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Review: Thornwill
 
IMPLOSION

Album:
 IMPLOSION, 2010, Eigenvertrieb

Stil:
 Heavy Metal

Wertung:
 4 von 7
4 von 7 Punkten
 S.M., 03.06.2010

Review:
 Thornwill aus Ungarn geben mit IMPLOSION ihr internationales Stelldichein. Die Gründung der Band erfolgte in 2004. Bekanntestes Bandmitglied war Daniel Jurasek, ein ehemaliger Musiker der einigermaßen renommierten Stainless Steel, der aber inzwischen nicht mehr zum Line-Up gehört. Die aktuelle Besetzung sieht Sänger Álmos Gábor, Bassist Tamás Paróczi, Drummer Péter Knausz, Keyboarder András Vígh und die Gitarristen Márton Szabó und Krisztián Ágoston.

Thornwill sind wohl am Ehesten dem traditionellen Heavy Metal zuzuordnen. Gelegentlich werden aber auch der Heavy Rock und der Power Metal tangiert. An der technischen Leistung der Ungarn gibt es nichts zu meckern. Die Musiker verstehen ihr Metier, und Álmos Gábors Gesang ist mit dem leicht melodischen Timbre charakteristisch.
Kompositorisch gibt es bei den stolzen 13 Tracks aber nur wenige, die sich aus dem Sumpf des Durchschnitts lösen können. An Ideen fehlt es Thornwill sicherlich nicht, sie geben sich sogar recht vielfältig. Doch fehlen zumeist Hooklines, an die man sich später noch erinnert, oder Melodien, die länger anhaltend die Gehörgänge vereinnahmen.
Dabei gibt es auch immer mal wieder gute Ansätze, wie z.B. beim Höhepunkt von "Midnight Hunger", doch wenn das restliche Songkonstrukt so vor sich hin plätschert, verschenken die Magyaren doch einiges an Potential. Bei den Soli packen die Gitarristen gelegentlich schöne Virtuositäten aus, im Riffing oder bei den Leads ist die Variabilität des Spiels aber öfters eingeschränkt. So wird manchmal auf Anleihen moderner Metallica zurückgegriffen, worauf man aber wirklich verzichten kann.
Richtig hörenswerte Nummern sind noch rar gesät. Das vielschichtige "Don't let me go", das melodisch-eingängige "Far away from Home" und das episch angehauchte "Noah's Ark" können am meisten Eindrücke hinterlassen.
Es gibt zwar auch keine wirklichen Ausfälle, doch zu viele Stücke ohne Akzente. Es fehlt interessanterweise weder an Dynamik noch an der melodiösen Seite. Es bleibt einfach zu wenig hängen, da den Aufbauten die Spannung und den Höhepunkten der thronende Aspekt abgehen.

Fazit: Der erste Auftritt von Thornwill ist noch recht durchwachsen. Im Songwriting fehlt ihnen noch das Händchen für aufregende Hooklines, große Melodien und starke Höhepunkte. Technisch gibt es insgesamt wenig zu mäkeln. Die Riffs und Leads sollten zukünftig vielleicht noch abwechslungsreicher werden.
IMPLOSION kann man sich sogar regulär auf der Website der Ungarn in hoher Bitrate herunterladen. Das ist zur Verbreitung und Bekanntmachung des Werkes sicherlich keine schlechte Maßnahme und zeichnet Thornwill auch aus. Einem geschenkten Gaul schaut man verständlicherweise nicht ins Maul. Für das nächste Mal wünsche ich mir dennoch mehr kompositorische Qualität.

Titel-Liste:
 
  1. Civilized Ways
  2. Sacred Lies
  3. Implosion
  4. Midnight Hunger
  5. The Prophecy fulfilled
  6. Don't let me go
  7. Imaginary Fiction
  8. Behind the Behvior
  9. Far away from Home
  10. Subconscious Battle (Broken hearted)
  11. Road Movie
  12. Noah's Ark
  13. Before I die

Laufzeit:
 65:33 Min.

Band-Infos:
 
  • www.thornwill.com 


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