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Review: Vengeance
 
SOUL COLLECTOR

Album:
 SOUL COLLECTOR, 2009, Metal Heaven

Stil:
 Hard Rock

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 S.M., 04.01.2009

Review:
 Ich weiß gar nicht, wieviele Bands sich den Namen Vengeance zugelegt haben. Mir am Bekanntesten davon sind die holländischen Nachbarn mit dieser Bezeichnung, die immerhin schon seit 1982 im Geschäft sind. Ein viertel Jahrhundert nach ihrem selbstbetitelten Debüt bringen Vengeance im Januar 2009 nun ihr neuestes Werk SOUL COLLECTOR heraus.
In den Neunzigern und auch nach der Jahrtausendwende nahmen sich die Niederländer längere Auszeiten, doch seit dem 2006er-Album BACK IN THE RING sind sie tatsächlich sehr eindrucksvoll in denselbigen zurückgekehrt. Für ihre 25th Anniversary CD SOUL COLLECTOR haben sie sich sogar jede Menge prominenter Verstärkung ins Studio geholt. Paul Sabu, Deutschlands Hardrock-Aushängeschild Matt Sinner sowie Komponist und Songwriter Arjen Lucassen unterstützten die Band. Und die Produktion übernahm wieder Michael Voss, der auch schon beim Vorgänger der Herr über die Regler war.
Das alles macht mich unheimlich neugierig auf diese Scheibe. So, let´s start!

Mit "Cross in the Rain" startet das Album genau so wie ich es erwarte: mit einem richtig groovy Hardrocker, der mit seinem eingängigen Refrain richtiges Ohrwurmpotential hat.
Bei "Wait until the Sun goes down" fahren die Holländer auf der Schiene weiter. Nur ist der Song ein Ticken mehr bluesy, und überzeugt durch das Riffing und ein starkes Solo.
Der Titelsong "Soul Collector" entpuppt sich als bassdominierter und recht simpler Boogie Rocker in AC/DC- oder Krokus-Manier. Dennoch neigt man schon während des ersten Hörens zum Mitwippen und -gröhlen.
Das Intro zu "Samurai" beinhaltet eine passende Kampfuntermalung, bei der man die Klinge des nach den japanischen Kriegern benannten Schwertes förmlich die Luft zerschneiden hört. Der Song selbst präsentiert sich mit wechselnden Stimmungen und Intensitäten und hebt sich dadurch vom bisherigen Easy-Listening ab. Ungewöhnlich für Vengeance´ Sound ist auch die teilweise symphonische Untermalung. Ich schätze, hier hatte Herr Lucassen seine Finger im Spiel. Der Höhepunkt ist schön herausgestellt und das Stück allgemein sehr interessant arrangiert.
"What the Hell is going on" ist eine gefühlvolle Halbballade, in der Sänger Leon Goewie beweist, wie man mit einer ausdrucksstarken und kraftvoll-rauhen Stimme trotzdem eine solche Nummer unheimlich emotional performed.
Als krasser Gegenpol wird bei "Myspace Freak" wieder äußerst druckvoll gerockt. In den Lyrics wird die vor allen Dingen durch Musiker und Bands bekannte Web-Plattform ordentlich auf die Schippe genommen. Gefällt mir textlich sehr gut, musikalisch ist das Stück eher belanglos.
Dagegen fasst mein Gehör die Melodie und die Riffs des Mid-Tempo-Groovers "I never felt that Way before" sofort auf und lässt sie so schnell nicht wieder los. Im Grunde ist es eigentlich auch hier ein recht simples Konstrukt, das teilweise einen Halbballaden-Touch mit sich bringt. Aber Vengeance verstehen es aus einfachen Mitteln das ohrtaugliche Maximum herauszuholen. Und Leon Goewie mit seinem tollen und variablen Organ trägt einen gehörigen Anteil dazu bei.
Der treibende Blues Rocker "Dance dance dance" bringt uns die Erinnerung an 80er-Jahre-Krokus-Hits mit Sänger Marc Storage zurück. Fast sehe ich hier die Schweizer Fahne wehen, anstatt der holländischen, denn die soundmäßige Ähnlichkeit ist verblüffend.
Es folgt der straighte Street-Rocker mit dem passenden Titel "Rock and Roll Band", der das Flair des Old-School-Sleaze-Rock aufpeppelt und sehr gekonnt in die heutige Zeit transferiert.
Bei "So many Times" wird wieder mehr im Mid-Tempo gegrooved. Der Song wird zielgerichtet aufgebaut und führt auf einen eingängigen Höhepunkt zu. Das starke Potential der ersten beiden Tracks hat er jedoch nicht.
Zum Abschluss bringt "Lean on me" nochmal Stoff für die Fans der langsameren Takte und gefühlvollen Darbietungen. Aber die klasse Melodie der Ballade und die ausdrucksstarke Stimme von Goewie können auch mich in Begeisterung versetzen.

Fazit: Auch wenn SOUL COLLECTOR in der zweiten Albumhälfte mal ganz kurz schwächelt, ist es gesamt gesehen durchaus ein Werk der Hardrock-Spitzengruppe. Die in die Jahre gekommenen Holländer ruhen sich nicht auf alten Lorbeeren aus, sondern rocken zum Teil die Nachwuchsbands an die Wand. Darüberhinaus ist SOUL COLLECTOR nicht nur abwechslungsreich, sondern kompositorisch sehr gut ausgearbeitet.
Von der instrumentellen und produktionstechnischen Seite gibt es nicht die geringsten Gründe für Kritik. Und Leon Goewie singt meines Erachtens besser als je zuvor. Seine Stimme ist nicht nur ausdrucksstark und kraftvoll, sondern in den Tonlagen auch sehr variabel.
Es gibt nur wenige Hardrock-Bands, die über solch einen langen Zeitraum immer wieder tolle Platten abliefern. Vengeance gehören defintiv dazu. Ich hoffe, dass die Dutch-Oldies noch lange so weitermachen werden.

Anspieltipps:
 "Cross in the Rain", "Wait until the Sun goes down", "Soul Collector" und "Lean on me".

Tipp:
 Der geneigte Hardrock-Fan kann mit dem Erwerb von SOUL COLLECTOR eigentlich nichts falsch machen.

Titel-Liste:
 
  1. Cross in the Rain
  2. Wait until the Sun goes down
  3. Soul Collector
  4. Samurai
  5. What the Hell is going on
  6. Myspace Freak
  7. I never felt that Way before
  8. Dance dance dance
  9. Rock and Roll Band
  10. So many Times
  11. Lean on me

Laufzeit:
 45:49 Min.

Band-Infos:
 
  • www.vengeanceonline.nl 

  • Probehören und Kaufen:
    Vengeance: Soul Collector

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