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Review: Unitopia |
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Album:
| | THE GARDEN, 2008, Inside Out |
Stil:
Wertung:
| |  5 von 7 Punkten | | U.B., 21.10.2008 |
Review:
| | Die Australier von Unitopia starteten bereits 1996. Nach dem Moto: gut Ding will Weile haben, dauerte es bis 2005 bevor das Debüt MORE THAN A DREAM erschien. Nun, drei Jahre später schickt die Truppe mit THE GARDEN sogar ein Doppelalbum ins Rennen. Vom Vertrieb wird die Musik von Down Under als: zum Träumen und Genießen und Visionen entwickeln bezeichnet. Das trifft die Sache schon ganz gut. Man solle sich Unitopia als eine Mischung aus The Flower Kings, Van der Graaf Generator, King Crimson und Men At Work vorstellen. Da wage ich zu widersprechen. Während bei den zuerst genannten Bands durchaus Einflüsse wahrzunehmen sind, hat Unitopia mit Men At Work wirklich nur die Herkunft vom fünften Kontinent gemeinsam. Hingegen sind Anleihen bei Yes und Genesis umso deutlicher. THE GARDEN ist ein Konzeptalbum. Die Musiker stellen die Frage: Was muss ich an mir selber ändern und an meinem Handeln verbessern, um auch bei anderen Menschen eine Veränderung zum Besseren zu erreichen. Das aktuelle Line-Up besteht aus sieben Personen und da für Rock so exotische Instrumente wie Flöte, Klarinette, Mandoline und Saxophone vertreten sind, ist für viel Abwechslung und ungewohnte Klänge gesorgt. Die erste CD heißt übrigens wie der Titel des gesamten Albums THE GARDEN und die zweite The Journey.
"One Day" ist ein relativ kurzer Track mit leisem Keyboard im Pianogewand. Dazu gibt es die gefühlvollen Vocals von Mark Trueack dessen Stimme eines der Aushängeschilder von Unitopia ist. Mark klingt immer souverän und verfügt über eine sehr angenehme Stimmlage.
Das Titelstück "The Garden" ist mit gut 22 Minuten ein echter Longplayer, kann aber neben Masse auch mit viel Klasse überzeugen. Vogelgezwitscher und Xylophon artige Klänge eröffnen den Farbreigen. Fremdartige Percussion die fast wie aus der Musik der australischen Ureinwohner zu kommen scheint werden von einer Flöte untermalt. Keyboards, Gitarre und Drums sorgen dann für eine Rockeinlage bevor das Saxophon als Begleitung mitspielt. Die Nummer lässt an Kurzweil keine Wünsche offen und zeigt ihren musikalischen Einfallsreichtum erst nach mehrfachem Hören. Es gibt viele unerwartete Wendungen, da tauchen plötzlich sphärisch entrückte Klanggebilde auf oder verträumte Keyboardeinlagen, Traumsequenzen mit den Geräuschen von auftreffenden Wassertropfen dazu leise Gitarren. Nach einem Break wird die Musik spürbar heftiger und härter nur um nach kurzer Zeit erneut sehr melodisch die Ohren zu umschmeicheln. An ein langsames Fade-Out schließt sich Stimmengemurmel an, bevor zur Akustikgitarre sich fröhliche Flöten und ein Piano gesellen. Man fühlt sich von der Atmosphäre tatsächlich in einen tropischen Garten versetzt. Wie Tag und Nacht wechseln ruhige harmonische Abschnitte mit flotteren und energischeren Einschüben. Zum Schluss steigert sich die Nummer und wird sehr symphonisch, majestätisch und erhaben. Die Ähnlichkeit mit Genesis speziell mit dem Album AND THEN THERE WERE THREE ist unverkennbar.
Mit "Angelica" beschert uns Unitopia einen progigen Schmusesong, was ich gar nicht abwertend meine, dazu ist die Nummer viel zu überzeugend. Leise weibliche Vocals von Shireen Khemlani die sonst den Langsaiter bearbeitet, sind stark orientalisch gefärbt. Nach einem plötzlichen Break sorgen Gitarren und Drums für mehr Druck. Die Keyboards und Vocals lassen eine Melodie vom Stapel die selbst mein hartes Rockerherz zum Schmelzen bringt. Wenn Mark Trueack sein "Oh Angelica give me your hand" singt bleiben nur die Augen von abgebrühten Black Metal Fans trocken, der Rest zückt das Taschentuch. Dabei ist das Lied ganz und gar nicht kitschig. Mehrfach spielen sich schneidende Gitarren in den Vordergrund bis dann die romantischen Keyboards erneut die Seele erwärmen. Ein fetzendes Saxophon ist verantwortlich, dass es nicht zu soft wird. Gegen Ende spielt man abermals melodisch und alles gipfelt in einem schönen Gitarrensolo.
Mit Piano und beinahe geflüsterten Vocals startet "Here I am" ähnlich sanft wie der Song zuvor. Die Melodie ist sehr gefällig und der ausdrucksstarke Gesang unterstützt durch einen dezenten Chor im Hintergrund sind das Rückrat dieser Herz- Schmerz Nummer. Ich wiederhole mich da gern, der Sänger hat nicht nur eine tolle Stimme sondern auch viel Gefühl. Wenn er den Refrain ins Mikro haucht ist Gänsehaut garantiert. Leider ist das Ende abrupt und ziemlich unpassend. Ein langsames Ausklingen wäre viel besser.
"I wish I could fly" ist auch auf der sanften Seite angesiedelt. So gekonnt die einzelnen Stücke sind würde ich mir so langsam doch mehr härtere Einschnitte wünschen. Verträumt und zerbrechlich mit Flöten und akustischen Gitarren erinnert mich das Lied an King Crimsons "I talk to the Wind". Die bekannt guten Vocals setzen die Akzente. Hier scheinen neben King Crimson auch frühe Genesis Pate gestanden zu haben. Ein Eindruck der verstärkt wird durch den Umstand, dass Trueacks Stimme stellenweise dunkel gefärbt ist und eine Spur rau klingt ähnlich wie bei Peter Gabriel.
Auf "Inside the Power" gibt die Band nun mehr Gas. Die Gitarren legen flott los und der Bass poltert im weiteren Verlauf. Auch die Drums heizen an so dass die Reise in Richtung Rock geht. Zwar ist das Tempo meist höher als bisher es gibt aber auch hier einige Einschübe bei denen die Geschwindigkeit bewusst reduziert wird um im Chorus zu beschleunigen. Gut gefällt mir das Zusammenspiel von Vocals und Chor. Der Song zündet sofort so eingängig ist er, da wippen die Fußspitzen automatisch im Takt.
"Journey`s Friend" bildet den Auftakt der zweiten CD. Anfangs heftiger mit gut akzentuierten Drums und viel Keyboard wird es bald progig verspielt mit Jazzeinlagen vom Saxophon. Es überraschen plötzlich aufbrandende Drums und Gitarren bevor leise Flöten erklingen. Einflüsse von Transatlantic sind unschwer zu erkennen. Es wird zwar eine Vielfalt wie beim Stück "The Garden" geboten, auch die Länge ist mit über 16 Minuten ähnlich opulent ausgefallen, aber die Melodiebögen sind weniger gelungen.
Auf "Give and take" erinnern die entrückten astralen Keyboards und Gitarren am Anfang an alte Pink Floyd Zeiten. Die Percussion bei diesem Song ist interessant aber der Rest plätschert so dahin. Die Vocals sind dagegen gut wie immer, hier ist die Ähnlichkeit zu Peter Gabriel schon verblüffend.
"When I´m down" startet mit einer uralten, verrauschten Radioaufnahme nostalgisch. Ob Original oder auf elektronischem Wege erstellt kann ich nicht sagen. Der Refrain ist dynamisch bewahrt den Track aber nicht davor ziemlich unspektakulär und fast schon langatmig daher zu kommen.
Rockig und mit viel mehr Biss hebt sich "This Life" wohltuend von der Mehrzahl der seichten Nummern auf der zweiten CD ab. Die Gitarren dürfen ansatzweise zeigen was sie drauf haben.
"Love never ends" hat neben dem schmalzigen Titel auch musikalisch nicht viel zu bieten. Die akustischen Gitarren und weibliche Vocals der Bassistin sind ganz nett, aber der Widererkennungswert ist doch gering.
Mit "So far away" gibt es eine kurze Nummer für die Freunde der Klassik. Hier gibt es, abgesehen von kurzen orchestralen Einlagen, nur Piano. Sehr virtuos und gefühlvoll.
"Don`t give up Love" besteht aus einem symphonischen Rahmen, Queen lassen grüßen, und stilistisch sehr breit gefächerten Zwischenspielen. Stellenweise ist die Sache schon recht popig. Mir fehlt etwas der rote Faden, ständig habe ich das Gefühl, hier wurden zwei Stücke zusammengemixt.
Den Schluss bildet "321". Der Song handelt von dem tragischen Unfall in einer Mine. Daher ist das Stück, dem Thema entsprechend, auch deutlich rockiger und dynamischer ausgefallen. Auffällig sind die exotischen Klänge und viel Percussion.
Fazit: So opulent wie das Cover zu THE GARDEN ist auch die Musik. Der progressive Anteil ist nicht zu groß man setzt auf eingängige Melodien. Dass in dem Werk viel Arbeit und Mühe steckt merkt man an allen Ecken und Enden. Die Songs sind sehr abwechslungsreich und nicht zu verspielt. Warum es aber ein Doppelalbum sein musste ist für mich unverständlich. Die zweite CD ist doch deutlich schwächer als die erste ausgefallen. Hier würde ich einige Stücke am liebsten als Progressive Pop bezeichnen, denn für Rock sind mir manche Teile einfach zu seicht. Auf der ersten Scheibe läuft Unitopia aber zu Höchstform auf und weiß mit tollen, emotionalen Melodien zu gefallen die sich oftmals im symphonischen Bereich bewegen. Leider wird das Niveau wie gesagt im weiteren Verlauf nicht gehalten und die Sache verflacht. Noch eine Anmerkung zur Wertung. Würde das Album nur aus der ersten CD bestehen, hätte ich glatt sechs Punkte vergeben. Da die zweite CD aber mit in die Wertung einfließt sind es in der Summe dann nur fünf. |
Anspieltipps:
| | "The Garden", "Angelica", "Here I am", "I wish I could fly", "Inside the Power" |
Tipp:
| | Liebhaber von Progressive Rock mit einer stark ausgeprägten romantischen Ader, die die sanfteren Töne bevorzugen und Transatlantic und Steve Morse hören, sollten hier ein Ohr riskieren. Man darf aber keine Abneigung gegenüber softeren Stücken haben. Zum Chillen und Relaxen oder wie das Label sagt: Träumen und Visionen entwickeln, ist THE GARDEN ideal. |
Titel-Liste:
| | CD 1
- One Day
- The Garden
- Angelica
- Here I am
- I wish I could fly
- Inside the Power
CD 2
- Journey`s Friend
- Give and take
- When I´m down
- This Life
- Love never ends
- So far away
- Don`t give up love
- 321
|
Laufzeit:
| | CD1 49:35 Min. / CD2 51:25 Min. |
Band-Infos:
| | www.unitopiamusic.com  |
Probehören und Kaufen:
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