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Review: Sulphur
 
THORNS IN EXISTENCE

Album:
 THORNS IN EXISTENCE, 2010, Karisma/Dark Essence

Stil:
 (Progressive) Black Metal, Death Metal

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 J.G., 25.05.2010

Review:
 Die aus Bergen stammenden Norweger Sulphur unterstreichen die Vormachtstellung des skandinavischen Landes in Dingen Black Metal, überschreiten jedoch auch einmal die Grenzen hin zu Death Metal und bereichern ihre Hooklines mit einem gewissen Maß an progressiven Elementen. So gelingt es Sänger Thomas Skinlo Høyven, Gitarrist und Keyboarder Øyvind Madsen, dem zweiten Gitarristen Elvind Huse, Basser Vegard Hovland und Stockschwinger Erik Hæggernes mühelos, ein durchaus abwechslungsreiches zweites Album abzuliefern.

Schon der Opener "Revelations" unterstreicht die Absicht des Quintetts, sich keinesfalls mit üblicher Black Metal-Kost zufrieden zu geben. Avantgardistisch angehaucht versprüht das Instrumental eine gewisse Extrovertiertheit mit morbiden Untertönen, etwas schräg, aber richtungsweisend für das Album.
Der Übergang zu "True Father of Lies" ist dabei fast fließend und bedient zunächst die Freunde des gepflegten Death Metal. Treibendes Riffing, tiefe Growls, interessante Breaks und Themenwechsel stehen dabei ebenso auf dem Programm wie progressiv angehauchte Gitarren-Soli.
Black Metal mit melodischen heavy Riffs und orchestral unterstützten Klargesang-Passagen bietet das nachfolgende "The purifying Flame", das so manchen Tempowechsel absolvieren muss.
Wie schon bei den vorherigen Liedern lässt sich Sulphur vor allem für den Gesang immer wieder etwas Neues einfallen. So wird zu den thrashigen Riffs bei "Hunting sickening Seas" viel gegrowlt aber auch geflüstert.
"Luna Noctiluca" setzt besonders instrumentell noch eins drauf und bereichert seine melodischen Hooklines mit einem Chello, quasi 'Apocalyptica goes Black'.
Fehlt eigentlich nur noch Sprechgesang und als ob die Forderung erhört wurde, hat das stellenweise tierisch druckvoll treibende "Into Nothingness" genau diesen Punkt auf seiner Programmliste stehen.
"Throne of Illusion" nimmt sich das avantgardistische Thema des Intros noch einmal zur Brust, mutiert jedoch schnell zu einem gnadenlosen Schädelspalter, der kurz vor Ende noch einmal kräftig die Keule kreisen lässt und mit seiner Art des Gesangs mich sehr an Dimmu Borgir erinnert. Ist ja nicht der schlechteste Vergleich...

Fazit: Das Album THORNS IN EXISTENCE schafft es in knapp 45 Minuten sowohl Black als auch Death Metal-Freunde zufrieden zustellen und vermittelt dabei mit seinen progressiven Ausritten auch eine gesunde Portion Anspruch. Die meisten Songs können es dabei durchaus mit denen der Genregrößen von Dimmu Borgir, Enslaved oder Gorgoroth aufnehmen, nicht nur was die Qualität des Songwritings betrifft, sondern auch vor allem durch eine druckvolle Produktion, welche die stellenweise sehr dichten Arrangements prima zur Geltung bringt. Aber Achtung, das ist nicht unbedingt leicht verdauliche Kost. Wer hier meint eine Einschlafhilfe gefunden zu haben, braucht sich nicht wundern, wenn ihn das Teil den Schlaf raubt.

Tipp:
 Melodisch, düster, böse, laut und anspruchsvoll, so soll Black und Death Metal klingen, also genau wie auf Sulphurs THORNS IN EXISTENCE.

Titel-Liste:
 
  1. Revelations
  2. True Father of Lies
  3. The purifying Flame
  4. Hunting sickening Seas
  5. Luna Noctiluca
  6. Into Nothingness
  7. Invented Visions of eternal Salvation
  8. Ravner belter I banesår
  9. Throne of Illusion
  10. A crimson Line Band

Laufzeit:
 44:25 Min.

Band-Infos:
 
  • www.myspace.com/sulphur666 

  • Probehören und Kaufen:
    Sulphur: THORNS IN EXISTENCE

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