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Review: Sweet Sybil |
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Album:
| | SWEET SYBIL, 2010, Eonian |
Stil:
Wertung:
| |  2,5 von 7 Punkten | | V.R., 19.08.2010 |
Review:
| | Ende der 80er Jahre erfreute sich eine Musikrichtung, die man aus heutiger Sicht als Glam Metal betitelt, großer Beliebtheit. Optisch erinnerten viele Bands dieses Stils an die Glam Rock-Bands der 70er Jahre, wenn auch mit deutlich ausladender Haarpracht. Musikalisch wurde dagegen poppiger Hard Rock geboten, der mit Metal eigentlich nicht viel zu tun hatte. Einigen Bands wie Poison, Hanoi Rocks oder Warrant gelang es, mit dieser Art von Musik gigantische Erfolge zu erzielen. Darüber hinaus gibt es auch eine riesige Masse von Bands, die nicht mal den Status eines Geheimtipps erreichen konnten. Eine davon ist Sweet Sybil. Was für ein blöder Name, mag sich mancher denken. Daran ist die Gruppe allerdings unschuldig, denn ursprünglich ging man bei einem Bandwettbewerb als Fontalis ins Rennen, doch da der Moderator die Band fälschlicherweise mit dem Namen des ersten Songs anstelle des Bandnamens vorgestellt hatte, hatten Sweet Sybil ihren Namen weg. Die Band existierte zwischen 1988 und 1992 und nahm in dieser Zeit neun Songs auf. Das Label Eonian hat sich nun dazu entschlossen, diese Titel im Jahr 2010 endlich der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ob sich das wohl als weise Entscheidung herausstellt?
Der erste Song "Remember when", klingt jedenfalls ganz gefällig, könnte für einen Opener aber deutlich mehr Druck vertragen. Der Titel hat zwar eine nette Refrainmelodie, trotzdem bietet der Song darüber hinaus nichts, was irgendwie hängen bleiben würde. Außerdem wird sofort der Schwachpunkt der Band offensichtlich. Der Sänger besitzt nämlich ein im besten Fall mittelmäßiges Gesangsorgan, das stellenweise auch schon mal ganz schön nölig klingt. Den Gesamteindruck drückt seine Stimme jedenfalls ein gutes Stück nach unten.
Um einiges besser ist "#69", das allein schon wegen der Bläsereinlagen derart eigenständig klingt, dass man den Song nicht so schnell vergisst. Zudem geht die Band hier deutlich peppiger zu Werk und hat im Refrain eine regelrechte Ohrwurmmelodie untergebracht. Vom schwachen Sänger mal abgesehen haben wir es hier mit einer genialen Nummer zu tun.
Auch das harte "Downtown Suicide" kann den Hörer mit seinen knalligen Gitarrenriffs und eingängigen Melodien auf seine Seite ziehen. Vom langsamen Refrain mal abgesehen gibt die Band hier durchgehend Vollgas und setzt im fetzigen Gitarrensolo sogar noch mal einen drauf.
Auf zwei wirklich gelungene Titel folgt mit "Walkin' talkin'" leider ein richtiger Stinker. Chaotische Songstrukturen, kakophonische Melodien, schnarchlangsames Tempo und einen an allen Ecken und Enden überforderten Sänger, mehr hat dieser Song nicht zu bieten, dementsprechend empfiehlt er sich geradezu für die Skip-Taste.
Glücklicherweise ist "Someone in your Eyes" dann wieder zumindest ein bisschen gelungener aufgefallen. Hätte Sami S. seine Stimme etwas besser unter Kontrolle, hätte man hier sogar von einem guten Midtempo-Rocksong sprechen können, so ist es immerhin ein mittelmäßiges Lied, dem leider ein eingängiger Refrain fehlt.
"Jump back" beginnt dann wie eine Ballade, entwickelt sich aber nach kurzer Zeit zu einem langweiligen Rocksong, dem es wirklich an Allem fehlt, was irgendwie Interesse wecken könnte. Die Riffs sind abgelutscht, die Melodien uninteressant und der Gesang gewohnt schwach. Leider haben wir es hier mit einem weiteren Fülltitel zu tun, der den Gesamteindruck weiter nach unten zerrt.
Deutlich fetziger und schneller ist das nächste Lied "Burning House", doch Härte allein macht ja noch keinen guten Song. Leider fehlt es dem Titel nämlich an so etwas wie einer interessanten Melodie, denn so plätschert er ohne Höhepunkte einfach dahin und kann sich nicht im Ohr festsetzen. Möchte man gemein sein, kann man das Lied auch einfach als Langweiler bezeichnen.
Man hätte es ja gar nicht mehr für möglich gehalten, doch mit "Alone with you" hat sich doch noch ein leicht überdurchschnittlicher Song eingeschlichen. Der Gesang klingt zwar auch hier gewohnt schwach, doch immerhin enthält die Nummer schöne Melodien, die auch nach dem Hören noch im Kopf herumschwirren. Härtemäßig wird ein Gang zurückgeschaltet, man könnte dabei sogar schon fast von einem Popsong sprechen.
Glam Rock-Bands bestachen ja häufig durch ihre Balladen, dementsprechend ist auf SWEET SYBIL mit "You & I" auch ein sehr ruhiger Song enthalten. Was bei anderen Band für Abwechslung sorgt, ist hier einfach nur unglaublich nervig. Gerade langsame Songs stellen halt ganz besondere Anforderungen an den Sänger, doch da versagt Sami S. auf ganzer Linie. Immer wieder liegen seine Gesangsharmonien total neben der Melodie, die einzig und allein von Akustikgitarren erzeugt wird. Der Song klingt dadurch derart unmelodisch, dass man den Abschluss des Albums nur als katastrophal bezeichnen kann.
Fazit: Dass Sweet Sybil nie den Durchbruch schaffen konnten, wundert mich angesichts des gleichnamigen Debüt-Albums überhaupt nicht. Mal abgesehen davon, dass die Stimme des Sängers wirklich sehr schwach ist und er immer wieder gerne die Töne versemmelt, so hat die Platte doch auch fast nichts Interessantes zu bieten. Nun gut, zwei bis drei überdurchschnittliche Songs sind enthalten, aber der Rest kommt über unteres Mittelmaß nie hinaus und ist zumeist sogar im Bereich "extrem nervig" anzusiedeln. Insbesondere die Abschlussballade kann man sich nur mit starken Nerven zu Ende anhören. Mit einem anderen Sänger und besseren Songs hätte aus Sweet Sybil vielleicht etwas werden können, aber auf diesem Niveau ist es völlig gerechtfertigt, dass die Band nie auf einen grünen Zweig gekommen ist. |
Anspieltipps:
| | "#69", "Downtown Suicide", "Alone with you" |
Tipp:
| | Zwei bis drei Songs sind für Glam Rock-Fans, die sonst gerne Poison oder Hanoi Rocks hören, empfehlenswert, den Rest sollte man sich aber besser schenken. |
Titel-Liste:
| | - Remember when
- #69
- Downtown Suicide
- Walkin' talkin'
- Someone in your Eyes
- Jump back
- Burning House
- Alone with you
- You & I
|
Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.myspace.com/sweetsybil2008  |
Probehören und Kaufen:
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