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Review: Terminal
 
BRING FORTH THE FEW

Album:
 BRING FORTH THE FEW, 2009, Trechoma

Stil:
 Rock

Wertung:
 1,5 von 7
1,5 von 7 Punkten
 J.G., 22.05.2009

Review:
 Skandinavien ist inzwischen mehr als bekannt für eine Fülle erstklassiger Outputs quer durch die Rock- und Metal-Szene. Egal ob Black Metal im Westen, Gothic im Osten, True Metal in der Mitte oder Stoner Rock im Süden, hier wird in der Regel jeder Fan fündig.
Manches davon mag aber auch etwas gewagt sein. So beschoss das Trio mit Sänger/Gitarrist Thorsten Baek, Bassist Henrik Engstroem und Drummer Rasmus Toft Ilsoe etwas abseits bekannter Pfade den US-Mainstream aufzurollen und Bands wie Snow Patrol oder Fray nachzueifern, wären es wenigstens R.E.M. gewesen. Ob das tatsächlich alles ihren eigenen Vorstellungen entsprochen hätte, ist schwer zu sagen, denn immerhin ist kein geringerer als Casper Skafte ebenso für einige Ideen verantwortlich. Umso erstaunlicher ist deshalb das Ergebnis, denn jemanden, der bereits Bands wie Mercenary verarztet hat, sollte eigentlich wissen, wo der Rock- und Metal-Hammer hängt.

Immerhin legt sich das Trio beim Opener "Run and make it fast" recht kräftig ins Zeug, versprüht jedoch außer dem Eindruck, alles schon mal gehört zu haben, wenig Esprit.
Der temporeiche Start von "Eve" täuscht leider darüber hinweg, dass die alternativ angehauchte Fortsetzung mit ziemlich eigenwilliger Gesangslinie und etwas verwirrende Breaks in der Folge kaum noch Hochgefühl aufkommen lässt.
Auf den Spuren von H.I.M. beginnt "Chasing Light" mit leicht düsterem Grundtonus, bevor der Rest mit wenig eingängigem Takt-Wirrwarr regelrecht zerhackstückelt wird, wobei über allem Thorstens Stimme drohend kreist...
Grenzwertig wird die Sache dann bei der Schlaftablette "Constantly Ignoring", die wegen massiv verzerrten Klängen von mir geskippt wurde, aus Angst den Verstärker und mein Gehör zu schrotten!
Das ruhige "City" ertrinkt in gehobener Belanglosigkeit, dass selbst mein altes Casio-Keyboard vor Scham erröten würde, müsste es nur solche Riffs von sich geben, aber immerhin eingängig, wenn auch übersichtlich strukturiert.
Flott, alternativ mit typischem "schon dutzende Male gehörten Gitarrensound" reißt mich auch "Chance of losing Sight" kaum vom Hocker. Langsam werde ich etwas unsicher, ob die Gitarrenaussetzer und gesanglichen Quersteher nicht in Wahrheit absichtlich geschehen?!?
Abgesehen vom mittlerweile etwas nervigen Gesang, mausert sich "The Few" zum ersten hörenswerten "Highlight" des Albums, auch wenn es noch etwas entfernt vom innovativen Szene-Geschehen liegt.
Mit "Decline" habe ich endlich ein probates Mittel gefunden, Nachbars Katzen zu vertreiben, wenn diese wieder meinen, die ganze Nacht rollig herum-miauen zu müssen.
Nach den beiden etwas härteren Lückenbüsern "Molest" und "Pretended" folgt endlich das Ende mit dem unpassenden Titel "End of Eternity". Besser wäre gewesen: "Finally, end for everlasting", aber man kann ja nicht alles haben.

Eigentlich unfair, aber manchmal musste ich mich mit Gewalt zurück halten, nicht vorzeitig die Skip-Taste zu drücken. Immerhin bestand noch der kleine Hoffnungsschimmer, in den letzten Sekunden des Fade Outs ein geniales Riff zu entdecken - oder auch nicht.
Abgesehen von der Leistung der Instrumentalisten, war besonders die Performance des Frontmanns gewöhnungsbedürftig. Stimmlage, Modulation und Klangfarbe waren einerseits so einschläfernd wie die 387. Staffel Big Brother aber auch so nervenaufzehrend, wie die Sirene eines Sankers (Rettungswagen). Hier fiel mir ein alter Clever & Smart Comic ein, wo beide Agenten einen Krankenwagen fuhren. Weil das Martinshorn nicht funktionierte, musste Clever ran halten und mit Megaphon-Unterstützung für freie Fahrt sorgen.
Ärgerlich dabei ist, dass die drei nicht wirklich schlecht gespielt haben. Aber irgendwie passte nichts so recht zusammen, weder die Songs zu den Musikern noch der Gesang und die Effekte zum Gesamtkonzept.

Fazit: Da bleibt mir nur den Satz ganz zu Beginn des Beipackzettels zu vervollständigen, der da lautete: From nowhere to the rest of Europe [...and back immediately!]. Es gibt einfach Alben, die braucht die Welt nicht wirklich. Auf alle Fälle war die Werbung für das Album überzeugender, als der Inhalt. "...a heavy yet melodiousness which make it unique...", ja hol mich der Teufel, aber hier ist meine Übersetzungsmaschine genauso perplex wie ich und quittiert diese Aussage mit: "...eine starke wohl Klingendkeit, die es einzigartig macht...". Wohl bekomms...

Titel-Liste:
 
  1. Run and make it fast
  2. Eve
  3. Chasing Light
  4. Constantly Ignoring
  5. City
  6. Chance of losing Sight
  7. The Few
  8. Decline
  9. Molest
  10. Pretended
  11. End of Eternity

Laufzeit:
 47:22 Min.

Band-Infos:
 
  • www.terminal.nu 


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