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Review: Tripping Horse
 
TRIPPING HORSE

Album:
 TRIPPING HORSE, 2007, Poison Tree

Stil:
 Alternative Metal

Wertung:
 4,5 von 7
4,5 von 7 Punkten
 M.K., 17.08.2007

Review:
 Die zwei Jungs und zwei Mädels von Tripping Horse aus dem schönen Österreich sind schon weit gekommen: Eine zehntägige Tour durch Guatemala wurde in Angriff genommen und direkt im Anschluss kam es in Los Angeles zu den Aufnahmen ihres Debütalbums TRIPPING HORSE. Kurz darauf unterzeichnete die Band einen Vertrag bei Poison Tree Records, wo unter anderem auch Fu Manchu beheimatet sind.

Begonnen wird mit einem 21 Sekunden langen "Intro", welches sehr professionell daher kommt. Könnte aus einem World Wrestling Entertainment- oder Horrorfilmtrailer sein: Ein Mann erzählt mit düsterer Stimme ein paar kurze Sätze, bis ein Riff einsetzt.
Dieser geht direkt in "Why" über. Tribalartiges Drumming setzt ein, bis Frontmann und Gitarrist Manuel Leal-Garcia mit seiner tiefen Stimme einsetzt. Doch im Refrain gibt es zweistimmigen Gesang, welcher von Manuel und der zweiten Gitarristin Antonia Zernatto dargeboten wird. Hört sich sehr gut an und steht im Kontrast zum eher Thrash-lastigen, leicht an Soulfly erinnernden Strophenmaterial. Der Refrain ist dagegen sehr poppig und wird zum Ende des Songs durch ein sehr kurzes Gitarrensolo aufgewertet. Kann überzeugen. Das Ende des Songs erinnert dagegen stark an System of a Down. Kurz darauf ist das gute Stück vorbei.
Weiter geht es mit der ersten Single der Combo, "Cocaine". Mit diesem Stück hat die Band schon den kanadischen Cravefest Music Video Award gewonnen. Wieder einmal wird weiblicher mit männlichem Gesang gemischt. Dieses Stück erinnert etwas an Gruppen wie Queens of the Stone Age, eine leicht bekiffte Stonerstimmung macht sich breit. Auch in diesem Stück wechseln sich Melodie und Aggression wunderbar ab, gemischt mit einem ordentlichen Drive. Langeweile kommt in diesem Stück nicht auf.
Als viertes Lied folgt "The burning Sky". Dieses Stück beginnt langsam und mit der rauen Stimme von Leal-Garcia, während im Hintergrund geschickt ein Spannungsbogen aufgebaut wird. Dieser wird bis zum äußersten gespannt und explodiert in einem langsamen, aber groovenden Riff, der extrem an System of a Down erinnert. Der Song bleibt nun recht ruhig, behält jedoch eine bedrohliche Grundstimmung bei. Überzeugen kann die Bridge, hier erinnert Manuel teilweise an Peter Tägtgren in manchen Pain-Songs. Kurz darauf ist auch schon Schluss.
Mit einem an Panic! At The Disco erinnernden Jahrmarkt-Sound startet das nachfolgende "Russian Party". Dies ist wohl als Interlude zu verstehen und noch 51 Sekunden beendet. Der Sinn der Sache bleibt mir leider verbogen.
Tripping Horse legen nun mit "Mayday" wieder los. Der abgehackte Gesang in den Strophen könnte auch von Wayne Static stammen, während im Refrain wieder zweistimmiger Gesang vorherrscht. Leider gehen die Vocals hier etwas unter, dafür sidn die Gitarren zu stark in den Vordergrund gemischt. Dennoch ist Ohrwurmpotential erkennbar, die Gesangslinie kann einiges. Mit 02:58 Minuten ist der Song etwas kurz, kann jedoch überzeugen. Keine Langeweile ist hier garantiert.
Mit einer verspielten Gitarrenmelodie startet das siebte Stück des Albums, "Frightened out of Heaven". Ein harter Riff, kombiniert mit Bass und Drumming mischt sich in die Melodie. Kurz darauf setzt Manuels Stimme ein, und der Song geht in die Thrash Metal-Richtung. Dann geht es mit dem, wie gewohnt zweistimmigen und ruhigeren, Refrain weiter. Sehr abwechslungsreiches Songwriting gibt es hier zu bestaunen. Irgendwo zwischen Bullet for my Valentine, Folklore, System of a Down und Soulfly liegt dieser Song. Komische Mischung, kommt aber ungefähr hin.
Sehr ruhig beginnt "Warchild". Nach kurzer Zeit mischen sich jedoch die Drums und ein Riff dazu, bis sich ein Mid Tempo-Song mit Synthesizern im Hintergrund herauskristallisiert. Wieder einmal sinnvolles Songwriting mit einem sehr guten Refrain. Insgesamt ein etwas ruhigeres Stück mit verzweifelt klingenden Vocals.
Mit marschierenden Truppen startet "A.A.O.W.". Wieso am Anfang groß "Here we go!" getönt wird und dann ein recht Mid Tempo-lastiger Teil mit unmotiviert klingenden Vocals beginnt? Keine Ahnung. Zwischendurch versucht sich Manuel als Army-Drill Sargeant, bis es mit den eher ruhigeren Parts weiter geht. Der Refrain kann zwar überzeugen, jedoch ist "A.A.O.W." in meinen Augen der schwächste Song auf TRIPPING HORSE.
Schön rockig und schnell geht es in "La Pistola" zur Sache. Im ersten Moment erinnert Manuels Stimme an Lemmy Kilmister, während der Song das gescheite Tempo beibehält. Zwischendurch wird sich stark bei den Queens of the Stone Age bedient, vor allem beim Riff im Refrain. Live sollte dieser Song durch das angenehme Tempo jedoch funktionieren und für ordentlich Bewegung vor der Bühne sorgen.
An Motörhead erinnernd ist auch der Beginn des nachfolgenden Songs, "Redemption". Doch schon nach wenigen Momenten wird das Tempo gedrosselt und eine ruhige Strophe beginnt. Nachdem sich Leal-Garcia und Zernatto ein Gesangsduell leisten, geht es kurzzeitig schneller weiter. Leider wird hier nicht viel Wert auf Druck hinter den Gitarren gelegt. Nachdem das Ganze wiederholt wurde, geht es mit einer ruhigen Bridge weiter, bis noch einmal das Tempo angezogen wird. Dann ist auch schon, nach 02:45 Minuten Spielzeit, Ende.
Der letzte Song auf dem selbstbetitelten Debüt nennt sich "Try". Auch hier setzt die Band im Refrain voll auf den Ohrwurm, der sich unaufhaltsam in den Gehörgang wühlt. Der Gesangsstil und das Songwriting in den Strophen erinnert jedoch wieder an System of a Down. Ein guter Song als abrundender Abschluss des Debüts.

Fazit: Tripping Horse legen ein fast perfekt produziertes Werk auf den Tisch. Nur ab und an, wie im Refrain von "Mayday", passt die Abmischung nicht hundertprozentig. Ansonsten kann das geradlinige und konsequente Songwriting überzeugen, viele Refrains bleiben im Kopf hängen.
Allerdings muss die Band noch etwas an der Eigenständigkeit arbeiten. Viele Riffs und Songideen erinnern einfach zu stark an Größen wie System of a Down und die Queens of the Stone Age. Auch Kyuss scheinen hier und da mal in den Songwritingprozess eingegriffen zu haben.
Unterm Strich bleibt ein überzeugendes Debüt, welches sich zwischen den Eckpfeilern Thrash, Stoner, Rock und Alternative Metal bewegt.

Tipp:
 "Why", "Cocaine" und das abschließende "Try" können durchaus hervorgehoben werden.

Titel-Liste:
 
  1. Intro
  2. Why
  3. Cocaine
  4. The burning Sky
  5. Russian Party
  6. Mayday
  7. Frightened out of Heaven
  8. Warchild
  9. A.A.O.W.
  10. La Pistola
  11. Redemption
  12. Try

Laufzeit:
 33:11 Min.

Band-Infos:
 
  • www.trippinghorse.com 


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