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Review: Tricky Lobsters
 
DEAD MAN'S BALL

Album:
 DEAD MAN'S BALL, 2007, Abandon Records

Stil:
 Rock'n'Roll, Heavy Rock

Wertung:
 6,5 von 7
6,5 von 7 Punkten
 J.G., 26.07.2007

Review:
 Es ist immer wieder erstaunlich, dass der Rock'n'Roll noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Und dies stellen die vier Hummer aus Rostock mit ihrem neuen Album DEAD MAN'S BALL einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis. Dabei ist das Rezept so einfach und funktioniert auch noch nach 50 Jahren. Man garniere fette Riffs mit eingängigen Refrains und verrühre dies auf höchster Stufe zu einer Gute-Laune-Mischung, wie sie nur Vollblut-Rocker abliefern können.

Bereits der Opener "Tailgunner" zeigt das Potenzial der Truppe recht überzeugend. Mit flotten Gitarren-Riffs herrscht sofort die richtige Party-Stimmung bei der man am liebsten nach der Luftgitarre und dem Mikro greifen möchte um gehörig abzurocken und mitzugölen. Ein Gitarren-Riff jagt das nächste ohne dabei eingängige Refrains zu vernachlässigen. Nahezu übergangslos wird das Rezept auch bei "Flesh & Bone" fortgeführt.
Für "Devil's Disco" wird schon mal das Riffing von Größen wie Rose Tattoo übernommen um im folgenden sogar auf einige Funky-Elemente zurückzugreifen. Obwohl dies auf den ersten Blick nach Stückwerk klingen mag, braucht man dies nicht zu befürchten, denn die Hummer haben daraus einen weiteren wohlschmeckenden Cocktail kreiert.
Was darf man wohl bei einem Song mit dem "Rock'n'Roll" erwarten? Richtig, genau den selbigen. Hier gibt es keine Experimente sondern pure Energie und Spielfreude, wie man sie auch von anderen Bands wie Gun Barrel und Co. erwarten darf.
Bei wem sich schon jetzt die ersten Schweißflecken unter den Achseln abzeichnen, der kann bei dem Titelsong "Dead Man's Ball" etwas verschnaufen, auch wenn es schwer fallen wird, sich dem zwingenden Groove zu entziehen und die Aktivitäten zumindest auf Mitnicken beschränken wird.
Das war's dann auch schon mit dem Verschnaufen, denn von "Lend a Hand to the Man" über "I want" und "King of the Jungle" wird wieder kontinuierlich an der Temposchraube gedreht, sodass sich spätestens bei "Mr. Kill" auch beim trainiertesten Rocker die ersten Keuchlaute einstellen werden. Starken Rauchern wird wohl schon vorher die Puste ausgehen. Und wir habe erst etwas mehr als die Hälfte hinter uns.
Eines der Highlights ist "Three Cheers for the Sinners", dessen Refrain man schwerlich wieder aus dem Gehörgang verbannen kann und von der ersten Note an zum Abfeiern einlädt. Für die richtige Saloon-Stimmung sorgt dabei auch eine Western-Gitarre und jede Menge fette Chöre.
Ähnlich wie der Titelsong schaffte es auch "One of these Days" mit seinem Groove selbst die bereits unter Luftmangel leidenden von den Stühlen zu jagen und einfach mitzuspringen.
Weniger dicht instrumentell ausgestattet aber noch deutlich zu schnell für eine Power-Ballade, sorgt das Ramones-Cover "Poison Heart" dafür, den Puls wieder auf Normalgeschwindigkeit zu senken. Hier behält auch eine der wenigen Male Staff Sarge am Mikro die Oberhand.
Wer immer noch auf eine Ballade hofft, dem sei schon jetzt gesagt, auch mit "No Sorries", "Get out & get some" und dem abschließenden "Disarray Day" wird der Highspeed- Rock'n'Roll-Kurs konsequent beibehalten - und das ist auch gut so.

Fazit:Wer in den letzten Jahren dachte, der Rock'n'Roll wird nur in Ländern wie Schweden gepflegt, wo sich gleich Dutzende Bands wie The Hellacopters, Backyard Babies, Crucified Barbara, Glucifer, Psychopunch, Dollhouse oder Hardcore Superstar dem Markt teilen, der sei nun eines Besseren belehrt. Tricky Lobsters können hier locker mithalten und bieten stellenweise deutlich mehr Abwechslung und Ideenreichtum. Leider habe ich keinen 100%igen Ohrwurm gefunden, was jedoch den Hörgenuss insgesamt betrachtet, kaum trübt.
Wem irgendwann auch der oftmals künstliche Garagensound der erstgenannten Bands auf den Wecker geht, der bekommt mit DEAD MAN'S BALL ein blitzsauber und druckvoll produziertes Album. Und so kann ich mich abschließend nur dem bandeigenen Tipp anschließen und jedem raten: "Play it loud!"

Tipp:
 Wer Rock'n'Roll energiegeladen, druckvoll und schnörkellos liebt, kann hier bedenkenlos zugreifen.

Titel-Liste:
 
  1. Tailgunner
  2. Flesh & Bone
  3. Devil's Disco
  4. Rock'n'Roll
  5. Dead Man's Ball
  6. Lend a Hand to the Man
  7. I want
  8. King of the Jungle
  9. Mr. Kill
  10. Three Cheers for the Sinners
  11. One of these Days
  12. Poison Heart
  13. No Sorries
  14. Get out & get some
  15. Disarray Day

Laufzeit:
 46:00 Min.

Band-Infos:
 
  • www.trickylobsters.de 


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