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Review: Thomsen |
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Album:
| | LET'S GET RUTHLESS, 2009, Artist Station |
Stil:
Wertung:
| |  6,5 von 7 Punkten | | J.G., 02.05.2009 |
Review:
| | Thomsen? Nie gehört, zumindest nicht als Band. Richtig, denn bei Thomsen handelt es sich um ein Allstar-Projekt, dass im Metalsektor erstmal seinesgleichen suchen muss. Als ich "Allstar" las, begann sich schon fast automatisch mein Unterkiefer zu einem herzhaften Gähnen nach unten zu bewegen. Das änderte sich jedoch schlagartig, als ich die Liste der Musiker studierte, die René Thomsen für seinen Wunschtraum zusammen getrommelt hatte. Seines gleichen bestens in der Szene bekannt als Inhaber von BRS (Backline Rental Service), unterstützt er schon seit Jahren große Veranstaltungen, wie die Echo-Verleihung oder die ZDF-Sendung 50 Jahre Rock. Und dann sind da noch Dutzende von Bands, die sich von ihm Equipment leihen oder technische Unterstützung anfordern. Schon hier ließt sich die Liste, wie das "Who is Who" der Rock- und Metal-Welt: Social Distortion, Machine Head, Tiamat, Helloween, Dio, U.D.O., Ozzy Osbourne oder Genesis um nur einige zu nennen.
Nach so vielen Jahren passivem Musikgenusses hat René Thomsen, seines Zeichen Gitarrist beschlossen, selbst als Songwriter aktiv zu werden und sich dazu in der Musikwelt nach geeigneten Mitstreitern umgesehen. Jürgen Wulfes, die Stimme von Moon Doc und Cholane, übernahm dabei die Vocals und das Schreiben der Lyrics.
Seine Gitarre alleine, wäre etwas verloren und deshalb erklärte sich Herman Frank (Accept, Moon Doc, Victory) bereit, nicht nur das Album zu produzierten, sondern sich auch selbst die Klampfe umzuhängen. Nicht genug, durfen auch die Gitarristen Ingo Powitzer (Independent) und Henni Wolter (Primal Fear) bei ein paar Songs den Führungsjob übernehmen.
Für den richtigen Rhythmus hinter der Schießbude nahm Bobby Jarzombek, u.a. schon für Riot und Rob Halford tätig, die Schlagstöcke in die Hand. Er ist jedoch nicht ganz alleine, denn bei zwei Songs übernimmt Stefan Schwarzmann den Hocker, um seiner langen Liste von Bandaktivitäten (Accept, Helloween, Krokus, Running Wild, U.D.O. u.a.) eine weitere anzufügen.
Was wäre Rock und Metal ohne Bass? Auch hier ließ René nichts anbrennen und holte sich mit Nibbs Carter den Langsaiter von Saxon ins Boot, ebenso wie den alten Haudegen Neil Murray (Black Sabbath, Whitesnake, Gary Moore) und Jan S. Eckert der auch schon für Iron Savior und Masterplan die Basisarbeit übernommen hatte.
Selten machte mich die Mini-Biografie zu einem Album so neugierig wie in diesem Fall, denn kann bei so einem beeindruckenden Line-Up noch etwas schief gehen?
In diesem Fall definitv nicht, denn die Songs bewegen sich meist zwischen Dampfhammer oder Abrissbirne, sodass es schwer fällt, sich das kleinere Übel auszusuchen. Nur ein wenige Titel, lassen den erhöhten Dauerpuls wieder auf ein gesundes Maß absinken, aber weniger als 120 Schläge sind bei dem Album einfach nicht drin.
Angenehm fällt auf, dass sich Jürgen Wulfes bei vielen Vocals in tieferen Regionen bewegt und niemand befürchten muss mit nervender Kopfstimme gequält zu werden.
Sofort in die Vollen, kein nerviges Intro, sondern beste Up-Tempo Heavy Metal-Rhythmen treiben "Ruthless" unaufhaltsam durch die Lautsprecher-Boxen. "Tears of the Sun" steht seinem Vorgänger in nichts nach und schaltet sogar noch zwei Gänge höher.
Aber auch gebremster bleibt noch genügend Druck und Groove zum Headbängen. "Time Again" und das leicht orientalisch angehauchte "Stand up & Shout" machen dabei den Weg frei für das balladesk beginnende "You and me", dass jedoch bald die Landstraße verlässt und Auffahrt zur Autobahn nimmt.
Ende der Schonzeit für den Drummer. "Heaven & Hell" (ein Wortspiel, das in letzter Zeit sehr beliebt scheint) bietet brachiale Up-Tempo-Kost, bevor es von dem Nu Metal-lastigen Groove-Monster "Blind your Eyes" inkl. genialem Gitarren-Solo abgelöst wird und mit "Bang your Head" - der Titel ist Motto - den nächsten Höhepunkt ansteuert.
"Branded Man" trumpft auf mit Slide Guitar und stampfenden Rhythmen, welche die vorherrschende Laune mühelos am Kochen halten können, bevor die Sirenen die tierisch groovende Abrissbirne "Everything I ever wanted" auf den Plan ruft und die Überleitung zu erneuten Nu Metal-Klängen von "Show me your Fear" bildet.
Auch wenn das abschließende "You're in Love" aus der Feder von Juan Croucier und Stephen Pearcy stammt, so fügt es sich organisch ins bisher zelebrierte Schema. Kein Paukenschlag zum Ende aber auf alle Fälle ein Animateur für die Repeat-Funktion. Don't hesitate - do it!
Fazit: Es gibt Projekte, die sind so überflüssig wie ein Kropf. Aber gerade im Fall von Thomson zeigt sich, dass man als Musikbegeisterter einfach manchmal seinen Mut zusammen nehmen, sich ein paar Beziehungen bedienen und seinen Wunschtraum in die Tat umsetzen sollte. Ich bin sicher, die Metal-Fans danken es Thomson, auch wenn er mit seinen Ergüssen keine evolutionäre Musikgeschichte geschrieben hat. Manchmal genügt es, einfach seinen Job so gut wie möglich zu erledigen und sein Herzblut authentisch an den Fan zu bringen.
Operation Thomson gelungen, Fan zufrieden, Gehör vorläufig betäubt. |
Tipp:
| | Wer das Line-Up studiert, wird sich gut vorstellen können, was ihn erwartet. Es lohnt sich in jedem Fall für alle Fans traditioneller Metal-Mucke. |
Titel-Liste:
| | - Ruthless
- Tears of the Sun
- Time Again
- Stand up & Shout
- You and me
- Heaven & Hell
- Blind your Eyes
- Bang your Head
- Branded Man
- Everything I ever wanted
- Show me your Fear
- You're in Love
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.rene-thomson.de  |
Empfehlen:
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