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Review: U.D.O. |
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Album:
Stil:
Wertung:
| |  6 von 7 Punkten | | S.M., 29.08.2009 |
Review:
| | Kaum ein anderer deutscher Leadsänger hat den Heavy Metal derart beeinflusst, wie die Ausnahmeröhre Udo Dirkschneider. Schon bei Accept drückte er nicht nur mit seinem Organ den Songs ihren Stempel auf, sondern er sorgte auch größtenteils für die dynamische Marschrichtung des Sounds. Nachdem er und die restliche Band musikalisch nicht mehr so recht übereinstimmten, stieg Udo aus und gründete sein Solo-Projekt U.D.O..
Nach einigen Startschwierigkeiten etablierte sich die Truppe schließlich und machte mit starken Alben auf sich aufmerksam, während parallel Accept den Bach runtergingen. Später stieß sogar mit Stefan Kaufmann noch ein ehemaliges Accept-Mitglied dazu, wenngleich er die Drumsticks gegen das Plektrum austauschte.
Nachdem vor einigen Wochen mit der EP INFECTED ordentlich Appetit gemacht wurde, ist nun die Scheibe da, mit der U.D.O. das Dutzend voll machen: DOMINATOR.
Neben Sänger Udo Dirkschneider und Gitarrist Stefan Kaufmann gehören anno 2009 noch Gitarrist Igor Gianola, Bassist Fitty Wienhold und Drummer Francesco Jovina zum Line-Up.
DOMINATOR beginnt mit "The Bogeyman", einem fetten Stampfer nach typischer U.D.O.-Manier. Der Rhythmus ist kräftig, das Gitarrenspiel druckvoll und der Aufbau zielgerichtet. Der Höhepunkt ist gut erarbeitet und erleichtert das sofortige Mitgröhlen. Ein etwas melodischer Part und ein inspiriertes Soli runden einen gelungenen Opener ab.
Der Titeltrack "Dominator" ist einen Ticken schneller und was das Gitarrenspiel angeht noch dynamischer. Auch hier haben wir ein straightes Konstrukt, wie wir sie sogar schon zu Accept-Zeiten kannten, das über eine intensive Bridge in einen starken, hymnischen Refrain mündet.
Noch etwas mehr an alte Accept-Zeiten erinnert mich "Black and White" mit einem recht behäbigem Aufbau, der sich dann allmählich dynamisiert und wieder in einen Höhepunkt gipfelt, der seiner Bezeichnung einfach nur gerecht wird. Das sind Metal-Hymnen, die man sofort mitsingen kann und die live die Meute mitreißen. Auch hier muss ich noch das Leadsolo hervorheben, das durch Virtuositäten zu begeistern weiß.
Die sehr straighte Power-Nummer "Infected", die ja bereits als vorab-EP ausgekoppelt war, ist Stoff für die Leute, die gerne ihre Matte schwingen. Der Rhythmus geht sofort ins Blut, das Gitarrenspiel ist variantenreich und der Refrain ist hymnisch wie eh und jeh.
"Heavy Metal Heaven" wird schon wegen seines Titels und des choralen Höhepunkts eine geile Live-Nummer werden. Man kann sich förmlich vorstellen, wie dazu die Arme kreisen und die langen Haare fliegen.
Gemäß seiner Bezeichung, mutet "Doom Ride" tatsächlich so ein wenig doomy an. Der Beat ist sehr kraftvoll, doch das Tempo eher verhalten. Es ist eine fette Walze, die sich da aus den Boxen pflügt und die Luft vibrieren lässt.
"Stillness of Time" beginnt mit dem Piano ganz besinnlich, bevor die Lead-Gitarre kurz in den Vordergrund treten darf. Danach beginnt ein ruhiger Aufbau, bei dem Udos emotionaler Gesang nur von Drums und Keys begleitet wird. Ab der Bridge wird der Sound etwas energetisiert, doch auch der Höhepunkt bleibt mit Einsetzen der Intrumentenpower gefühlvoll. Alles in allem eine schöne Halbballade, die trotz einer opulenten Dauer von über sechs Minuten nicht zu lange wird.
Unerwarteterweise wird man bei "Devil's Rendezvous" mit einem swingenden Rhythmus konfrontiert. Doch gerade solche Ausbrüche aus Standards zeichnen in meinen Augen starkes Songwriting aus. Der Track bleibt auch weiter so stimmungsvoll, doch die Mischung aus Swing und Metal ist einfach mitreißend und ragt dadurch aus dem Album heraus.
Bei "Speed Demon" wird dagegen wieder die ganz druckvolle Schiene gefahren, mit viel Power, straightem Konstrukt und flottem Takt. Der Höhepunkt ist klasse erarbeitet und thront schön über der wuchtigen Nummer. Und auch das vielseitige Solo ist wieder ein Ohrcatcher.
Bei "Whispers in the Dark" werden nochmal emotionale und vor allen Dingen nachdenkliche Töne angeschlagen. Ähnlich wie bei "Stillness of Time" dynamisiert sich der Sound so langsam, ohne jedoch die gefühlvoll-melancholische Seite zu verdrängen. Trotzdem hätte mir persönlich eine emotionale Nummer vollends gereicht.
Fazit: Dass es zwei Halbballaden gibt, ist aber das einzige, das ich auf DOMINATOR etwas kritisieren muss. Ansonsten zeichnet abwechslungsreiches und qualitativ hochwertiges Songwriting das inzwischen zwölfte U.D.O.-Full-Length-Album aus. Auch die technische Leistung ist einwandfrei, und Udo Dirkschneiders einzigartiges Organ weist auch nach über 30 Jahren im Metal-Business noch immer keine Ermüdungserscheinungen auf.
U.D.O. sind und bleiben weiterhin eine hochklassige Konstante im Heavy Metal. Das beweisen sie mit DOMINATOR wieder eindrucksvoll. Ich hoffe, dass Dirkschneider und Co. noch lange im Geschäft bleiben. |
Anspieltipps:
| | Es ist unheimlich schwer, aus den vielen starken Kompositionen noch Highlights herauszufischen. "Black and White", "Infected", "Heavy Metal Heaven", "Devil's Rendezvous" und "Speed Demon" ragen vielleicht noch etwas heraus. |
Tipp:
| | DOMINATOR ist natürlich ein Muss für Heavy-Metal-Fans. |
Titel-Liste:
| | - The Bogeyman
- Dominator
- Black and White
- Infected
- Heavy Metal Heaven
- Doom Ride
- Stillness of Time
- Devil's Rendezvous
- Speed Demon
- Whispers in the Dark
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Laufzeit:
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