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Review: Turisas
 
STAND UP AND FIGHT

Album:
 STAND UP AND FIGHT, 2011, Century Media

Stil:
 Epic Viking Metal, Symphonic Metal

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 S.M., 30.03.2011

Review:
 Turisas' THE VARANGIAN WAY hatte die seltene Ehre, von mir die volle Punktzahl zu erhalten. So bin ich recht gespannt, wie die Finnen daran anknüpfen können. Bandkopf Mathias "Warlord" Nygard stellte bereits im Vorhinein klar, dass STAND UP AND FIGHT gegenüber dem Vorgänger eine stilistische Weiterentwicklung sein würde – noch epischer, noch bombastischer und atmosphärischer. Die Geschichte der Waräger würde weitererzählt werden, doch in einem noch opulenteren Rahmen.

Eines wird jedenfalls schnell klar: STAND UP AND FIGHT ist ein Album, das massiv polarisieren wird. Schon wegen dieser orchestralen Marschrichtung werden sich die Spötter entsprechend pompöser Auftritte nicht zurückhalten können. Ebenso wird das Werk von Freunden eines episch-bombastischen Viking/Folk/Power Metal abgefeiert werden.
Da mir bereits THE VARANGIAN WAY sehr gut gefiel, sind diese Voraussetzungen für STAND UP AND FIGHT natürlich auch gegeben. Schon der Opener "The March of the Varangian Gard" geht mir mit seiner tollen Melodie und der orchestralen Begleitung bestens ins Ohr.
Doch selbst für meine epik-, symphonic- und bombastsüchtigen Gehörgänge, tragen Turisas bei "Take the Day!" fast ein bisschen zu viel auf. Hier fehlt einfach eine gute Hookline, und so wirkt der Song anfangs tatsächlich ein bisschen zugekitscht. Erst zum Ende hin, als es etwas energetischer wird, retten die Finnen das noch ein wenig.
"Hunting Pirates" knallt da mit leichtem Alestorm-Touch schon wieder wesentlich besser rein. Schön stimmungsvoll und vor allen Dingen hymnisch.
Bei "Venetoi! - Prasinoi" packen Turisas komplett die Orchesterkeule aus, doch da der Song mit seinem Heroen-Movie-Flair bestens darauf zugeschnitten ist, passt es hier sehr gut. Die Metalseite bleibt trotzdem stets präsent und ergänzt sich prima mit den symphonischen Elementen.
Der Titeltrack "Stand up and fight" ist auf diesem Album das Pendant zu "To Holmgard and beyond" von THE VARANGIAN WAY, also sozusagen die Mitgrölhymne schlechthin. Alleine wegen dieses Songs lohnt sich schon der Kauf des Werkes.
Bei "The great Escape" wird ziemlich viel gebündelt: Power, Bombast, fernöstliche Anleihen, Soudtrack- und Fantasyflair und natürlich ganz viel epische Atmosphäre, doch auch hier fügen Turisas genau die richtige Prise jedes Elements hinzu, um einen mitreißenden Song zu schaffen.
Die Melodie von "Fear the Fear" meine ich zum Teil schon mal auf THE VARANGIAN WAY gehör zu haben. Das schadet dem leicht progressiven und vielschichtigen Song aber gar nicht.
"End of an Empire" lebt anfangs stark von Nygards sehr charakteristischem Cleangesang, der hier schön viel Emotionalität ausstrahlt. Sehr überraschend ist ein neoklassisches Intermezzo, bevor dieser Track im weiteren Verlauf an Tempo, Energie und Bombast zulegt und mit einigen ungewöhnlichen Wechseln aufwartet. Sehr opulent ist das Finale und stellt jede Filmmelodie in den Schatten.
Apropos Finale: im abschließenden "The Bosphorus freezes over" setzen Turisas noch einmal stark auf die mehrschichtigen orchestralen Elemente, die mal dezent, mal pompös eingesetzt werden und umrahmt von tollen, erhabenen Chören das Album zu einem insgesamt stimmigen Ende geleiten.

Fazit: Ich muss zugeben, nach dem ersten Hördurchgang war ich ein bisschen enttäuscht, da gegenüber THE VARANGIAN WAY doch einiges anfangs ein bisschen orchesterüberfrachtet wirkt. Aber man hört sich dann schließlich schneller in die Materie rein als erst erwartet und stellt fest, dass das ganze Konzept doch stimmig ist. Und letztendlich ist STAND UP AND FIGHT doch ein starkes Album geworden, wenn es in meiner persönlichen Ansicht aber nicht ganz an seinen Vorgänger heranreicht.
Das Händchen für klasse Konstrukte, interessante Melodien und majestätische Augenblicke kann man Turisas wahrlich nicht absprechen. Man muss sich aber daran gewöhnen, das STAND UP AND FIGHT kein THE VARANGIAN WAY Part 2 geworden ist, sondern eine Weiterentwicklung mit einem noch höheren Augenmerk auf Bombast und Epik. STAND UP AND FIGHT hat oft etwas von einem Moviescore, und das ist von Turisas ja auch so gewollt.
Ich komme schließlich zu dem Entschluss, dass STAND UP AND FIGHT ein sehr gutes Album geworden ist, aber kein Kandidat für die Höchstwertung.

Titel-Liste:
 
  1. The March of the Varangian Guard
  2. Take the Day!
  3. Hunting Pirates
  4. Venetoi! - Prasinoi!
  5. Stand up and fight
  6. The great Escape
  7. Fear the Fear
  8. End of an Empire
  9. The Bosphorus freezes over

Laufzeit:
 46:17 Min.

Band-Infos:
 
  • www.turisas.com 

  • Probehören und Kaufen:
    Turisas: STAND UP AND FIGHT (Ltd.Ed.)

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