenso dazu, wie jede Menge dezente Synthie-Filler, die dem ganzen Song deutlich mehr Volumen verleihen.
Noch nicht genug? Mit "Break away" gibt es einen Nachschlag auf die Lauscher für Fans der härteren metallische Klänge. In bester Stratovarius-Manier treibt die Rhythmusfraktion die Gitarrenfront vor sich her. Klar, es steht hier (noch) kein Timo Kotipelto hinter dem Mikro, aber wer weiß...
Jetzt ist erstmal Schluss mit den Stratovarius-Anleihen, denn für "Photograph" stand eindeutig Bon Jovis Album SLIPPERY WHEN WET und hier besonders Richie Samboras Gitarrensound von "Livin' on a Prayer" Pate. Ähnlicher Sound wie beim Vorbild und bis zum Refrain entwickelt sich die ganze Sache auch recht gut. Leider schwächelt der Song danach ziemlich und bietet bis auf ein kurzes Gitarren-Solo keine weiteren Höhepunkte - es plätschert das Bächlein im grünen Wald...
"A Million Nights", eine Ballade mit unverkennbarem Scorpions-Flair entfaltet schon nach wenigen Augenblicken seine Wirkung. Auch wenn kein Klaus Meine ins Mikro trällert, stellt sich doch das sicherlich beabsichtigte Gänsehaut-Feeling ein. Hier noch etwas mehr Eigenständigkeit und die Sache wäre perfekt.
Etwas 80er Jahre-Mucke gefällig? Nun, dann darf sich der Fan auf "Alive" freuen und bei dieser temporeichen Mitsing-Hymne kräfig abtanzen. Klar, dass so ein Refrain sofort im Ohr hängen bleibt.
Nach drei Liedern Stratovarius-Abstinenz, kehrt man mit "These Chains"unverkennbar wieder auf den anfänglichen Kurs zurück. Glücklicherweise gehör(t)en Stratovarius zu meinen Favoriten und so stört mich die gebotene Nähe wenig, was sicherlich auch an der hohen Qualität des Songwritings liegen mag.
Nach zwei weiteren Songs "That's the Way I am" und "Life" mit ähnlichem Strickmuster, folgt mit "Sinner" eine weitere Melodic-Perle, die ebenso aus den späten 80ern stammen könnte. Als Krönung gibt es einen mitsingtauglichen Refrain und ein mitreißendes Gitarren-Solo.
"Fear of the Dark" kommt euch irgendwie bekannt vor? Nun, mir auch und richtig, der Song ist nun wirklich nicht auf dem Mist der jungen Finnen gewachsen. Hier versuchen sie sich an dem Iron Maiden-Klassiker und meistern die Aufgabe instrumental recht passabel. Lediglich Sänger André Linman ist mit der Aufgabe es dem charismatischen Bruce Dickinson gleich zu tun leicht überfordert. Trotzdem hinterlässt der Song einen positiven Eindruck und fügt sich recht ordentlich in das bisher gehörte Song-Schema ein.
Fazit: Prima Leistung und ein würdiger Nachfolger, der die gezeigte Leistung auf dem Debüt nachhaltig untermauert. Immer noch nicht 100%ig eigenständig, was man schon an meinen Vergleichen ablesen kann, aber dafür, abgesehen von kleinen Durchhängern, blitzsauber komponiert und technisch hervorragend umgesetzt. Das einzige Limit setzt den finnischen Jungspunten tatsächlich nur das jugendliche Alter und dafür sorgt die Natur selbst, dass dieses Manko bald der Vergangenheit angehören wird. Nun bleibt es abzuwarten, ob sie auch live an ihrer Kondition gearbeitet haben, denn die Tour mit Apocalyptica 2007 hinterließ nach drei Wochen doch deutliche Spuren. |
Tipp:
| | Für alle, die melodischen Metal alá Stratovarius ebenso gerne hören, wie kommerziell ausgerichteten Hard Rock den man von Bon Jovi und The Scorpions gewohnt ist. Zu empfehlen ist das Album aber nicht nur wegen der beigelegten DVD im Limited-Paket, sondern auch wegen der gebotenen Preispolitik, die ein selbstgestricktes, selbstgebranntes Download-Album kostenmäßig ad-absurdum führt. Danke GUN! |
Titel-Liste:
| | - - - CD - - -
- The Last of the Heroes
- River runs dry
- Break away
- Photograph
- A Million Nights
- Alive
- These Chains
- That's the Way I am
- Life
- Sinner
- Fear of the Dark
- - - DVD - - -
- Documentary
- Break away (Video)
- A Million Nights(Video)
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.sturmunddrang.tv  |
Empfehlen:
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Bandinfos |
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