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Review: Subsignal
 
TOUCHSTONES

Album:
 TOUCHSTONES, 2011, ZYX Records

Stil:
 Progressive Rock, AOR

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 U.B., 17.11.2011

Review:
 Ursprünglich war Subsignal nur als ein Projekt der beiden Sieges Even Musiker Arno Menses Vocals und Markus Steffen Gitarre gedacht. Doch als die Beiden Mitte 2008 ihre Combo Sieges Even verließen, reifte Subsignal zur richtigen Band. Die nötigen Mitstreiter wurden in Ralf Schwager am Bass, David Bertok an den Keyboards (beide auch bei Dreamscape tätig) und Roel van Helden Drums gefunden. Mit BEAUTIFUL AND MONSTROUS kam in Frühjahr 2009 das erste Album von Subsignal auf dem Markt. Subsignal sind eine Progressive Rock Formation die stilistisch auch deutliche Anleihen im Bereich AOR verzeichnet. Ansonsten bin ich bei Informationen aus den überreichten Promo Texten immer vorsichtig doch wenn ich im Falle des TOUCHSTONE Albums da lese, dass Subsignal ihre Musik als melancholisch, innovativ, emotional und melodisch bezeichnen, kann ich nur zustimmen. Diese Attribute treffen es genau. Da wird ausnahmsweise mal nicht zu viel versprochen. Wie ambitioniert man zu Werke ging sieht man unter anderem daran, dass mit Steffen, Menses und Bertok gleich drei Personen für die Produktion verantwortlich waren und die Instrumente in verschiedenen Studios aufgenommen wurden. Das Cover Artwork stammt von Thomas Ewerhard der schon für Edguy und Avantasia den Pinsel geschwungen hat. Doch hören wir am besten mal rein in die TOUCHSTONES.

Mit Synthie Klängen eröffnet das rockige "Feeding Utopia". Der melodische Prog ist geprägt von druckvollen Gitarren die im Kontrast zu den hellen Keyboards stehen. Der Song besitzt einen treibenden Rhythmus in den geschickt ruhige Traumsequenzen eingeflochten sind.
Ein Wechsel aus ruhiger Melodie und dynamischen Eruptionen erwarten einen auf "My Sanctuary". Da lösen sich rollende Drumwirbel mit stillen Piano-Passagen ab. Der Chorus ist betont melodisch mit untermalendem Hintergrundchor.
Das nächste Stück hört auf den poetischen Titel "Echoes in Eternity". Da überraschen die eingangs harten, aggressiven Gitarrenriffs mit brachialer Note. Der Spannungsaufbau ist kontinuierlich bis zum eingängigen Refrain mit Chorunterstützung. Sonst lösen sich getragene Abschnitte beständig mit härteren ab.
Sphärisch entrückte Keyboards bilden den Auftakt von "The Size of Light on Earth". Leicht und beschwingt geht es bei dieser Ballade weiter. Die Drums akzentuieren prima ohne zu stark präsent zu sein. Sehr schön auch der Gesang mit sehnsüchtigem Unterton.
"As Dreams are made on" legt mit flottem Piano los. Das Stück hat ein unruhiges Grundschema und wirkt nervös und getrieben. Dies und die teils chaotischen Keyboards machen den Song zu dem am wenigsten eingängigen auf dem Album.
Ganz anders ist "Wingless", die leicht popige Melodie, mit viel Backing Vocals, in mittlerem Tempo ist unspektakulär aber gefällig und gegenüber dem Vorgänger erheblich leichter verdaulich.
Stimmungsvoll mit unterschwellig bedrohlicher Atmosphäre kommt "Finisterre" daher. Die hoffnungsvoll gestimmten Vocals bewirken, dass das Stück nicht ganz so finster wirkt. In der zweiten Hälfte sind die spanischen Akustikgitarren ein gelungener Ruhepol bevor das Tempo und die Intensität konsequent bis zum Höhepunkt gesteigert werden.
Tolle Drums sowie Keyboards und Gitarren die als Protagonisten auftreten zeichnen "The Essence called Mind" aus. Hier ist der Prog Anteil allein schon wegen der ständigen Tempiwechsel höher ausgefallen.
Auf "The Lifespan of a Glimpse" liefert heftige Gitarrenriffs mit Drum Stakkato als düsterem Hintergrund. In hellem Kontrast dazu stehen die Vocals von Arno Menses der hier Unterstützung durch Gastsängerin Isabel Flössel erfährt. Die weiblichen Vocals erklingen mal als Solo, mal im Duett und wirken wie ein Lichtschein vor den finster aufspielenden Instrumenten.
Ein weiteres Highlight, für mich so gar den Höhepunkt des Albums, stellt "Embers- Part I: Your Secret is safe with me" dar. Eingeleitet durch zartes Piano mit reichlich Keyboard Streichern entwickelt sich eine gefühlvolle Ballade die ganz entscheidend getragen wird von den Vocals. Das Ende bilden die melancholisch traurigen Streicher und das Piano.
Das Titelstück "Touchstones" ist sorgfältig arrangiert, vom leisen Start bis zu den unvermittelt die Beschaulichkeit zerstörenden Gitarren und Drums. Dazwischen spitzeln helle Pianoanschläge hervor. Hier spielt Subsignal gekonnt mit einem Wechselbad der Stimmungen.
Das flotte "Con Todas Las Palabras" bildet den Abschluss, geprägt von heiterer Stimmung mit flink wieselnden Keys und mit viel Spielfreude aller Instrumente ist das Stück sogar ausgesprochen radiotauglich.

Fazit: Mit TOUCHSTONES ist Subsignal ein richtig gutes Album gelungen. Im Bereich Progressive Rock (mit einer tüchtigen Schnittmenge AOR) habe ich schon lange keine so gute Scheibe mehr in die Finger gekriegt. Die Songs sind sehr vielschichtig, abwechslungsreich und mit enormem Tiefgang versehen. Jedem Stück merkt man an was für eine Menge Arbeit da aufgewendet wurde, da gibt es auch nach vielen Durchläufen immer wieder Neues zu entdecken. Man verliert sich nicht in endlosen Frickelorgien. Das Zusammenspiel der Instrumente klappt vorzüglich, kein Egomane drängt sich in den Vordergrund. Sänger Arno Menses beweist hohes Einfühlungsvermögen und trifft genau die jeweilige Stimmung der Songs. Komplex sind die Tracks da besteht kein Zweifel, aber eben nicht zu komplex und abgehoben, so sollte es sein. Besonders hat mir gefallen von welch hoher melodischer Qualität die Stücke durchgängig sind. Dynamisch, kraftvoll und modern mit häufig nachdenklicher Stimmung und ausgeprägtem Ideenreichtum trifft die TOUCHSTONES den Zeitgeist bei immer noch guter Eingängigkeit. Das ist wahrlich eine seltene Mischung. Mehr Facetten kann ein Prog Rock Album eigentlich gar nicht haben. Die Musiker von Subsignal sind als Band zusammengewachsen. Mit einer Spielzeit von 75 Minuten, verteilt auf ein glattes Dutzend epischer Prog Hymnen, fällt auch die Quantität mehr als üppig aus.

Anspieltipps:
 "Echoes in Eternity", "The Lifespan of a Glimpse", "Embers- Part I: Your Secret is safe with me", "Touchstones"

Tipp:
 Jedem Progressive Rock Anhänger sei diese Album ans Herz gelegt. Wer gerne TESTIMONY und ONE von Neal Morse hört wird hier seine helle Freude haben. Aber auch AOR Fans die anspruchsvolle Musik bevorzugen sollten zugreifen.

Titel-Liste:
 
  1. Feeding Utopia
  2. My Sanctuary
  3. Echoes in Eternity
  4. The Size of Light on Earth
  5. As Dreams are made on
  6. Wingless
  7. Finisterre
  8. The Essence called Mind
  9. The lifespan of a Glimpse
  10. Embers- Part I: Your Secret is safe with me
  11. Touchstones
  12. Con Tobas Las Palabras

Laufzeit:
 75:22 Min.

Band-Infos:
 
  • www.subsignalband.com 

  • Probehören und Kaufen:
    Subsignal:TOUCHSTONES

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