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Review: Truckfighters
 
MANIA

Album:
 MANIA, 2009, Fuzzorama

Stil:
 70th Rock, Fuzz Rock

Wertung:
 3,5 von 7
3,5 von 7 Punkten
 J.G., 13.06.2009

Review:
 Schweden gehört genauso wie seine skandinavischen Nachbarn trotz geringer Bevölkerungsdichte zu den tragenden Institutionen in Sachen harter, härterer und heavy Kost. Da bilden Truckfighters keine Ausnahme und reihen ihr inzwischen drittes Album MANIA nahtlos ein in den bunten nördlich gelagerten Bandreigen. Die Schweden haben sich dabei zur Aufgabe gemacht, den ollen Kamellen der 70er mit jeder Menge Fuzzy-Elementen und tief wummernden Basements neues Leben einzuhauchen. Sie können dabei auf einige Tourerfahrungen zurück blicken, die durchaus auf dem Album einige Spuren hinterlassen haben. Zwei Europa-Tourneen mit Fu Manchu gehörten dabei sicherlich zu die Highlights der Band. Wieviel es davon auf das Album geschafft hat, bleibt nun zu beurteilen.

Wüsste ich es nicht bereits besser, so hätte mich der etwas arg antriebslose Opener "Last Curfew" auf einen völlig falschen Dampfer aufspringen lassen. Abgesehen von den zeitweilig hart und verzerrt aufblitzenden Gitarren bleibt der Rest recht tief in experimentell angehauchter Alternativkost stecken, ohne sich so recht entwickeln zu wollen. Abgesehen von ein paar forciert walzenden Zwischenspurts bleibt die Sache recht belanglos im Schlot des dahin dümpelnden Dampfers stecken.
Ganz anders das nachfolgende "Monte Gargano", das genauso wie das spätere "Loose" sofort zur Sache kommt. Mit solider Basisarbeit schrubben die verzerrten Gitarren mal dezent, mal forsch und sorgen gemeinsam mit dem bestechenden Groove für Wohlgefühl im Gehörgang.
Druckvoller Galopp, Gitarrenverzerrer am Anschlag und eine etwas zurückhaltende Gesangslinie zeichnen den Song "The New High" aus, der seinem Namen nicht gänzlich gerecht werden kann, jedoch konsequent an vorderster Front der aufgetürmten Retro-Rock-Welle dahin gleiten kann.
Obwohl "Majesic" erst spät das Düsenaggregat zündet, ist der Verlauf deutlich klarer, als bei dem Opener und ein Hauch der legendären Kyuss weht am Zuhörer vorbei. Letztendlich fehlen jedoch ein paar gefällige Ideen, die dem Song den letzten Pepp verleihen würden.
Welches "Monster" die Truppe hier geritten hat, kann ich leider auch nicht sagen, aber Akustikgitarren gepaart mit verbaler Schlafwagen-Romantik ist nicht gerade das, was ich als Start erwartet hätte. Da ändern auch die temporär überschaubaren härteren E-Gitarren recht wenig.
Aber es geht noch ein Stückchen tiefer, denn "Con of Man" ist außer einer etwas konfusen Aneinanderreihung von Riffs ziemlich belanglos und versprüht so gar keine überzeugende Atmosphäre. Ein Glück, dass mit dem bereits erwähnten "Loose" ein recht passabler Song folgt, denn sonst wäre kaum noch Motivation für die Schlussrunde geblieben.
So jedoch bekommt auch "Blackness" die Chance einer angemessenen Würdigung und kann zumindest einen soliden, wenn auch nicht herausragenden Schlusspunkt setzen.

Fazit: Einige gute Ansätze verleihen dem Album durchaus Qualitäten für ein kurzweiliges Vergnügen, denn die Hälfte der Songs lässt sich gut konsumieren und überzeugen mit ihrer Überdosis an alternativ angehauchtem Retro-Feeling. Es gehört aber einfach etwas mehr dazu, als verzerrte Gitarre, ein paar Fusion-Elemente und cooles Auftreten. Zumindest bei mir ist auch nach mehrmaligem Durchhören noch kein Funke übergesprungen, so wie bei Songs von Monster Magnet, Wolfmother, Kyuss oder gar Spiritual Beggars. Abgesehen davon habe ich aus Skandinavien schon bedeutendere Scheiben auf den Tisch bekommen.

Anspieltipps:
 Die Abrocker "Monte Gargano" und "Loose", aber auch das auf Kyuss wandelnde "Majestic".

Titel-Liste:
 
  1. Last Curfew
  2. Monte Gargano
  3. The New High
  4. Majestic
  5. Monster
  6. Con of Man
  7. Loose
  8. Blackness

Laufzeit:
 50:39 Min.

Band-Infos:
 
  • www.truckfighters.com 


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