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Review: The Vision Bleak
 
SET SAIL TO MYSTERY

Album:
 SET SAIL TO MYSTERY, 2010, Prophecy Productions

Stil:
 Gothic Metal

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 V.R., 19.07.2010

Review:
 The Vision Bleak, was ist das eigentlich? Einfache Frage, einfache Antwort. Die Band besteht in erster Linie aus den Mitgliedern Markus Stock und Tobias Schönemann, die hier unter den Pseudonymen Schwadorf und Konstanz agieren. Schwadorf kennen Insider sicher schon aus seiner Zeit bei Empyrium, eine Band, die sich anfangs dem leicht doomigen Gothic Metal widmete und sich später in Richtung naturverbundenen Dark Folk weiterentwickelte. Da die Band mit ihrem 2002er Album WEILAND dann das perfekte Werk in diesem Bereich geschaffen hatten, was das Kapitel Empyrium für Schwadorf danach abgeschlossen. Er widmet sich seitdem seiner neuen Band The Vision Bleak, die bereits 3 Alben veröffentlicht hat. Den Stil der Band bezeichnen sie selbst als Horror Metal. Dementsprechend sind Horrorfilme und Romane ihre Hauptinspirationsquelle. Musikalisch lässt sich das Ganze aber auch problemlos im weit gefassten Bereich Gothic Metal unterbringen. Das trifft auch auf ihr neues viertes Album SET SAIL TO MYSTERY zu.

Düster und atmosphärisch beginnt das Album mit dem Intro "A Curse of the Grandest Kind". Nur von Keyboards begleitet zitiert Meister Konstanz hier mit dunkler Stimme Auszüge eines Werks von Lord Byron.
Im ersten richtigen Song "Descend into Maelstrom" wird Edgar Allen Poe vertont. Musikalisch wurde hier alles richtig gemacht, die Stimmung des Songs passt einfach zu Poes Werken. Konstanz' Stimme wechselt dabei zwischen Sprechgesang und dezent eingestreuten Growls.
Weiter geht es mit "I dined with the Swans", einem schleppend-düsteren Lied über den Massenmörder Peter Körten, der in den 20er Jahren als Vampir von Düsseldorf sein Unwesen trieb. Der Titel ist eine finstere Perle und bisher der beste Song des Albums.
" A Romance with the Grave" ist das genaue Gegenteil zum letzten Song und legt stellenweise sogar fast Black Metal-Geschwindigkeit an den Tag. Eine ordentliche Nummer, die allerdings nicht herausstechend ist.
Ein The Vision Bleak-Album ohne H.P. Lovecraft-Vertonung ist keine richtige The Vision Bleak-Platte, dementsprechend bekommen wir auch auf SET SAIL TO MYSTERY eine solche geboten. "The Outsider" ist vielleicht nicht die beste Nummer des Albums, aber definitiv die kommerziellste. Das Lied hat man eindeutig auf Ohrwurmtauglichkeit getrimmt und das Ziel wurde nicht verfehlt. Spätestens nach dem zweiten Hören kann man den Refrain mitsingen.
"Mother Nothingness (the Triumph of Ubbo Sathla)" ist mit seinen über 8 Minuten bei Weitem nicht so eingängig, kann aber mit schweren doomigen Riffs und seiner finsteren Melodie voll und ganz überzeugen. Genauso nihilistisch wie die literarische Vorlage von Clark Ashton Smith ist auch das Lied geworden. Im Zeitlupentempo wird der Hörer in die Abgründe des Nichts entführt.
Bei "The Foul within" zeigen sich The Vision Bleak von ihrer progressiveren Seite und beweisen, dass sie auch mit rhythmischen Spielereien umgehen können. Ansonsten wird die durchgehend düstere Stimmung auch hier beibehalten.
Im letzten Titel "He who paints the Black of Night" wird das Tempo noch mal ordentlich erhöht. Das sehr hohe Niveau der vorherigen Songs wird dabei leider nur bedingt erreicht.

Fazit: The Vision Bleak sind schon ein Kapitel für sich. Auf das durchgehende Konzept, Horrorgeschichten musikalisch umzusetzen, muss man erst mal kommen. The Vision Bleak gelingt es meistens perfekt, die düstere Stimmung der Vorlagen einzufangen. Beim Hören des Albums taucht man regelrecht ein in fremde, von der Finsternis beherrschte, Welten. SET SAILS TO MYSTERY gehört dabei zu den besseren Alben der Band. Die eine oder andere langweilige Passage hat sich zwar eingeschlichen, aber der Gesamteindruck stimmt. Jeder, der auf düstere Klänge steht, sollte mal ein Ohr riskieren. Er könnte dabei eine neue Lieblingsband für sich entdecken.

Anspieltipps:
 "I dined with the Swans", "The Outsider", "Mother Nothingness (the Triumph of Ubbo Sathla)" und "The Foul within".

Tipp:
 Aufgeschlossene Gothic Metal-Fans sollten sich das Album unbedingt einmal anhören.

Titel-Liste:
 
  1. A Curse of the Grandest Kind
  2. Descend into Maelstrom
  3. I dined with the Swans
  4. A Romance with the Grave
  5. The Outsider
  6. Mother Nothingness (the Triumph of Ubbo Sathla)
  7. The Foul within
  8. He who paints the Black of Night

Laufzeit:
 44:40 Min.

Band-Infos:
 
  • www.the-vision-bleak.de 

  • Probehören und Kaufen:
    The Vision Bleak: SET SAIL TO MYSTERY

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