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Review: Thin Lizzy |
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Album:
| | STILL DANGEROUS - LIVE AT THE TOWER THEATRE PHILADELPHIA 1977, 2009, Thin Lizzy Productions |
Stil:
Wertung:
| |  6 von 7 Punkten | | J.G., 18.02.2009 |
Review:
| | Wir schreiben das Jahr 1985 und eigentlich ist der erste Weihnachtsfeiertag ein Tag der Freude. Doch diesmal ist es ein rabenschwarzer Tag für die Musikwelt, als die Mutter von Phil Lynott ihren Sohn im Koma liegend auf findet. Trotz aller Bemühungen, verloren die Ärzte den Kampf und mussten am 4. Januar 1986 den Tod von Phil verkünden. Damit verabschiedete sich einer der genialsten Musiker und Songwriter aus dem Leben. Jedoch sollte er die Musik noch über Generationen nach ihm beeinflussen. "Muss ich denn sterben, um zu leben???" Diese Frage stellte Jahrzehnte später auch Falco in seinem Song "Out of the Dark" des gleichnamigen Albums, welches erst nach seinem Unfall-Tod veröffentlicht wurde. Vorsehung? Absicht? Bis heute ist wird die offizielle Unfallversion bezweifelt...
Das Leben ist manchmal einfach viel zu kurz und deshalb so kostbar. Was bleibt ist nur Erinnerung, die jedem Unsterblichkeit beschert, solange sie aufrecht erhalten wird.
Zu einer dieser unvergesslichen Werke gehört sicherlich Thin Lizzys 1978er Live-Album LIVE AND DANGEROUS. Der einzige Makel an diesem Album ist die Tatsache, dass einige der Songs erst nachträglich im Studio entstanden sind und damit kaum als "live" bezeichnet werden konnten.
Das jetzt erscheinende Album STILL DANGEROUS soll nun Abhilfe schaffen. Es wurde auf der gleichen Tour mitgeschnitten und aufgenommen, als die Band am 20.10.1977 Station im Tower Theatre in Philadelphia machte. Produziert von Gitarrist Scott Gorham und Glyn Johns, präsentiert es Thin Lizzy in Reinform - live und unverfälscht - auf dem Höhepunkt ihrer Karriere.
"Soldier of Fortune" eröffnet den Auftritt und sorgt schon mal für richtige Stimmung und die erste Überraschung, denn dieser Song fehlte auf LIVE AND DANGEROUS. Kaum zu glauben, dass der Auftritt bereits über 30 Jahre zurück liegen soll. Phils Gesang und Bass überzeugen hier ebenso restlos, wie Scotts und Brians Doppel-Gitarrenarbeit.
Mit "Jailbreak" geht die Truppe bereits in die Vollen. Lustigerweise habe ich hier noch die gecoverte Version des kürzlich getesteten Grave Digger Albums im Ohr und muss gestehen, auch wenn Chris Boltendahl einen prima Job gemacht hat, geht nichts über das Original - einfach genial.
Neben Hits wie "Cowboy Song" oder dem unvergesslichen "Boys are back in Town" oder "Dancing in the Moonlight", trifft man jedoch auch auf seltene Perlen, wie den "Opium Trail" (eigentlich makaber, bedenkt man, dass Phil an einer Überdosis Heroin gestorben ist) oder dem äußerst selten live gespielten "Me and the Boys" mit seiner Mischung aus Rock'n'Roll und Blues, welches besonders jeden Gitarrenfan ausflippen lassen wird.
Ähnlich starke Gitarrenarbeit zeigt das Saiten-Duo auch bei dem vorherigen ebenfalls bluesgetränkten "Baby drives me crazy", wobei ich dann schon bei dem eigentlichen Schwachpunkt dieses Albums angekommen bin, der Spieldauer von gerade mal 47 Minuten.
Fazit: Obwohl die Live-Technik heute um Generationen besser ist, als vor 30 Jahren gehört einfach mehr dazu, als nur "gute Technik". Live ist es dann, wenn auch das Live-Feeling zuhause vor der Stereoanlage noch herüber kommt und genau das ist die Stärke dieses Albums. Wer sich hier Zeit nimmt, den entführen die charismatischen irischen Musiker dieses Albums direkt vor die Bühne in Sicht- und Spürweite des Geschehens, so dass man den Schweiß der Musiker fast schon riechen und die Rempler der Fans außen herum spüren kann. |
Tipp:
| | Ein Album auf das viele Thin Lizzy-Fans lange warten mussten, aber dafür ist es wie beim guten Wein, je älter, desto besser. |
Titel-Liste:
| | - Soldier of Fortune
- Jailbreak
- Cowboy Song
- Boys are back in Town
- Dancing in the Moonlight
- Massacre
- Opium Trail
- Don't believe a Word
- Baby drives me crazy
- Me and the Boys
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Laufzeit:
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