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Review: The Vibes
 
WHISKEY, SEX & ROCK'N'ROLL

Album:
 WHISKEY, SEX & ROCK'N'ROLL, 2009, Eigenvertrieb

Stil:
 Rock'n'Roll, Hard Rock, Southern Rock

Wertung:
 4,5 von 7
4,5 von 7 Punkten
 J.G., 11.05.2009

Review:
 Die Schweiz gilt als der Inbegriff für Tradition, Qualität Unabhängigkeit. Klar, dass solche Tugenden nicht spurlos an Kunst und Kultur vorüber gehen. Und so sind es immer wieder Schweizer Bands, die gerade im Rock und Metal-Bereich weniger auf Experimente setzen, als vielmehr Altbewährtes zur Grundlage für ihre eigenen musikalischen Ambitionen heran ziehen. Rund erneuert und veredelt entpuppen sich dabei so manche Perlen, man denke nur an die Erfolge von Bands wie Gotthard, Krokus oder Shakra.
Auch das Trio Mojo, Matlock und Stuntman aus Aarau haben sich voll und ganz dem Rock'n'Roll verschrieben und ihr Album WHISKEY, SEX & ROCK'N'ROLL nicht nur dem Titel nach den Größen des Genres gewidmet. Wer jetzt allerdings darauf spekuliert, ein weiteres Tribut an die 70er und 80er erleben zu können, der wird verwundert sein. The Vibes haben eindeutig tiefer in der Rockkiste gegraben und erst zu wühlen aufgehört, als ihnen eine ganze Handvoll Rolling Stones Platten unter die Finger gekommen waren. Aber auch ein paar Southern Rock und Stoner-Werke wurden offensichtlich genauer in Ohrenschein genommen. Damit steht fest, Innovation Fehlanzeige, Spielspaß garantiert.

Opener und Titelsong "Whiskey, Sex & Rock'n'Roll" sorgt für einen flotten Auftakt, der sofort ins Ohr geht. Logo, dass die schräg klingende Mundharmonika beabsichtigt war, trotzdem kann ich mich auch nach einem halben Dutzend Durchläufen noch nicht daran gewöhnen.
Flotten "straight-on" Rock bekommt man mit "Smokin' Ace" oder "Devil's Nipples" bis zum Abwinken geboten.
"On my Way" könnte ebenso aus der Feder der Rolling Stones stammen und versprüht sofort einen Hauch von "Heart of Stone".
Auf psychedelischen Pfaden mit massiver Orgel-Unterstützung hangelt sich das Trio bei "Keep the Kettle boiling" hat an der Grenze des Stoner entlang, erscheinen dabei jedoch zu kalkuliert, als wirklich stoned.
So richtig hard-rockig wird es dann mit "Bed Rebel", der sich mit seinem etwas gebremsten Tempo nicht gänzlich von den Stones-Altlasten loslösen kann.
Darfs auch etwas Southern sein? Na klar, "Whiskey flavoured Love" und "Whiskey'n'Bones" sorgen schon mal für eine sanfte Einstimmung wenn auch die bluesigen Untertöne noch gehörigen Abstand zu Molly Hatchet & Co aufweisen.
Mit klassischem Ausstieg "Fatten the Cattle" verabschiedet sich das Album nach 36 Minuten etwas zahmer und natürlich viel zu früh.

Fazit: Der Retro-Sound hat durchaus Charme und gerade handwerklich kann man der Truppe eine blitzsaubere Arbeit bescheinigen. Wobei "blitzsauber" sprichwörtlich gesehen fehl am Platze ist, denn es wird alles unternommen, den Songs im Stile der 60er und 70er auch den richtigen Sound mit auf den Weg zu geben. Analog-Feeling ist angesagt und Gitarren-Verzerrer gehören hierbei ebenso zum Handwerkszeug, wie Hundharmonika. Manchmal wären ein paar härtere "dirty" Ideen vielleicht nicht schlecht gewesen, denn einiges ist viel zu "brav" geraten. Dass sie auch noch anders könnten, zeigen sie schließlich nicht nur einmal, aber warten wir ab, was die Zukunft bringt.
Leider ist die ganze Sache wie schon geschrieben, etwas arg kurz geraten und mit 2-3 Songs mehr hätte man auch die Dreiviertel-Stunden-Grenze geknackt.

Tipp:
 Alle jung gebliebenen Alt-Rocker werden hier sicherlich ihre wahre Freude daran haben. Und besonders live kann ich mir gut vorstellen, wie hier die Post abgeht.

Titel-Liste:
 
  1. Whiskey, Sex & Rock'n'Roll
  2. Smokin' Ace
  3. On my Way
  4. Ride your Horse down
  5. Keep the Kettle boiling
  6. Devil's Nipples
  7. Bed Rebel
  8. Whiskey flavoured Love
  9. The Warlords of Tennessee
  10. Whiskey'n'Bones
  11. Fatten the Cattle

Laufzeit:
 36:05 Min.

Band-Infos:
 
  • www.thevibes.ch 

  • Probehören und Kaufen:
    The Vibes: Whiskey Sex & Rock N Roll

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