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Review: VelvetSeal
 
LEND ME YOUR WINGS

Album:
 LEND ME YOUR WINGS, 2009, Dark Balance

Stil:
 Gothic Metal, Symphonic Metal

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 S.M., 06.05.2009

Review:
 Aus Ungarn streben in letzter Zeit immer mehr Bands in den Blickpunkt des zentraleuropäischen Geschehens. Die Labels greifen da auch beherzt zu, denn es verbergen sich einige musikalische Juwelen im Land der Magyaren.
Auch VelvetSeal aus Budapest konnten einen Plattenvertrag ergattern. Sie sind noch ein relativ unbeschriebenes Blatt. Sie gründeten sich 2006, brachten 2007 die Demo-MCD OPENING THE VELVET SEAL heraus, und 2008 die Demo-EP LEND ME YOUR WINGS. Das Debüt-Album, das jetzt über Dark Balance veröffentlicht wird, heißt genauso: LEND ME YOUR WINGS.
Die Band besteht aus Gabriella "Gabee" (Gesang), Csaba "Csabee" (Gitarren, Keyboard, orchestrale Arrangements), David (Bass) und Balazs "Bali" (Schlagzeug). Ob man den Bandnamen nun zusammen oder auseinander schreibt, wird - je nachdem wo man schaut - völlig unterschiedlich gehandhabt. Die Schreibweise VelvetSeal mit dem großen S mittendrin begegnete mir am Häufigsten, so dass ich mich darauf beschränke.
Okay, letīs go! LEND ME YOUR WINGS!

Das Intro "Opening" macht uns gleich mal mit den symphonischen Anteilen am Sound vertraut.
Auch der Titeltrack "Lend me your Wings" ist von der symphonischen Untermalung geprägt. Die Gitarre kümmert sich um die Hookline, während die Rhythmusbasis für den richtigen Takt sorgt. Gabees Stimme zeigt sich variabel. Der Höhepunkt könnte seinem Namen gerechter werden, wenn er noch besser herausgestellt wäre.
"The One" bringt exotisch anmutende Klänge ins Spiel. Der Aufbau ist eher verhalten, erst beim Refrain wird etwas Tempo zugelegt und auch die Instrumentenpower geht voll aus sich heraus. Dieser Höhepunkt thront dann wirklich schön über der Komposition und wird von Gabees Gesang gut ausgereizt.
Mit einem mystischen Intro beginnt "Desperati" und rückt den Song ein Stück weit in die düstermetallische Ecke. Diese tiefgründige, etwas schwermütige Spielweise wird auch beibehalten, wenngleich die Atmosphäre beim Refrain kurzzeitig in etwas freundlichere Gefilde wechselt.
"Thorns within" präsentiert sich vielschichtig. Mal geht es druckvoll zur Sache, dann wieder besinnlich und auch ein bisschen melancholisch. Der Song beinhaltet viele emotionelle Eindrücke.
Das Donnergrollen zum Einstieg, lässt bei "Where Statues cry" erst eine erneute düstermetallische Stimmung erwarten, doch der Aufbau ist balladesk und emotional. Zum Höhepunkt hin wird es etwas dynamischer und die Refrain wartet dann mit voller instrumenteller Begleitung auf, bevor der besinnliche Aufbau erneut beginnt.
"The divine Comedy" lässt den Hörer erst bei orchestralen Klängen träumen. Im weiteren Verlauf wird eine Symbiose zwischen der symphonischen Stimmung und der metallischen Seite geschaffen, die sehr gelungen zu Ende geführt wird.
Bei "Freefall" steht die Dynamik wieder im Vordergrund, die symphonischen Anteile beschränken sich auf die Untermalung oder gelegentliche Intermezzi. Die Melodie versteht aber zu bezaubern und Gabee singt wieder sehr gefühlvoll.
Das abschließende "The tragic Overture" wirkt erst etwas konfus und auch die teilweise spacigen Keyboardanteile stören mich anfangs, doch irgendwie wird die Nummer auf Dauer ihrem Titel gerecht: sie klingt wie eine tragische Overtüre. Interessant finde ich die unterschiedlichen, übereinander gelegten Gesangslinien.

Fazit: VelvetSeal beweisen mit LEND ME YOUR WINGS, dass mit ihnen im symphonischen Gothic Metal in Zukunft zu rechnen sein wird. Für ein Debutalbum beinhaltet das Werk eine Menge Professionalität und gute Ideen. Auch die Leistung der Musiker ist durchweg in Ordnung. Natürlich würden Arrangements mit einem richtigen Orchester manche Kompositionen noch aufwerten, doch bei einen Erstling darf man so etwas nicht voraussetzen. Aber warten wir mal ab, womit uns VelvetSeal in Zukunft noch so begeistern werden.
Sängerin Gabriella zeigt sich stimmlich den Herausforderungen jederzeit gewachsen und agiert auch flexibel. Vor anderen Vokalisten dieses Genres braucht sie sich nicht zu verstecken.
Tendentiell würde ich LEND ME YOUR WINGS 6 Punkte verpassen, da es ein durchweg starkes Werk ohne Ausfälle ist. Doch für eine wirklich bescheiden knappe Spielzeit von nur 35 Minuten, muss ich leider einen Halbpunkt wieder nach unten korrigieren.

Anspieltipps:
 Die Songs spielen sich auf einem Level ab, sodass Anspieltipps sehr schwierig herauszufiltern sind. Am Besten gefielen mir: "The One", "Desperati", "The divine Comedy" und "Freefall".

Tipp:
 Anhänger des Gothic Metal und des Symphonic Metal sollten LEND ME YOUR WINGS genauer unter die Lupe nehmen.

Titel-Liste:
 
  1. Opening
  2. Lend me your Wings
  3. The One
  4. Desperati
  5. Torn within
  6. Where Statues cry
  7. The divine Comedy
  8. Freefall
  9. The tragic Overture

Laufzeit:
 35:41 Min.

Band-Infos:
 
  • www.velvetseal.com 

  • Probehören und Kaufen:
    VelvetSeal: Lend Me Your Wings

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