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Review: Tokyo Blade |
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Album:
| | EYE OF THE STORM, 2008, Scream |
Stil:
Wertung:
| |  4 von 7 Punkten | | S.M., 29.04.2009 |
Review:
| | Manchmal machen Bands und Labels es einem nicht gerade leicht. So gut wie keine Infos sind über EYE OF THE STORM der NWoBHM-Legende Tokyo Blade herauszubekommen. Eine Bandwebsite ist erst im Aufbau (seit letztem Jahr wohlgemerkt!), die Myspace-Seite geizt mit Infos, ebenso das Label, das zwar eine "mehr Infos"-Seite zu diesem Album anbietet, die dann aber ins Leere läuft. Nicht mal über die Metal-Archives bin ich diesmal erfolgreich. Nach dem, was ich mir schließlich so ergoogle, scheint EYE OF THE STORM ein Reissue des Albums NO REMORSE von 1989 zu sein.
Ein neuer Labeldeal macht dies möglich und anscheinend sollen in diesem Zuge weitere Alben wiederveröffentlicht werden. Nun, gut. Ich fände neues Material schon etwas sinnvoller, wenn es die Band doch anscheinend noch gibt. EYE OF THE STORM umfasst 13 Tracks, was bedeutet, dass gegenüber der NO REMORSE-Version zwei Bonus-Songs spendiert wurden.
Wer die genialen Alben TOKYO BLADE und NIGHT OF THE BLADE aus der Bandfrühzeit mit dem tollen Sänger Alan Marsh noch verinnerlicht hat, wird über die Vocals auf EYE OF THE STORM erst einmal entsetzt die Augen aufreißen. Wo Marshs Stimme Ausdruckskraft, Power und Charisma hatte, sind Chris Gillens Merkmale ein sehr heller, fast jugendlich anmutender Stimmklang. Nicht, dass dieses Organ so gar nicht zu NWoBHM passt, doch ist es für TOKYO BLADE extremst ungewohnt. Die Töne halten kann er jedenfalls und eine eigene Charakteristik hat seine Stimme auch. Gelegentlich wird er von der Instrumentenmacht ein bisschen in den Hintergrund gedrängt.
Die Stücke muten weitestgehend etwas nostalgisch an, was nicht verwunderlich ist, da es ja ein 1989er-Werk ist, das neu eingespielt wurde. Der gewisse Old-School-Touch ist auch gar nicht das Problem, sondern die Tatsache, dass EYE OF THE STORM kompositorisch nicht allzu viel zu bieten hat.
"Chains of Love" mit seiner fetten Hammond-Orgel-Untermalung, die mich stark an Stücke von Gillan oder Whitesnake erinnert, das sleazig angehauchte "5-Inch Catwalk", das hymnisch-melodische "Crystal Gold", das vielschichtige "Shadow of Insanity" und der aufgepeppelte Klassiker "Sunrise in Tokyo" vom Debüt-Album sind hier die Lichtblicke.
Dafür gibt es dann aber auch Songs, die einfach nur nerven, wie der Titeltrack "The Eye of the Storm" mit seinem unerträglichen Space-Intro, das oberlangweilige "Angel", das teilweise new-wavige "Tears are not enough" oder das ultra-schmalzige Schlagerteil "Call me an Angel". Der Rest liegt irgendwo dazwischen.
Ich habe den Eindruck, Tokyo Blade wollten damals mit NO REMORSE die NWoBHM hinter sich lassen, schafften aber noch nicht ganz den Übergang zu modernerem Sound. So wirkt EYE OF THE STORM ein wenig wie ein Grenztanz zwischen zwei Welten, was zu Lasten der Qualität geht. Es fehlt an kompositorischer Konstanz. Die Musikerleistung ist soweit in Ordnung, sogar an den Gesang gewöhnt man sich mit der Zeit. Nur das Songwriting gibt halt nicht mehr her.
Fazit: EYE OF THE STORM ist ein Album des breiten Mittelfelds, das im Schatten von viel stärkeren Veröffentlichungen wohl kaum Beachtung finden wird. Dazu ist es einfach zu belanglos und unausgereift. Ich bin wirklich gespannt, ob Tokyo Blade noch einmal die Kurve kriegen und sich vielleicht mit neuem Material in die Herzen der Fans zurückspielen können. Re-Releases von mittelmäßigen Alben scheinen mir jedenfalls nicht der richtige Weg zu sein. Schauen wir mal, ob die Briten noch mal für eine Überraschung gut sind. EYE OF THE STORM braucht man - trotz einer beachtlichen Spielzeit von fast 62 Minuten - heutzutage jedenfalls wirklich nicht unbedingt. |
Titel-Liste:
| | - The Eye of the Storm
- Chains of Love
- Moonlight in Martini
- Dark Night over Paradise
- 5-Inch Catwalk
- Crystal Gold
- Angel
- Tears are not enough
- Shadows of Insanity
- Call me an Angel
- Stop it or drop
- Fever
- Sunrise in Tokyo
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.tokyoblade.com  |
Empfehlen:
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