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Review: Tracy Gang Pussy
 
NUMBER 4

Album:
 NUMBER 4, 2009, Apokalypse

Stil:
 Punk Rock

Wertung:
 4,5 von 7
4,5 von 7 Punkten
 J.G., 18.04.2009

Review:
 Was haben Glowsun, Peach f.l.t., No Return und Tracy Gang Pussy gemeinsam? Nun, bevor die Alben zum Testen auf meinem Tisch landeten, waren mir diese Bands, die gänzlich aus Frankreich stammen, völlig unbekannt. Umso erstaunter war ich, was unsere Nachbarn inzwischen an Vielfalt und Qualität zu bieten haben. Gerade die letztgenannten Tracy Gang Pussy mit ihrem 4. Album mit dem bezeichnenden Titel NUMBER 4 sind eigentlich schon seit einigen Jahren im Geschäft, haben es aber bisher nicht geschafft mit ihrem Bekanntheitsgrad zu skandinavische Vorzeige-Atlethen, wie The Hellacopters oder Glucifer aufzuschließen. Daran konnten scheinbar auch Supportacts für AFI, Backyard Babies, Blink 182 oder Millencolin nichts ändern.

Einerseits ist das irgendwie nicht so ganz nachvollziehbar, denn musikalisch können die vier Franzosen 8-Balled, Lucky, Revlon und Suicide ohne weiteres mithalten, aber andererseits bieten sie eben auch nichts wirklich Neues. Es dominieren die Gitarren und der Gesang, egal ob Solo oder im Chor, das Tempo ist meist forciert und gleichbleibend, bis auf ein paar Ausnahmen, wie den fetzigen Opener "I got to move on to be Free", "Dreaming" mit durchaus packendem Riffing und dem Schlusstitel: "I don't believe in Happiness anymore".
Unter dem Strich ist das aber zu wenig, auch wenn das moderne "Miss Negativity" durchaus Radiotauglichkeit besitzt oder "No Escape" und "I have a Wish" leicht verdaulich und gefällig daher kommen.

Theoretisch haben sie auch nichts falsch gemacht. Da wird wirklich eine große Bandbreite abgenudelt und manche Riffs oder Refrains sind griffig und in jedem Fall 100% partytauglich. Nicht zu vergessen, haben manche Songs noch eine gehörige Portion Sleaze verordnet bekommen, was jedoch meist nur wenig zur Dauerhaftung in den Gehörgängen beitragen kann. Dazu hat man das Meiste bereits dutzende Male von Skandinavischen Bands gehört und sich dabei gegen nahezu jede Punk-Attacke wappnen können. Dementsprechend zündet bei mir leider der Spruch der Promo-Abteilung nicht so, wie vielleicht beabsichtigt: "Versteckt eure Töchter, versteckt eure Freundinnen und deren Schwestern, die Sleaze Invasion rollt auch in eure Stadt!" Das mag daran liegen, dass ich verheiratet bin, mir deshalb eine Freundin sparen kann und auch keine Tochter habe.

Nein, eigentlich liegt es daran, dass ich "echten" Sleaze lieber bei Bands wie Mötley Crüe oder Velvet Revolver tanke und die Tagesform über die Punk-Richtung entscheidet.

Fazit: Auch wenn das Review vielleicht etwas schärfer klingt, als beabsichtigt, so kann man den Franzosen in jedem Fall einen hohen Spaßfaktor und eine blitzsaubere handwerkliche Leistung bescheinigen. Mit Sicherheit sind auch die Live-Auftritte ein Augen- und Ohrenschmaus, aber damit erschöpfen sich dann auch die Argumente unbedingt die Franzosen-Ware zu konsumieren und alle übrigen Punks in den Regalen stehen zu lassen.

Anspieltipps:
 "I got to move on to be Free", "I have a Wish", "Teenage Years" und "I don't believe in Happiness anymore"

Tipp:
 Punk- und Sleaze Rock-Fans sollten sich die Franzosen auf alle Fälle genauer anhören, denn auch "bekannte Muster" können unterhaltsam sein.

Titel-Liste:
 
  1. I got to move on to be Free
  2. No Escape
  3. Miss Negativity
  4. I have a Wish
  5. Dreaming
  6. Wide open to the World
  7. Let's burn this City dDown in Flames
  8. You dragged me down
  9. Teenage Years
  10. Remain
  11. We're drowing in Pavements
  12. I don't believe in Happiness anymore

Laufzeit:
 42:59 Min.

Band-Infos:
 
  • www.tracygangpussy.com 


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