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Review: Torian
 
THUNDER TIMES

Album:
 THUNDER TIMES, 2009, DA Records

Stil:
 Heavy Metal, Power Metal

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 S.M., 20.02.2009

Review:
 Die Paderborner Band Torian wurde 2002 gegründet und spielt seit 2005 in der heutigen Besetzung zusammen. Durch Gigs im Vorprogramm von Bands wie Sabaton, Stormwarrior, Mercenary, Blaze oder Shakra konnten sich die Ostwestfalen schon einen gewissen Bekanntheitsgrad erspielen.
Im Jahre 2005 erschien ihr Debüt-Album DREAMS UNDER ICE, das in der Presse durchweg positive Kritiken erhielt. Veröffentlicht wurde es vom italienischen Label Undergroud Symphony. Am 23.01.2009 kam nun das zweite Werk THUNDER TIMES auf den Markt. Es wurde vom deutschen Indie-Label Sound Guerilla/DA Music released.
Das Line-Up besteht aus Marc Hohlweck (Gesang), Carl Delius (Gitarre), Alexander Thielmann (Gitarre), Bengt Kunze (Bass) und Manuel Gonstalla (Schlagzeug). Das musikalische Spektrum von Torian erstreckt sich von melodischem Power Metal über traditionellen 80er-Metal bis hin zu thrashigen Einflüssen.

Mit dem Intro "From Iceplains to black Storms" beginnt THUNDER TIMES erst etwas verträumt und leicht melancholisch, dann wird es energetischer und pompöser, bevor die Einleitung in "Headless Redeemers" übergeht, einen leicht old-schooligen Metal-Track mit eingängigem und zielgerichtetem Konstrukt und schön herausgestelltem Höhepunkt. Schon bei diesem Song macht sich Marc Hohlwegs markanter Gesang bemerkbar mit seinem rauhen aber trotzdem sehr warmen Timbre.
Bei "Flame of Mourning" wird noch ein Brickett mehr ins Feuer geworfen und eher dem Power Metal gefröhnt. Der Song erinnert mich ein wenig an Kompositionen von Rage und interessanterweise scheint Marc hier auch Peavy Wagner nachzueifern. Auch dieses Stück ist intelligent ausgearbeitet und lässt weder Energie noch Eingängigkeit vermissen. Auch das Solo beeindruckt mich.
Eine Schlachtenszene nach True-Metal-Manier leutet "Stormbringer" ein. Doch allzu true und klischeehaft wird es dann nicht, sondern die Paderborner bewegen sich hier lieber im melodischen Bereich des klassischen Metals. Der Song baut auf einem einfachen, aber effektiven Konstrukt auf, das in einen fast hymnischen Refrain mündet. Hohlweck kann diesen durch seinen Stimmklang und die Fähigkeit, Töne schön lange zu halten, auch perfekt ausreizen.
Ganz anders klingt sein Organ dann zu Beginn von "Dragonfire", da er hier erst in eine tiefere Stimmlage geht. An Variablität fehlt es Marc offenbar auch nicht. Der Song startet relativ verhalten, entwickelt sich dann aber zu einer flotten, durch zweistimmige Leads veredelte Melodic-Power-Metal-Nummer. Der Höhepunkt ist wieder hymnisch und schielt diesmal doch ganz leicht ins True-Metal-Lager. Das Zusammenspiel der Instrumente mutet perfekt an. Die Rhythmustruppe macht ordentlich Dampf, die Gitarren überzeugen durch die Riffs, die verspielten Intermezzi und die starken Melodien und über dem Song thront dieser unheimlich charismatische Gesang. Klasse!
Pausen zwischen den Stücken gehen gegen null, sodass dem Hörer kaum Zeit zum Verschnaufen bleibt. Der Titeltrack "Thunder Times" bringt viel Power und fast ein paar thrashige Anleihen mit ein. Der Rhythmus ist wuchtiger denn je, die Riffs knackig und der Gesang energetischer als zuvor. Lediglich beim Höhepunkt wird es wieder hymnischer. Beim Solo reagieren zwar die melodischen Lines, den dynamischen Vormarsch bremst dies aber nicht aus.
Bei "Burning the Gates" wird es melodischer und emotionaler. Dennoch darf man keinen allzu großen Balladen-Schnickschnack erwarten. Der Song wird von den Gitarren schon recht straight geführt, die Gefühle liegen vor allen Dingen in Marcs Stimme und den Melodielinien. Aber zumindest die Nackenmuskeln der headbangenden Hörer können sich nun etwas erholen.
span class="aktivrot">"Icefall" düste beim ersten Hören ohne Eindrücke an meinem Ohr vorbei. Zu stark arrangiert und aufgemacht waren die reichhaltigen Vorgängerstücke. Doch auch diese Nummer ist keineswegs schlecht. Sie ist vielleicht nur etwas zu stark an den typisch teutonischen Power-Metal-Vorbildern á la Gamma Ray und Konsorten orientiert.
Schon abwechslungsreicher und durchaus progressiv ausgearbeitet ist da "The dark Side". Die Intensitäten ändern sich ständig, so dass das Stück niemals langweilig wird. Dennoch dürfen sich Hooks zu Ende entwickeln, bevor ein Tempo- oder Rhythmuswechsel vorgenommen wird. Ich fühle mich von den Songstrukturen etwas an Kamelot erinnert. Der Höhepunkt thront wieder schön über der Komposition.
Beim Rausschmeißer, dem über zwölf Minuten langen "Eternal dreamless Sleep" lassen Torian dann noch mal alles Revue passieren, was ihr Album THUNDER TIMES auszeichnet: unterschiedliche Intensitäten, die hervorragend zusammengefügt und arrangiert werden, epische und intelligente Strukturen, eingängige Melodien, starke Instrumentalparts, einprägsame Gitarrenleads, unbändige Spielfreude und Power, sowie die fast unvergleichlichen Gesangsmerkmale mit den hervorragend ausgereizten Refrains und hymnischen Passagen.

Fazit: Torian liefern mit THUNDER TIMES ein Album ab, das äußerst professionell und abwechslungsreich ist. Es hat sich schnell in die Riege meiner Geheimfavoriten des Jahres 2009 gespielt. Ich hoffe, dass Torian mit diesem Werk noch mehr ins Rampenlicht treten und ihren Bekanntheitsgrad steigern können. Denn verdient haben sie es mit dieser Leistung ohne Zweifel.
Alle Musiker leisten hervorragende Arbeit und sind für dieses starke Album mitverantwortlich. Dennoch muss ich nochmal den sehr markanten Gesang von Marc Hohlweck mit seinem klaren Wiedererkennungswert und die technischen Finessen der Gitarristen hervorheben.
THUNDER TIMES ist einfach nur empfehlenswert und sollte meines Erachtens in keinem CD-Regal eines Anhängers des klassischen Heavy Metal oder des Power Metal fehlen.

Anspieltipps:
 "Headless Redeemers", "Stormbringer", "Dragonfire", "Thunder Times" und "Eternal dreamless Sleep".

Titel-Liste:
 
  1. From Iceplains to black Storms (Intro)
  2. Headless Redeemers
  3. Flame of Mourning
  4. Stormbringer
  5. Dragonfire
  6. Thunder Times
  7. Burning the Gates
  8. Icefall
  9. The dark Side
  10. Eternal dreamless Sleep

Laufzeit:
 59:08 Min.

Band-Infos:
 
  • www.torian-legion.de 


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