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Review: Vicious Rumors |
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Album:
| | RAZORBACK KILLERS, 2011, Steamhammer |
Stil:
Wertung:
| |  5,5 von 7 Punkten | | V.R., 05.05.2011 |
Review:
| | Wenn der Name Vicious Rumors fällt, werden vielen Metalfans Tränen in die Augen steigen. Freudentränen, angesichts solcher Großtaten wie SOLDIERS OF THE NIGHT, DIGITAL DICTATOR, VICIOUS RUMORS und WELCOME TO THE BALL, jene vier Alben, mit denen sich die Band zwischen 1986 und 1992 einen exzellenten Ruf erarbeitete, von welchem sie Jahre später noch zehrten. Doch auch nicht wenige Tränen der Enttäuschung sind im Zusammenhang mit dieser Band vergossen worden, enttäuschten ihre späteren völlig orientierungslosen, unter ständig wechselnden Bandbesetzungen entstandenen Alben wie SOMETHING BURNING oder CYBERCHRIST doch auf ganzer Linie. Immerhin gab es 2006 aber mit dem Comeback-Album WARBALL einen kleinen Achtungserfolg zu vermelden, mit welchem die Band zwar nicht an vergangene Großtaten aufschließen konnte, welches aber doch deutlich war als alle Alben der Band zwischen 1994 und 2001. Doch in welche Richtung geht es für die Band anno 2011? RAZORBACK KILLERS heißt das neue Werk und soll angeblich ganz deutlich zu den Wurzeln der Amis zurückführen. Wie viel ist dran an diesen Vorschussorbeeren?
Der Opener "Murderball" weckt dann tatsächlich intensive Erinnerungen an Alben wie DIGITAL DICTATOR und VICIOUS RUMORS. Auf diesem hohen Level konnte sich die Band schon lange nicht mehr präsentieren, auch auf dem immerhin überdurchschnittlichen WARBALL nicht. Den Fans wird hier einfach amerikanisch geprägter Power Metal der klassischen Sorte und auf höchstem Niveau geboten. Neben aller Härte kann der Titel auch die nötige Dosis Melodiösität aufweisen und zu guter Letzt passt der neue Sänger Brian Allen wirklich ganz ausgezeichnet zur Band. Lediglich an den legendären Carl Albert (R.I.P.) reicht sein Organ nicht ganz heran, während er die anderen Sänger (inklusive James Rivera), welche im Laufe der Zeit bei der Band das Mikro in der Hand hatten, locker in die Tasche steckt.
Beim zweiten Song schalten Vicious Rumors dann einen Gang runter, allerdings ausschließlich härtemäßig, denn qualitativ ist "Black" keinen Deut schlechter als der Opener. In unterem Midtempobereich erzeugen Vicious Rumors hier eine Intensität und Atmosphäre, die ihresgleichen sucht. Schade, dass die Fans der Band so viele Jahre auf derart gute Songs ihrer Lieblinge warten mussten.
Der Speedkracher "Razorback Blade" erreicht das hohe Niveau der ersten beiden Titel zwar leider nichts ganz, liegt aber musikalisch gesehen immer noch weit über dem Durchschnitt. Was hier fehlt, ist lediglich die eine oder andere zündende Melodie, während Vicious Rumors in Sachen Härte hier wirklich alles bieten, was das Herz begehrt.
Langsam und schleppend dröhnen die ersten Akkorde des düster angehauchten nächsten Songs namens "Blood stained Sunday" durch die Boxen, doch der Schein trügt, denn schon nach kurzer Zeit wird das Tempo mächtig angezogen und das Härteniveau in den oberen Bereich gefahren. Ansonsten gilt hier ein ähnliches Fazit wie bei Lied Nummer drei. Der Song bietet zwar jede Menge Druck und Aggressivität, doch irgendwie fehlt es ihm zumindest ein wenig an den magischen Melodien, die Vicious Rumors früher eben auch ausgemacht haben. Um nicht missverstanden zu werden: Der Song ist gut, vielleicht sogar sehr gut, aber ein neuer Bandklassiker ist es definitiv nicht.
"Pearls of Wisdom" stellt dann eine Art Halbballade dar, bei welcher die Band ständig zwischen getragenen und härteren Passagen hin- und herpendelt. Gerade bei Songs aus diesem Segment spielen erhabene Melodien aber eine tragende Rolle, und eben diese werden hier schmerzlich vermisst. Somit haben wir es hier mit dem bisher schwächsten Titel der Platte zu tun.
Wesentlich besser ist dann das rockige "All I want is you" ausgefallen. Auch wenn dieser Hauch Stadionrock, welcher der Song zumindest in den Strophen versprüht, sicherlich recht ungewöhnlich für die Band klingt, so ist es doch gerade das Zusammenspiel zwischen diesen ungewöhnlichen Elementen und dem Killerrefrain, welches den Titel weit über den Durchschnitt hebt.
Doch Vicious Rumors können es noch besser. Der extrem harte "Axe to grind" ist qualitativ nämlich noch deutlich über dem letzten Song einzuordnen und vereint alle wichtigen musikalischen Elemente, welche die Band groß gemacht haben, in einem Song. Heftige Riffs und markanter aggressiver Gesang fehlen hier genauso wenig wie zündende Melodien, so dass wir es hier möglicherweise sogar mit einem modernen Bandklassiker zu tun haben.
Leider wird das dargebotene hohe Niveau beim nächsten Song, "Let the Garden burn", wieder ein Stückchen nach unten gefahren. Der Midtemponummer fehlt einfach das gewisse Etwas und plätschert ein wenig uninspiriert dahin. Bei manch anderer Band würde der Song zwar vielleicht immer noch zu den besseren Titeln gehören, aber auf RAZORBACK KILLERS senkt er den Schnitt doch etwas nach unten und ist damit bei manchen vielleicht sogar ein Fall für die Skiptaste.
Selbiges gilt für "Rite of Devastation" dann aber ganz und gar nicht. Hier zeigen sich Vicious Rumors wieder von der glorreichen Seite, die die Fans in den letzten Jahren viel zu lange missen mussten und hauen uns ein Killerriff nach dem anderen um die Ohren, ohne dabei das feine Gespür für eingängige Melodien außer Acht zu lassen.
Zum Abschluss deutet sich mit "Deal with the Devil" dann noch eine entspannte Abschlussballade an – zumindest während der ersten Takte, denn schon wenig später zeigt der Song sein wahres Gesicht in Form eines erdigen Midtempokrachers. Leider zeigt sich hier auch wieder das Problem, das schon bei einigen anderen Titeln andeutete, denn diesem Song mangelt es leider ein wenig an den besonderen Melodien und erhabenen Momenten. Somit fällt das Album zum Ende noch mal ein wenig ab, was doch sehr schade ist, denn unter etwas anderen Voraussetzungen hätte aus RAZORBACK KILLERS auch ein neuer Bandklassiker werden können.
Fazit: Na endlich: Phasenweise ist der selige Geist der alten Tage wieder zu spüren bei Vicious Rumors. Das neue Album RAZORBACK KILLERS enthält einige Songs, die das Niveau der Bandklassiker tatsächlich erreichen können. Daneben gibt es aber auch ebenso viele Titel, die zwar einen guten Eindruck hinterlassen, bei denen man aber auch ständig das Gefühl hat, dass Vicious Rumors es irgendwie besser können. Damit ist RAZORBACK KILLERS auf jeden Fall das beste Album der Band seit WELCOME TO THE BALL, dessen Niveau es aber nicht ganz erreicht. Die schwächen Alben der späten 90er dürften damit aber endgültig in Vergessenheit geraten, von diesen schwierigen Zeiten scheinen sich Vicious Rumors glücklicherweise definitiv erholt zu haben. Dennoch hat man als Fans irgendwie doch noch ein bisschen mehr erwartet, da die ersten Kostproben noch viel Größeres erhoffen ließen. Somit halten sich Begeisterung und Enttäuschung in etwa die Waage. Immerhin hat die Band aber bewiesen, dass mit ihr immer noch zu rechnen ist und wenn sich Vicious Rumors beim nächsten Mal noch stärker und intensiver auf ihre Stärken besinnen, dann ist vielleicht auch noch mal wieder ein Kracher vom Format eines DIGITAL DICTATOR drin. |
Anspieltipps:
| | "Murderball", "Black", "All I want is you", "Axe to grind", "Rite of Devastation". |
Titel-Liste:
| | - Murderball
- Black
- Razorback Blade
- Blood stained Sunday
- Pearl of Wisdom
- All I want is you
- Axe to grind
- Let the Garden burn
- Rite of Devastation
- Deal with the Devil
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.viciousrumors.com  |
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Bandinfos |
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