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Review: Vanishing Point |
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Album:
| | THE FOURTH SEASON, 2007, Dockyard 1 |
Stil:
Wertung:
| |  5,5 von 7 Punkten | | J.G., 13.08.2007 |
Review:
| | Nicht immer gelingt es bekannt zu werden, wenn man weit ab vom Schuss lebt. Klar, im Zeitalter von Flugzeugen und grenzenlosem Internet sollte man meinen, dass gewisse Beschränkungen der Vergangenheit angehören, aber dem ist nicht so.
Vanishing Point mit ihrem grundsoliden Progressive Metal sind ein gutes Beispiel dafür. Sie steigern sich von Album zu Album und haben technisches Können nun schon auf vier Alben bewiesen, aber Down Under ist weit weg von Europa. Wer sich angesichts der Vielzahl von Mitbewerbern im großen Musik-Topf nicht immer auch oft genug live-haftig seinen potentiellen Fans präsentiert, der schafft es kaum über den Status eines Underground- oder Geheim-Tipps hinaus zu kommen. Da ändert auch ein hervorragender Frontmann wie Silvio Massaro nichts daran.
"Embodiment", ein Opener nach Maß, zeigt schon nach wenigen Takten, was der Zuhörer in der nächsten dreiviertel Stunde erwarten darf, druckvolle eingängige Melodien mit Ausnahme-Stimme am Mikro und einer Instrumental-Truppe, die ihr Handwerk versteht. Selten hat bei mir eine Prog Metal-Band schon nach dem ersten Song einen so angenehmen melodischen Eindruck hinterlassen.
Mit "Tyranny of Distance" setzen die Jungs gleich noch einen oben drauf. Abwechslungsreiche Hooklines werden hier mit harmonischen Refrains veredelt, so dass es sogar vorstellbar erscheint, Power Metal-Puritanern hiermit die ersten vorsichtigen Einblicke in die komplexe Welt der Progressiv-Garde zu gewähren.
"Hope among the Heartless" startet unkonventionell in italienischer Sprache und entpuppt sich mit seinem genialen Refrain als richtiger Ohrwurm. Das soll angesichts der stilistischen Ausrichtung schon etwas heißen, denn da wo manche Bands oftmals in der Selbstherrlichkeit ihrer Gitarren-Soli ertrinken, setzen Vanishing Point ihre Schwerpunkte eindeutig auf Melodien.
Geschickt verbindet das folgende "Gala" Instrumental den Vorgänger mit seinem druckvollen Nachfolger "I within I". Obwohl auch hier die musikalische Ausgestaltung eindeutig progressive Elemente einsetzt, wird einmal mehr der Melodie genügend Eingängigkeit (besonders beim Refrain) spendiert um keine kurzweilige Stimmung aufkommen zu lassen.
Nach "Hope among the Heartless" gehört "Behind the open Door" sicherlich ebenfalls zu den Highlights des Albums. Auch hier ist es erstaunlich, wie geschickt die komplexe Songstruktur mit relativ wenig Aufwand immer wieder auf Linie gebracht wird und er für einen Prog-Song erstaunlich viel Wiedererkennungswert besitzt.
Der Titel "Ashen Sky" bietet sich natürlich geradezu für ein spaciges Intro an, welches jedoch schnell den Double-Bass-Attacken und der Gitarren-Front weichen muss. Die Keyboards geben jedoch nicht auf und bieten mit Ausnahme eines orchestralen Einschubs den Sechs-Saitern bis zu letzt immer wieder Paroli.
Ruhige Gitarrenklänge, dezenter Bass und sanft einsetzender Gesang bilden die Einleitung für das ansonsten überwiegend auf Halbballaden-Kurs schwimmende "One Foot in both Worlds". Auch wenn die Gitarren mit der zeit druckvoller zu Werke gehen und auch der Gesang an Intensität zunimmt, so spendiert man mit Piano-Klängen und sanften Gitarren immer wieder Klanginseln zum besinnlichen Träumen.
Gemeinerweise macht das folgende "Wake me" seinem Namen alle Ehre und bringt alle in den wohligen Halbschlaf abgedrifteten Zuhörer nicht brachial, aber dennoch nachdrücklich zurück in den Wachzustand. Gerade genug um beim abschließenden "A Day of Difference" die Seele baumeln zu lassen. Der Song lebt von sphärischen sanften Klängen und einem ausdrucksstarken Gesangspart, angereichert mit Sprecheinlagen. Schade nur, dass hier vielleicht auch mit Absicht auf konkrete Songstrukturen verzichtet wurde und außer angenehmen Wabber-Effekten kaum Substanz für längere Erinnerungen bleibt.
Fazit: Vergleicht man das neue Werk mit seinen Vorgängern, so fällt zunächst das Bestreben nach mehr harmonischen, gefälligen Hoolines auf und außerdem die geschicktere Instrumentierung, die sich nicht nur auf Gitarren-Riffs beschränkt, sondern geschickt orchestrale Elemente und kleine Synthie-Filler einsetzt, um die progressive Mischung zu würzen. Trotzdem hat man es verstanden nicht jedes akustische Loch mit Gewalt zu stopfen, sondern auch noch genügend Freiraum zur klanglichen Entfaltung vorgesehen. Das hat allerdings auch den Nachteil, dass viele Anhänger von Dream Theater oder Queensryche angesichts der fehlenden Überfrachtung mit progtypischen selbstverliebten Gitarren- und Synthie-Soli die Nase rümpfen werden, wenn die, durch schwer verdauliche Riffs hervorgerufenen und sehnlichst erwarteten Magenkrämpfe ausbleiben. |
Tipp:
| | Freunde des melodischen Progressive Metal werden an der Aussie-Kost ihre wahre Freude haben und dem Scheibchen sicherlich jede Menge Extra-Runden spendieren, besonders, da es zur Abwechslung einmal gut verdauliche Kost bietet. |
Titel-Liste:
| | - Embodiment
- Tyranny of Distance
- Surrender
- Hope among the Heartless
- Gala
- I within I
- Behind the open Door
- Ashen Sky
- One Foot in both Worlds
- Wake me
- A Day of Difference
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Band-Infos:
Empfehlen:
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