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Review: Veagaz
 
NEW SUBURBAN WHITE TRASH SOUL MUSIC

Album:
 NEW SUBURBAN WHITE TRASH SOUL MUSIC, 2007, Schallplattenmanufaktur Hameln, Radar

Stil:
 Rock, Pop

Wertung:
 3,5 von 7
3,5 von 7 Punkten
 M.W., 04.11.2007

Review:
 Veagaz bezeichnen ihre Musik selbst als undefinierbar. Sie passen ihrer Ansicht nach in keine Genre-Schublade, sondern sind dabei, ihre eigene Stilrichtung zu kreieren mit bisher unbekanntem Sound.

Eingängige Gitarrenrhythmen begleitet von gesetzten Drums beginnen "Black Poison". Der Gesang ist, wie ich erwartet hatte, männlich und markant. Erinnert vom Songaufbau teilweise an Nickelback. Der Refrain wird zum Ohrwurm, bleibt hängen. Der Song fliegt unheimlich schnell vorbei - leider.
"Deep in the Middle of Nowhere" startet kraftvoller und balladiger. Hier ist eine ganze Menge Instrumente uns Intro verwickelt, z.B. Streicher. Auch hier gibt's wieder eingängige Melodien auf die Ohren. Tendiert aber vom Stil her im Großen und Ganzen stark Richtung Pop, auch wenn ab und an Ähnlichkeit mit Apoptygma Berzerk besteht.
In "Lord I cannot hear you singing" setzen sich die Gitarren wieder durch. Sowohl Gesang als auch Gitarre klingen leicht nach Grunge, das legt sich aber schnell wieder. Hier ist wieder das Tempo reduziert. Der Track ist enorm simpel gehalten, was ihn auch anspruchslos und ein wenig langweilig erscheinen lässt. Zudem ist es vorhersehbar. Problematischerweise dauert ausgerechnet dieser Zustand knappe fünf Minuten an.
Schnell weiter zu "Space Girl". Die Lyrics sind echt nicht schlecht und auch die ins Zentrum gerückte Gitarre ist da gut platziert. Hier kommt dann richtig der Pop durch. Wer auf Plain White T's steht, wird auch diesen Song mögen. Auch Reamonn-Fans könnte dies gefallen. Agiert da im Hintergrund noch ein Keyboard? Es ist kaum zu vernehmen, verleiht dem Song aber eine eigene Note.
Für "Funeral Sunrise" wird die bisher nicht vorhandene Schnelligkeit ausgepackt und das Schlagzeug legt - im Gegensatz zu den vorherigen Songs - richtig los. Der Gesang ist nicht unbedingt gut abgemischt, das stört aber wenig. Bis hierhin der beste Beitrag auf dem Album, der Laune zum Weiterhören macht! Auch die Gitarre dreht zum Outro noch einmal richtig auf!
Tja, und da war's schon wieder vorbei mit dem Tempo. "Chrome Gene" besinnt sich wieder auf balladigere Ebenen. Hat was von Dave Gahan und Depeche Mode. Ist mir persönlich aber zu öde, würde aber noch als Einschlaflied durchgehen. Für Menschen, die Balladen sehr mögen, wäre es aber ideal.
Hey, wir haben unsere Schnelligkeit wieder! Die Keyboards sind gut eingesetzt. Sie geben dem Song Pfiff. "Lay some water down" wirkt zwar unruhig, aber gleichzeitig wist enorm viel Spannung enthalten. Der Track hat mich nach wenigen Sekunden mitgerissen und somit sein Ziel erreicht! Pluspunkte!
Es folgt "Eversince". Wie erwartet wieder poppiger, aber ungefähr auf demselben Tempolevel wie sein Vorgänger. Den Hörer erwartet hier altbekannter Pop mit verrauchter rauer Stimme in Kombination mit weichen Gesangslinien. Bis auf das Keyboard und das Gitarrensolo leidet der Song an mangelnder Variabilität.
Song #9, "Black Coffin" ist wieder anders gestrickt. Richtig, uns begegnet mal wieder eine Ballade. Die hatten wir ja lange nicht. An einigen Stellen klingt der Gesang wie der von Degree of Freedom-Fontmann Frank. Leider leidet der Song an einigen Längen.
Tätärätä!!! Darf ich vorstellen? "Nobody knows this is Nowhere" ist auch eine Ballade. Aber mal zur Abwechslung eine richtig gute. Die Instrumente scheinen "Nothing else matters" von Metallica zu spielen. Ab und an besteht ja wirklich starke Ähnlichkeit. Die Vocals sind jetzt nicht so der Hammer, es hört sich an, als wäre der Sänger gerade dabei, sich einen zu trinken. Trotzdem ist der Beitrag hörenswert.
"My Crusade" haut dann wieder voll auf die Zwölf mit eindringlichen Riffs und druckvollen Drums - also für diese Art von Rock druckvoll. Richtig gut wird's bei diesem sieben Minuten langen Stück aber erst nach etwa drei Minuten, wenn wir uns richtig gesteigert haben. Gesanglich tendieren sie Vocals zu Anfang zu R.E.M. Ab 3:30 Minuten kann man es sich dann wirklich gut reinziehen und hätte ich die ersten drei Minuten nicht hören müssen, hätte ich ne glatte eins vergeben. So läuft es aber auf ne zwei mit einem Minus von Deutschland bis Russland hinaus.
So, dann sind wir mit "Life is just a long Time to get weary" am Ende angelangt. Und es klingt als würde der Veagaz Singer mit einem Glas Whiskey irgendwo mitten in Amerika in einer kleinen verlassenen Bar in der Ecke sitzen, betrunken, einsam und nachdenklich. Dem Gesang fehlt nur noch das Hicksen und die Szenerie ist perfekt. Hier fühlt man sich so richtig in den wilden Westen zurück versetzt. Kann man sich in einer einsamen Stunde mit einem Bier in der Hand bestimmt gut anhören.

Fazit: Uns begegnet mit NEW SUBURBAN WHITE TRASH SOUL MUSIC ein durchschnittlich gutes Album, das aber sehr poppig gestaltet ist und nur wenige "harte Anleihen" bietet. Für die Balladen-Freunde unter euch ist es echt zur empfehlen. Um dem Stil kurz zusammen zu fassen: Hier findet ihr den Gesang von Reamonn mit Gitarren und Schlagzeug von R.E.M. in Kombination mit sonstigen Instrumenten von Depeche Mode. Da die Platte stellenweise überzeugen kann und andererseits teilweise auch gar nicht geht, gibt es das Mittelmaß aller Dinge - 3,5 Punkte.

Anspieltipp:
 "Funeral Sunrise", "Lay some Water down"

Titel-Liste:
 
  1. Black Poison
  2. Deep in the Middle of Nowhere
  3. Lord I cannot hear you singing
  4. Space Girl
  5. Funeral Sunrise
  6. Chrome Gene
  7. Lay some Water down
  8. Eversince
  9. Black Coffin
  10. Nobody knows this is Nowhere
  11. My Crusade
  12. Life is just a long Time to get weary

Laufzeit:
 46:39 Min.

Band-Infos:
 
  • www.veagaz.com 


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