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Review: Tonk
 
SISTER SWITCHBLADE

Album:
 SISTER SWITCHBLADE, 2007, Sony

Stil:
 Hard Rock

Wertung:
 4,5 von 7
4,5 von 7 Punkten
 S.M., 17.06.2009

Review:
 In der australischen Hauptstadt Canberra gründeten sich in 2005 Tonk. Nach einer Single namens REDBACK veröffentlichten sie 2007 ihr erstes Album SISTER SWITCHBLADE. Dieses sandten sie uns zu Rezensionszwecken zu. Offenbar möchten sie ihr Werk nun auch in Europa so ein bisschen promoten.

Es gibt ja etliche Spötter, die behaupten, dass alle australischen Bands nach AC/DC klingen. Das stimmt so sicherlich nicht. Hört euch nur mal Ilium, Black Majesty oder Ironwood an. Die beweisen natürlich das Gegenteil. Doch viele Truppen von Down Under haben sich wirklich dem Boogie Hard Rock verschrieben, der AC/DC so bekannt machte. Tonk gehören ebenfalls dazu. Zwar bringen sie noch ein paar Anleihen des Southern Rock und auch des Stoner Rock mit ein, doch die Vorbilder lassen sich nicht verleugnen.
SISTER SWITCHBLADE beginnt ziemlich unspektakulär mit dem bereits als Single ausgekoppelten "Redback", der einfach einen typischen Boogie-Rocker darstellt. Auch "Menage a Trois" gehört in die Sparte, hat aber eine bessere Melodie und Hookline.
Es folgen zwei Tracks, die mehr auf Stoner Rock setzen, aber anstatt Abwechslung nur pure Langeweile bringen. Zum Aufwecken gibt es mit dem Titelsong "Sister Switchblade" dann einen flotten Rocker, der sich mit seinem gelungenen Höhepunkt auch gut in den Gehörgängen breit macht.
Vielleicht liegt es daran, dass mich Stoner Rock grundsätzlich irgendwie kalt lässt und mir gar kein rechtes Rock-Feeling vermittelt, aber auch "Needle in the Red", der nächste Song in dieser Machart, entlockt mir nur ein Gähnen.
Zum Glück wechseln sich diese akzentlosen Geschichten mit den besseren Stücken ab. "Predator" vermischt Boogie Hard Rock mit Einflüssen des Melodic Hard Rock, fesselt aber durch seine Melodie von der ersten Minute an, und den Höhepunkt darf man nach Herzenslust mitgröhlen. Auch das Solo ist stark. Der Song erinnert mich so ein wenig an die richtig guten Krokus-Kompositionen. Er wird live sicherlich ein ordentlicher Publikumsmotivator sein.
Auch der Fetzer "Looze yer Load" rockt gut, während das emotionale "Stay" einen intelligenten Kompromiss zwischen gefühlvoller und rockiger Seite vermittelt. Na, also! Es geht doch, dass die Jungs ein paar songwriterische Ideen auspacken.
"Stick with my Blood" ist ein kräftiger Blues-Rocker, der durch Gesang und Gitarrenspiel die Emotionen trotz des druckvollen Groove ebenfalls gut rüberbringt.
Beim abschließenden "Sick 'n' depraved" lassen die Australos kräftig den Boogie rocken und huldigen nochmal den großen Vorbildern.

Fazit: Bis zu Track 4 habe ich SISTER SWITCHBLADE als eigentlich völlig belanglose Scheibe abgehakt. Doch Tonk beweisen danach, dass sie doch auch richtig gute Rocker schreiben können, die den Hörer zu fesseln vermögen und auch live sicherlich gut fruchten.
Die Spielzeit von nur 37 Minuten ist natürlich zu bemängeln, und auch die im Booklet angegebene Website existiert nicht (mehr?), was etwas unprofessionell anmutet.
Die instrumentelle Leistung ist in Ordnung, und der Gesang von Jinks passt sich den Stücken gut an und bringt mal eine rotzige Rauheit, dann aber auch wieder eine recht gefühlvolle Performance mit sich. Kompositorisch müssen die Australier noch an der Konstanz arbeiten. Aber gerade meine Anspieltipps zeigen, dass sie das Songwriting doch drauf haben.
SISTER SWITCHBLADE ist jetzt noch nicht der große Wurf geworden, doch es ist sicherlich ein Werk, auf dem Tonk in Zukunft aufbauen können.

Anspieltipps:
 "Sister Switchblade", "Predator", "Stay" und "Stick with my Blood".

Tipp:
 Wer AC/DC, Rose Tattoo oder Krokus auf seiner Favoriten-Liste hat, sollte sich auch mal SISTER SWITCHBLADE zu Gemüte führen.

Titel-Liste:
 
  1. Redback
  2. Menage a Trois
  3. Golden Girl
  4. Libertine
  5. Sister Switchblade
  6. Needle in the Red
  7. Predator
  8. Looze yer Load
  9. Stay
  10. Stick with my Blood
  11. Sick 'n' depraved

Laufzeit:
 37:15 Min.

Band-Infos:
 
  • www.myspace.com/tonkrocks 


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