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Review: Jennie Teblerīs Out Of Oblivion
 
TILL DEATH TEAR US PART

Album:
 TILL DEATH TEAR US PART, 2008, Black Mark

Stil:
 Gothic Metal, Dark Metal

Wertung:
 4 von 7
4 von 7 Punkten
 U.B., 23.08.2008

Review:
 In ihrem Heimatland Schweden hat es Jennie Tebler bereits zu einem gewissen Bekanntheitsgrad gebracht. Zwei Singles 2005 "Silverwing" und im Jahr darauf "Between Life and Death" konnten schon Erfolge einfahren. Nun liegt das erste Album vor. Bassist Kent Jädestram und Gitarrist Fredrik Rhodin waren für das Songwriting zuständig während Jennie Tebler die Texte und Gesangslinien beisteuerte. Mit an Bord ist noch Drummer Tony Baioni. Waren Frauen im Metal früher eine seltene Spezies so hat sich das in den letzten Jahren doch deutlich gewandelt, wobei ich den Verdacht habe, der große Erfolg von Nightwish hat einige Damen hier auf den Plan gerufen. Dann schauen wir doch mal ob es der neuen Band mit ihrem Debüt gelingt ein musikalisches Ausrufezeichen zu setzen.

Mit mächtiger Soundkulisse, dumpfem Bass und harten Riffs legt "Brand new Start" los. Jennie Teblers helle klare Stimme hat Mühe gegen die starken Instrumente. Sie unterstützt sich quasi selber indem sie neben dem Gesangspart auch die Backing Vocals einsingt. Das klingt stellenweise wie ein Echo. Neben einer gesunden Portion Härte gefällt der Song durch eine gute Melodie. Gelungener Auftakt.
Auch auf "Demons Ode" geht der Gesang mehrfach unter. Die Nummer ist melodisch, kraftvoll und düster. Das finstere Riffgewitter wird durch ein Gitarrensolo aufgelockert. Auch hier zeigt der Daumen nach oben.
"Queen of Ice" startet mit akustischer Gitarre und traurigem Gesang. Dann setzen die Instrumente zum Sturmlauf an, da hat es die liebliche und nicht sonderliche kräftige Stimme von Frontfrau Tebler natürlich schwer. Es gibt mehrere Wechsel von ruhigen Einschüben zu heftigen Einlagen. Die Gitarren dominieren und auch der Bass verschafft sich Gehör.
"Life full of Lies" ist anfangs leise, langsam und wird von den weinerlich verzweifelten Vocals bestimmt. Dann knüppeln die Drums los und die Riffs wüten. Der Song wirkt unfertig, die Melodie ist zum Teil sehr schräg und der Gesang kann überhaupt nicht überzeugen. Erst zum Schluss kriegt man dann noch die Kurve und Musik und anklagender Text passen von der Atmosphäre gut zusammen.
"Never stop crying" kommt mit leisen Vocals begleitet nur von der Gitarre balladesk daher. Mit Einsetzen der Drums und viel Bass wird das Tempo angezogen und die ganze Sache zunehmend härter. Mit einem besseren melodischen Gerüst hätte die Nummer richtig gut werden können. Das Gitarrensolo wird leider fast komplett zugedeckt durch die Düsterriffs und den Bass.
Hintergrundgeräusche mit Sirenen und Funkverkehr sind auf "Mistake" zu vernehmen. Der Bass hat wieder einen starken Auftritt aber so langsam macht sich Langweile breit. Die Nummer bringt nichts Neues, der Gesang bewegt sich ständig im gleichen Rahmen und setzt keine Akzente. So Plätschert der Song dahin.
Leider ist "Succubus" auch nicht besser. Jennies Stimme ist nicht schlecht, die Frau kann singen keine Frage, nur bei so einer eintönigen Melodie werden Mängel im Songwriting nur allzu offensichtlich.
Heftig feuernde Gitarren und ein gutes Bassfundament sind die Pluspunkte bei "Enchanted". Ansonsten bezaubert mich an dem Song aber nichts, ganz anders als der Titel verkündet.
Außer dem Sprechgesang am Anfang hat man auf "Release me" alle Elemente schon gehört. Das bekannte Riffing wird durch sphärische Einschübe unterbrochen. Auffällig sind mehrere Gesangsspuren der Vocals die diese kräftiger und voller erscheinen lassen.
Den Abschluss bildet "Between Life and Death" ein Stück das es 2006 bereits als Single gab. Zur Einleitung erklingt eine verzerrte Gitarre dann reißen die variablen Drums die Aufmerksamkeit an sich bevor die dunkle, unheilvolle Atmosphäre regiert. Tut mir leid aber das hatten wir schon alles zur Genüge. Es kommt mir vor als hätte ich im zweiten Teil des Albums irgendwo den Repeat Knopf gedrückt und die CD spiele in einer Endlosschleife. Ein wenig Abwechslung wäre hier dringen notwendig gewesen. Die ständig schwermütige Stimmung geht mir langsam aufs Gemüt.

Fazit: Vielleicht wäre es besser gewesen ich hätte das Info Blatt des Labels nicht gelesen bevor ich die Scheibe zum ersten Mal hörte. Dann wäre die Enttäuschung sicher nicht so groß ausgefallen. Aber wenn eine Sängerin dort mit den Attributen "bezaubernd und magisch" und das Album selbst als "brillant und unverwechselbar" angepriesen werden ist doch klar, dass eine gewisse Erwartungshaltung da ist. Selbst wenn man weiß, dass bei neuen Alben die Promotion gern in Superlativen schwelgt um das Produkt an den Mann (und die Frau) zu bringen und daher sehr häufig zu Übertreibungen neigt, machte sich bei mir doch sehr schnell Ernüchterung breit. Und das obwohl ich keinen Tropfen Alkohohl getrunken hatte. Frau Teblers Stimme ist hell und klar aber das berechtigt noch lange nicht zu den oben angeführten Lobpreisungen. Es gibt eine ganze Menge Sängerinnen die es mit Jennie Tebler locker aufnehmen können. Nach gutem Start geht dem Album bald die Luft aus. Beim Songwriting ist noch viel Platz für Verbesserungen. Selbst nach mehrfachem Hören bleibt nur wenig hängen. Viele Songs sind zu gleich und austauschbar, Abwechslung ist Mangelware, richtige Highlights und Akzente fehlen. Sehr gitarrenlastig mit tiefer gestimmtem Sechssaiter geht der Gesang nicht selten fast unter da hätte man beim Mix mehr Augenmerk drauf legen können. Die meisten Stücke sind mir einfach nicht melodisch genug. Es gibt gute Ansätze, wie gesagt die Gitarren klingen richtig fett und kraftvoll und bei einigen Nummern ist auch die eingefangene Atmosphäre schön düster, ausweglos und melancholisch aber das reicht aus meiner Sicht nicht aus um das Album aus einer großen Zahl ähnlicher Produktionen hervorzuheben.

Anspieltipps:
 "Brand new Start", "Demons Ode"

Tipp:
 Gothic Metal Fans können ruhig ein Ohr riskieren wenn ich auch der Meinung bin, dass vergleichbare Bands oft mehr zu bieten haben, sei es zum Beispiel Lacuna Coil oder Within Temptation die dabei eine eindeutig bessere Figur machen.

Titel-Liste:
 
  1. Brand new Start
  2. Demons Ode
  3. Queen of Ice
  4. Life full of Lies
  5. Never stop crying
  6. Mistake
  7. Succubus
  8. Enchanted
  9. Release me
  10. Between Life and Death

Laufzeit:
 47:36 Min.

Band-Infos:
 
  • www.outofoblivion.se 


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