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Review: Vengeance |
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Album:
| | CRYSTAL EYE, 2012, Steamhammer |
Stil:
Wertung:
| |  5,5 von 7 Punkten | | S.M., 17.07.2012 |
Review:
| | Vengeance sind im Heavy Rock auch eine ziemliche Konstante. Mit gelegentlichen kurzen Unterbrechungen sind die Holländer seit 30 Jahren im Geschäft, und auch, wenn sie ihre Glanzzeit wohl Mitte bis Ende der 80er hatten, bringen sie seitdem immer wieder gute Releases auf den Markt. CRYSTAL EYE ist der Long-Player Nummer neun in der Band-Discography. Mit SOUL COLLECTOR hinterließen die Niederländer vor drei Jahren gute Eindrücke. Mal sehen, ob der neue Rundling daran anschließen kann.
Das Line-Up wurde etwas ausgedünnt und runderneuert, Keri Kelli ist alleiniger fester Gitarrist, nachdem Stammgitarrist Jan Sommers Anfang 2011 an Herzversagen starb, und Jans Sohn Timo unterstützt ihn als Session Member dabei. Und mit Chris Slade und Chris Glenn sind ein neuer Drummer und ein neuer Bassist an Bord. Was die Besetzung angeht, ist Sänger Leon Goewie die einzige Konstante, und das seit den Anfängen der Band.
Der Opener "Me and you" legt gleich mal eine ordentliche qualitative Klasse vor. Der straighte Heavy Rocker treibt den Rhythmus voran, macht sofort Stimmung und geht einwandfrei ins Ohr.
"Bad to the Bone" baut auf Blues Rock auf, ist emotionaler gehalten, lässt aber dennoch nicht die notwendige Energie missen, für die vor allen Dingen das variantenreiche Gitarrenspiel zuständig ist. Und der Höhepunkt ist auch hier hervorragend erarbeitet.
Der Song mit dem etwas langweiligen Titel "Barbeque" avanciert zu meinem Geheimfavorit. Die Melodie und der eingängige Refrain des groovigen Blues Rockers machen sich schnell in den Gehörgängen breit und nisten sich dort auch ziemlich fest ein.
Auch "Shot me down" kann mit seinem knackigen Rhythmus und dem ohrwurmartigen Bridge-Refrain-Konstrukt punkten.
Dagegen erscheint der Boogie-Rocker "Five Knuckle Shuffle" eher etwas langweilig und wie schon zu oft gehört.
Da kann das dynamische "Desperate Women" mit seinen kraftvollen Riffs, dem treibenden Groove und dem zielgerichteten Höhepunkt einiges mehr.
Bei "Whole lotta Metal", dem vielleicht härtesten Song des Albums gibt es tatkräftige Songwriting-Unterstützung von ex-Black-Sabbath Tony Martin.
Die unvermeidlichen emotionalen Klänge kommen – nach der Hammer-Heavy-Attacke vielleicht etwas schlecht platziert – mit "Promise me". Es ist ein Schmachtfetzen par excellence, den Leon auch sehr gekonnt performed. In meiner werten Ansicht aber ein komplett überflüssiger Song.
Auch beim Titeltrack "Crystal Eye" gab es Songwriting-Unterstützung – und zwar von ex-Member Arjen Lucassen. Man erkennt es an der atmosphärischeren, keyboardlastigen Ausrichtung des Stückes auch sofort. Wirkt zwar zwischen all den fetten Rockern ein bisschen komisch, hat aber eine tolle Melodie und einen starken Refrain.
Mit "Missing" folgt zu meinem kompletten Unverständnis zwei Songs nach der ersten schon die zweite Ballade. Wenigstens ist dieses Stück mitreißender als "Promise me", wodurch dieses auf dem Album noch überflüssiger erscheint.
Nach einem unnötigen Outro, kommen Käufer der Ltd. Edition noch in den Genuss zweier Bonustracks. "Paint this Town" ist nochmal ein starker Heavy-Rocker mit viel Groove, straightem Konstrukt und gelungenem Höhepunkt. Und ganz zum Abschluss gibt es noch die Radio-Edit von "Barbeque".
Fazit: CRYSTAL EYE schließt astrein an SOUL COLLECTOR an und ist unterm Strich ein gutes Heavy-Rock-Album. Hätte man das schwache "Five Knuckle Shuffle" und die Ballade "Promise me" noch gegen bessere, kraftvolle Tracks ausgetauscht, wäre locker noch ein halber bis ganzer Punkt mehr drin gewesen.
Aber letztendlich kann man am Gesamtprodukt gar nichts großartig meckern. Nicht viele Bands liefern so konstant über all die Jahre gutklassige Releases ab. Und auch die handwerkliche Leistung ist einwandfrei, allen voran die des charismatischen und ausdrucksstarken Sängers Leon Goewie.
Hard 'n' Heavy-Fans sollten sich CRYSTAL EYE deshalb durchaus auf ihre muss-ich-unbedingt-mal-reinhören-Liste setzen. |
Titel-Liste:
| | - Me and you
- Bad to the Bone
- Barbeque
- Shock me now
- Five Knuckle Shuffle
- Desperate Woman
- Whole lotta Metal
- Promise me
- Crystal Eye
- Missing
- Jan’s End Piece
- - - Bonus Track (Ltd. Ed.) - Paint this Town
- Barbeque (Radio Edit)
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