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Review: The Vaine
 
IT'S A DISEASE

Album:
 IT'S A DISEASE, 2008, DEAD Famous

Stil:
 Screamo, Metal, Power-Pop

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 M.U., 22.09.2008

Review:
 Känguruhs, Didgeridoos, Krokodile, Sümpfe, Aborigines, Ayers Rock und Foster's Lager. Das sind die wohl bekanntesten Merkmale von Down Under. Aber auch musikalisch hat Australien sehr viel zu bieten. Wer kennt nicht die weltbekannten Bands wie AC/DC, Airbourne, INXS, Rose Tattoo oder Black Mejesty, um nur ein paar von ihnen zu nennen. Zu dieser klassischen Riege wollen auch die autralische Band The Vaine gehören. Stilistisch läßt sich ihre Musik als "Screamo, Metal, Powerpop" beschreiben. Die noch junge Band (2006 in Sydney gegründet) besteht aus fünf Mitgliedern, zwei davon weiblich - und eine davon ist Shelley mit einer unglaublich tollen Stimme trotz ihrer noch jungen Jahre - und drei davon männlich. Nach der zuvor erschienen EP REGRETS AND HOLLOW HEARTS legen die fünf mit IT'S A DISEASE ihr erstes Album in voller Länge vor.

"The Beginning" macht seinem Namen alle Ehre. Es ist einfach der erste Song auf diesem Album. Mit einer Laufzeit von knapp über einer Minute bezeichnet man so etwas einfach als Intro. Mystisches Glockenspiel, mystische Gesänge und ein paar harte Riffs kennzeichnen das Intro. Aber auch Elemente Richtung Death Metal sind erkennbar. Sind das die Vorboten auf das Kommende?
So richtig los geht es mit "Aim and Fire". Aggressiver Gesang und Melodie zeichnen den Song aus. Stilistisch bleibt in Richtung Death Metal hängen. Auch wenn der weibliche Gesang passagenweise eine eher melodische und melancholische Note einbringt. Dennoch überwiegt der harte Gesang des männlichen Kollegen.
"Sounds of the Mary Celeste" beginnt eher spacig, fast wie ein abhebendes Raumschiff. Die Gitarre spielt in ziemlich hoher Stimmlage und hat eher etwas rockiges und melodiöses an sich. Teilweise klingt sie auch etwas schrill. Der weibliche Gesang überwiegt und bringt eine gemäßigtere Note ein. Teilweise klingt der Song sogar balladenhaft und sehr gefühlvoll. Und das wechselt in regelmäßigen Abständen mit dem harten männlichen Gesang ab. Der Song klingt wirklich sehr gut.
Mit "If no News, Start Rumours" geht es weiter. Mit über sieben Minuten ein gewaltiges Machwerk. Der Anfang klingt eher düster und schwerfällig. Schon fast ein bisschen depressiv, wenn nicht wieder diese tolle Stimme der Sängerin Shelley wäre. Also diese Stimme lässt einen eine wohligen Schauer über den Rücken laufen. Auch wenn der Vergleich etwas weit hergeholt sein mag, so fühle ich mich an Sandra Nasic von den Guano Apes erinnert. Genauso kraft- und ausdrucksvoll.
"Oh Oh Chontelle!" und "By the Hand of the Butcher" sind so richtig hippig, fröhlich klingt extrem gut gelaunt. Der Titel, der leicht französisch klingt, hat auch einen gewissen Einfluss auf den Rhythmus dieses Songs. Hier erinnert die Stimme und die Melodie ein bisschen an Blondie mit Debbie Harry und dem Song "Denise". Der zweite Song zeigt ein bisschen mehr Härte.
Mit "The Scarecrow speaks in Rhyme" beginnt ein bisschen seltsam. Altertümliche Plattenspielerklänge (Grammophon) und extrem hoher Gitarren und ein blechern klingendes Gespräch machen den Song ein bisschen konfus. Aber glücklicherweise ist mit dem "Quatsch" schnell Schluss und es wird ziemlich hart. Die Stimmung kippt in schwerfällige, düstere und und depressive ab. Die Gitarren klingen extrem gut; sehr schöne Riffs sind zu hören. Und wieder diese Stimme, die einem die Nackenhaare aufstehen lässt.
Ebenso toll klingt "Damage in the Waiting Room". So richtige rockige Gitarre klingt hervor. Ein sehr schöner groovender Rhythmus, her etwas langsamer gespielt. Und dennoch werden Elemente der Richtung Doom- und Death-Metal erkennbar. Aber auch wieder etwas schwerfällig und düster. Also langsam macht mich die Stimme von Shelley verrückt. Schon alleine der Stimme wegen müsste man 10 von 7 Punkten vergeben. Aber das ist subjektiv.
Der Marsch auf die Bastille "March of Bastille" beginnt erst einmal mit akustischen Gitarrenklängen und melancholischen Stilelementen, die einen an Geigen und Schalmaien erinnern. Vom Marsch auf die Bastille bleibt nicht viel übrig. Der Song entpuppt sich als Ballade á la Unplugged. Zum Vergleich zu den vorhergehenden Songs ein Schlag ins Gesicht. Den hätte man sich sparen können...
Da ist "Incurable" doch von einem anderen Schlag. Hart, härter, "Incurable". Da geht echt richtig zur Sache. Das ist ein wirklich harter Song, der alles hat, was man erwartet. Schnell, rotzig frech, aggressiv. So soll es sein. Die leicht überdrehte Gitarre unterstützt die Melodie perfekt.
In alter Rockmanier erscheinen "Love and Monsters" und "(Bee)N Stalking Jaque". Die Gitarren nehmen einen Sound der 70er und 80er Jahre an und klingen sehr melodisch. Dazu passt allerdings nicht ganz der aggressive und tiefe Gesang. So wenigstens der erste Eindruck. Doch The Vaine schaffen es im Laufe des Songs beide Stilrichtungen zu einem harmonischen Einen zusammenzubringen. Und damit erscheint er sehr schön abgerundet. Nur manchmal muss man sich über die Songtitel wundern. So auch bei "(Bee)N Stalking Jaque".
Die Zahl 13 bestimmt den letzten Song "We are Heroes". 13 ist nicht immer eine Glückszahl. Doch in diesem Fall ist sie das! Denn "We are Heroes" ist ein zusätzliches Highlight dieses Albums. Eine Mischung zwischen Rockballade und Heavy Metal Song. Die Mischung klingt so genial. Gerade der Wechsel zwischen langsamen und schnellen Passagen machen den Song einzigartig. Und... es ist ein gelungener Abschluss eines gelungenen Albums.

Fazit: Absolut genial. Besser kann man das Album nicht beschreiben. Die Benotung ist mit Sicherheit nicht übertrieben. Schon alleine die Stimme von Shelley ist so phantastisch, dass man das Album in einer Endlosschleife im CD-Player laufen lassen könnte. Diese junge Band wird nicht nur in Australien ihren Weg nach oben finden, sondern sie werden auch den Rest der Welt erobern. Übrigens: Das uns überlassene Album macht schon in seiner äußeren Erscheinung einen sehr guten Eindruck. Ein ansprechendes Coverbild und ein ausführliches Booklet. Nur die Trackliste hat man recht gut in 'Tarnschrift' erstellt.

Anspieltipps:
 Als Anspieltipp eignen sich "Sounds of the Mary Celeste", "If no News, Start Rumours", "Oh Oh Chontelle!", "By the Hand of the Butcher" und "Incurable" sowie "We are Heroes". Das dürften wohl die besten Argumente für dieses Album sein.

Titel-Liste:
 
  1. The Beginning
  2. Aim and Fire
  3. Sounds of the Mary Celeste
  4. If no News, Start Rumours
  5. Oh Oh Chontelle!
  6. By the Hand of the Butcher
  7. The Scarecrow speaks in Rhyme
  8. Damage in the Waiting Room
  9. March of Bastille
  10. Incurable
  11. Love and Monsters
  12. (Bee)N Stalking Jaque
  13. We are Heroes

Laufzeit:
 59:04 Min.

Band-Infos:
 
  • www.myspace.com/thevaine 

  • Probehören und Kaufen:
    The Vaine: It's a Disease

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