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Review: Torture Squad
 
HELLBOUND

Album:
 HELLBOUND, 2008, SPV

Stil:
 Thrash Metal

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 S.J., 25.04.2008

Review:
 Torture Squad kommen aus Brasilien und teilen ihre wieder erstarkte Freude am Thrash Metal mit vielen anderen, unbekannteren Bands und Fans weltweit. A propos "unbekannt": Waren mir Torture Squad bislang nur namentlich durch ihre Erwähnung in der Dankesliste von Krisiun CD-Booklets bekannt, kann ich mich anhand ihres neuen Albums HELLBOUND nun auch mal von den musikalischen Qualitäten überzeugen.

"MMXII" beginnt völlig anders, als man es von einem Thrash Metal Album aus Brasilien erwarten würde. Es wird nicht gleich losgeballert, sondern man setzt dem Hörer zunächst ein mehrminütiges Synthie-Intro vor. Im Verlauf gesellt sich dann auch eine Gitarre hinzu und bringt anhand der mitgespielten Melodieläufe erstmals eine Prise Metal mit hinzu.
"Living for the Kill" startet daraufhin aber voll durch: Abgehackte Stakkato Riffs, ein paar Riff durchsetzte Breaks und auf geht's in altbekannter Thrash-Manier. Die ist allerdings recht abwechslungsreich gestaltet. Torture Squad rumpeln sich nicht geradlinig durch die Songs, sondern greifen auf eine Vielzahl von Riffs zurück ohne an Eingängigkeit einzubüßen. Für die sorgt nämlich allein schon der Chorus, wenn man ihn denn so nennen darf.
"The Beast within" legt noch einen Zahn zu. Um einiges schneller, aber auch noch öfter von Breaks unterbrochen wirkt der Song aufwühlend und auch etwas arg hektisch. Allerdings beherrschen die Brasilianer ihr Handwerk zweifellos. Auch die, im Vergleich zu anderen Bands aus selbigem Sektor, überraschend melodisch gehaltenen Soli tragen ihren Teil dazu bei dass "The Beast Within" eine gelungene Thrash-Granate geworden ist.
"The Fall of Man" besticht nach den üblichen Anfangsriffs mit tieferem Gesang und auch einem Double-Bass Einsatz, den man in der Art sonst eher von Death Metal Bands gewohnt ist. Spätestens wenn die Band dann aber in den Half-Time Part geht um in's anschließend wieder fixere Solo überzugehen, besteht kein Zweifel mehr, was man hier gerade zu hören bekommt.
Seinem Namen alle Ehre macht im Anschluss "Chaos Corperation". Waren bei Torture Squad schon in vorigen Songs gewisse Tendenzen in dieser Richtung auszumachen, driftet dieser Song am Anfang wirklich nahezu in's chaotische ab. Da werden innerhalb von einer geschätzten halben Minute zig Riffs verbraten, man geizt nicht mit Wah- Einsatz und spielt sogar exakt einen einzigen Akkord im ganzen Song im cleanen Sound. Hat man als Hörer dieses später sogar textlich erwähnte "Total Chaos" aber überstanden, erwarten einen ein ganz paar klasse Riffs, ganz im Stil der vorangegangenen Songs.
"Man behind the mask" wird mit einem kurzen, ich vermute mal Filmzitat eingeleitet, welches daraufhin von monotonem Double-Bass Geballer abgelöst wird. Trigger sind ja hin und wieder was feines, hier driftet mir der Sound aber zu stark in Richtung Drumcomputer ab. Da hätte man sicher mehr draus zaubern können.
"Cyberwar" beginnt mit thrashtypischen Midtempo Riffs. Die E-Saite schrabbelt ordentlich und der Durchschnittsheadbanger sollte mehr als zufrieden nicken. Im Laufe der Zeit kommt auch das Schlagzeug in Fahrt. Schönes Ding, und entgegen dem Titel glücklicherweise ganz in Old-School Manier gehalten.
"Twilight for all mankind" beginnt mit einem lang gezogenen, melodischen Intro, welches auch gänzlich akustisch dargeboten später noch mal wiederkehrt. Dass dazwischen gnadenlos geknüppelt wird, versteht sich. Alles in allem, gerade durch den starken orientalischen Touch der Melodie wohl der abwechslungsreichste und auch stärkste Songs des Albums.
Ihre Vielseitigkeit beweisen Torture Squad auch im anschließenden, klassisch orientierten Akustik-Gitarren Stück "The four winds".
Zum Abschluss des Albums wartet mit dem Titelsong noch einmal ein langer, sich in seiner Intensität zunehmend steigernder Song.
uf weitere Geschwindigkeitsrekorde wird verzichtet, aber auch als stampfende MidTempo Nummer ist "Hellbound" ein guter, langer Titeltrack und gelungener Abschluss des Albums.

Fazit: HELLBOUND ist ein gelungenes, typisches Thrash Metal Album, das aber auch auf weniger klassische Elemente zurückgreift und insgesamt verdammt vielseitig ausfällt. Das klingt meistens frisch und abwechslungsreich, an manchen Ecken aber dann doch zu hektisch und chaotisch. Grundsätzlich aber ein durchaus hörenswertes Album, und wem Legion of the Damned bisweilen zu langweilig sind, aber dennoch auf Double Bass und gute Riffs steht, sollte hier ruhig mal ein- oder auch zwei Ohren riskieren.

Titel-Liste:
 
  1. MMXII
  2. Living for the Kill
  3. The Beast within
  4. The Fall of Man
  5. Chaos Corperation
  6. Man behind the Mask
  7. Cyberwar
  8. Twilight for all mankind
  9. The four Winds
  10. Hellbound

Laufzeit:
 52:05 Min.

Band-Infos:
 
  • www.torturesquad.com.br 


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