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Review: Trillium |
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Album:
Stil:
| | Symphonic Metal, Alternative Rock, Gothic (Metal) |
Wertung:
| |  4,5 von 7 Punkten | | V.R., 17.01.2012 |
Review:
| | Amanda Somerville ist in der Szene nun wahrlich keine Unbekannte mehr, was an ihren Tätigkeiten als Gastsängerin bei Bands wie Epica oder Avantasia ebenso liegen dürfte wie an ihrer Teilnahme an der Metal-Oper AINA und am Kiske-Duett-Album. Mit Trillium hat sie nun aber gemeinsam mit anderen mehr oder weniger bekannten Szene-Größen wie Sascha Paeth, Olaf Reitmeier, Robert Hunecke, Simon Oberender und Miro Rodenberg ein Projekt gestartet, bei dem allein ihre Person beziehungsweise ihre markante Stimme vollständig im Mittelpunkt steht. Wer nun vermutet, dass sie sich mit ihren Mitmusikern dem epischen Symphonic Metal verschrieben hat, der liegt damit nur teilweise richtig. Zwar schimmert bei vielen Songs durchaus einiges an Symphonic-Bombast durch, doch viele der Titel auf dem Debüt-Album ALLOY sind überraschend rockig arrangiert. ALLOY ist damit nicht eindeutig einem bestimmten Untergenre zuzuordnen, was aber ja gar nicht verkehrt sein muss – wenn denn die musikalische Qualität stimmt. Von nichts kommt nichts, dementsprechend folgt nun der genauere Blick auf das Werk.
Die musikalische Marschrichtung legt bereits der Opener "Machine Gun" vor. In der musikalischen Schnittmenge zwischen Rock- und Metal-Elementen treffen knackige Gitarrenriffs und Amandas erhabene, nie opernhafte oder gar in den Träller-Bereich abdriftende Stimme auf eine erfreulich erdige musikalische Basis, bei der Keyboards bestenfalls eine Nebenrolle einnehmen. Dabei gehen die Musiker überraschend modern zu Werke und erinnern damit deutlich an Bands wie Evanescence. Nur eines haben sie leider vergessen – nämlich die interessanten Melodien.
"Coward" geht in eine ähnliche Richtung, nur gesellen sich hier zusätzlich noch deutlich vernehmbare Keyboards hinzu, was dem Song eine zu gleichen Teilen symphonische als auch rockige Note verleiht. Dadurch klingt die Musik der Band erfrischend eigenständig und lässt sich nur schwer mit den Werken der typischen Symphonic Metal-Interpreten wie Within Temptation vergleichen. Diese Eigenständigkeit ist es, die den Song deutlich aus der Masse hervorstechen lässt.
Bei "Purge" werden die Keyboards stark in den Hintergrund gemischt, dementsprechend bieten Trillium hier wieder einen deutlich trockeneren Sound. Leider fehlt dem Titel die eine oder interessante Melodie, doch zumindest Amandas Stimme hievt den Song etwas übers Mittelmaß hinaus.
Waren die bisherigen Songs hauptsächlich im Midtempo angesiedelt, schalten Trillium bei "Utter Descension" einen Gang zurück. Den Hörer erwartet eine dezent symphonisch angehauchte Halbballade, der leider der letzte Schliff fehlt, da weder Aufbau noch Melodien vollends überzeugen können.
Symphonisch angehauchten Metal in schleppendem Tempo bieten Trillium bei "Bow to the Ego". Zur musikalischen sowohl rockigen als auch symphonischen Basis gesellt sich hier auch noch eine Prise Gothic Metal. Das klingt in der Theorie zwar hochinteressant, doch fällt diese Mischung etwas krude aus und lässt erneut die eingängigen Melodien sowie auch die musikalische Spannung vermissen.
Regelrecht straight und fast schon dark-rockig geht die Band bei "Mistaken" zu Werke. Hier zeigen die Musiker eine weitere Facette ihres Schaffens und erinnern dabei ein wenig an Bands wie HIM. In Kombination mit Amandas stets über jeden Zweifel erhabenes Gesangsorgan ergibt das eine sowohl sehr interessante als auch eingängige Mischung. Somit gelingt es der Band hier endlich wieder, einen durchweg überzeugenden Song abzuliefern.
Ein überaus symphonisches einminütiges Intro wird bei "Scream it" vorausgeschickt, ehe die Gitarren und – Überraschung – männliche Vocals ertönen. Neben Amanda Somerville gibt es hier nämlich auch das markante Organ von Jorn Lande zu hören und – so viel sei gesagt – die beiden harmonieren sehr gut miteinander. Es ist besonders diese Gesangskombination, die den Song zu einem der besseren Titel des Albums werden lässt.
Das durchweg in gemäßigtem Tempo gehaltene "Justifiable Casualty" weist balladeske Züge auf und erinnert in Stil und Aufbau ein wenig an den einen oder anderen Evanescence-Titel. Im Refrain klingt der Song dann aber erfrischend eigenständig, da Trillium hier mit Akustikpassagen und üppiger Keyboard-Melodien einen geschickten Kontrapunkt setzen.
Einen Fall für die Skip-Taste stellt das unmelodische, spröde arrangierte "Path of least Resistance" dar, da es der Band hier zu keinem Zeitpunkt gelingt, Interesse beim Hörer zu wecken.
Erneut kommen auch bei "Into the Dissonance" Erinnerungen an Evanescence auf, doch herrscht hier darüber hinaus leider nur gepflegte Langeweile, die lediglich im halbwegs interessanten, keyboardunterlegten Refrain kurzzeitig durchbrochen wird.
"Slow it down" lautet der Name des nächsten Songs, welcher durchaus zutrifft, da Trillium hier sowohl Tempo als auch Härte deutlich runterfahren und dem Hörer eine wunderschöne, sehr romantische und zudem auch noch weitgehende kitschfreie Ballade präsentieren, die dem einen oder anderen einen Gänsehautschauer bescheren könnte.
Abschließend lässt die Band bei "Love is an Illusion" noch mal die Gitarren sprechen. Der abwechslungsreiche, zwischen Mid- und Up-Tempo-Passagen hin- und herpendelnde Rocksong stellt gegen Ende noch einmal ein echtes Highlight dar und übertrifft das qualitative Level vieler Songs der Platte – insbesondere zu Beginn – um Längen. Schade, dass der Band dies auf ALLOY nicht noch häufiger gelungen ist.
Fazit: Das Positivste an Trillium ist die erfrischende Eigenständigkeit der Band. Zwar klingen sowohl moderne Rockbands wie Evanescence als auch Symphonic Metal-Gruppen aus der Within Temptation-Ecke im Sound des Quintetts durch, doch wird der Schwerpunkt weder in der einen noch in der anderen Richtung gesetzt. Zudem umgibt einige der Titel auf dem Album ein dezenter Hauch Gothic Metal, was der Musik der Band schließlich vollends ihren eigenen Charme verleiht. Leider ist Eigenständigkeit zwar schon viel, doch bei weitem nicht alles, denn das musikalische Endergebnis sollte im besten Falle auch qualitativ hochwertig, eingängig und melodiös ausfallen, und das ist bei ALLOY leider nur teilweise – und in der entscheidenden ersten Hälfte des Albums sogar nur höchst selten - der Fall. Neben sechs starken Titeln, welche durch interessante Melodien, geschickte Keyboardeinsätze oder eigenständiges Flair durchaus überzeugen können, sind auf dem Album weitere sechs mittelmäßige bis schwache Titel enthalten, die zumeist schlicht uninteressant ausgefallen sind und im Idealfall übersprungen werden sollten. Dies ist im Falle von Trillium besonders schade, da die Band nämlich für ordentlich frischen Wind in der Szene sorgen könnte. Da hier aber gerade mal die Hälfte der Songs überzeugen können, kann für ALLOY leider keine uneingeschränkte Kaufempfehlung ausgesprochen werden. Insgesamt klingt das jetzt nach einer Wertung genau in der Mitte – eine 3,5 also. Dass ALLOY in der Benotung aber trotzdem ein ganzes Stück besser weg kommen, liegt an der Aufwertung wegen Amandas stets passenden, überaus erhabenen Sangeskünsten. Somit könnte die Platte dank dieses Trumpfes im Ärmel doch noch dem einen oder anderen zusagen. Insofern sollten all jene, denen es nach eigenständigen, leicht symphonischen Klängen, irgendwo zwischen Rock und Metal angesiedelt, gelüstet, beim nächsten Besuch im Plattenladen einfach mal in das Album hineinhören. |
Anspieltipps:
| | "Coward", "Mistaken", "Scream it", "Justifiable Casualty", "Slow it down", "Love is an Illusion". |
Tipp:
| | Fans von Evancescence könnten sich ebenso für ALLOY interessieren wie Symphonic Metal-Liebhaber, da Trillium beide Lager auf dem Album bedienen – sechs mal in sehr guter, sechs mal in mäßiger bis schwacher Form. |
Titel-Liste:
| | - Machine Gun
- Coward
- Purge
- Utter Descension
- Bow to the Ego
- Mistaken
- Scream it
- Justifiable Casualty
- Path of least Resistance
- Into the Dissonance
- Slow it down
- Love is an Illusion
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.amandasomerville.com  |
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