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Review: Vlad in Tears |
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Album:
| | UNDERSKIN, 2010, Hellfest |
Stil:
Wertung:
| |  3 von 7 Punkten | | J.G., 13.02.2010 |
Review:
| | "Vlad in Tears", also "Vlad in Tränen" habe ich ehrlich noch nicht erlebt. Zumindest kann ich mich an keinen Film erinnern, wo der große Vampirfürst der Finsternis auch nur ein Tränchen abgedrückt hat, selbst dann nicht, wenn seine überirdisch hübschen Blutsaugerbräute reihenweise niedergepfählt wurden und zu Staub zerfielen. Aber das ist nicht das einzige, was mir bei diesem Album auffällt bzw. einfällt. Zwei kleine Italiener, die träumen von Napoli, von Tina und Marina, die warten schon lang auf sie. Zwei kleine Italiener die sind so allein. Eine Reise in den Süden ist für andre schick und fein, doch die beiden Italiener möchten gern zuhause sein. Zugegeben es ist schon ein paar Jährchen her - genauer gesagt 48 - als Conny Froboess mit diesen Zeilen des Songs "Zwei kleine Italiener" 1962 zum Eurovision Song Contest angetreten ist. Was hat das mit Vlad in Tears zu tun? Nun hier sind es zumindest nicht zwei, sondern vier Italiener, die aus der angeblich öden Gegend zwischen Rom und Neapel stammen und sich dem Gothic Rock verschrieben haben. Sie selbst bezeichnen es wohl als Vampire Gothic Rock, liefern aber eher eine etwas blutleere Angelegenheit ab. Zumindest ich hatte keine Furcht, mein Blut an diesen zahnlosen Vampir zu verlieren.
Beispiele gefällig?
Das zarte Blümchen des Poser Rockers will bei "My Wreck" erblühen und der Anfang ist schon einigermaßen vielversprechend. Leider klingen die Gitarren in der Folge nur matschig und selbst die Synthieklänge wabbern konturlos vor sich hin. Was bleibt sind die Disco-kompatiblen Beats, die aber kaum einen Rocker vom Hocker hauen werden.
"You will burn my Dream", eine Ballade in dieser Form hat man schon tausendmal gehört und oftmals dann noch besser. Etwas mehr wirklicher Rock und weniger künstliche Keys wären sicherlich angebracht gewesen. Schnurrender Bass, fette Orchesterklänge und schmachtender Gesang ist eben nicht alles.
Recht passabel hätte auch der nächste der Poser "In the Dark" ausfallen können, ertrinkt er jedoch hoffnungslos im künstlichen Brei aus Standard-Samples, zahnlosen Gitarren und erneut allzu künstlich schmachtender Gesangslinie.
Bis zur letzten Rille, die übrigens viel zu schnell erreicht ist, ändert sich nur wenig am Gesamtgeschehen. Selbst die Akustik-Gitarre bei "Invisible Mist" kann die vorangegangene Misere nicht mehr ungeschehen machen. An keiner Stelle überzeugten die allzu üppig gestrickten Synthie-Teppiche wirklich. E-Gitarren waren oftmals so weit nach hinten gemischt, dass man schon fast einen Feldstecker gebraucht hat, um sie zu erkennen. Und dann wäre da noch der Frontmann mit seinem Text im Zeugnis: "Er hat sich redlich bemüht". Manchmal hatte ich den Eindruck, der gepresste Gesang komme davon, weil sich der Gute einen Topf heißer Spaghetti auf sein bestes Stück gekippt hat und nur wartet bis der Schmerz nachlässt. Nein, sorry, das war nun doch zu böse von mir...
Fazit: Was soll ich sagen? Im Prinzip hätte die Sache auch durchaus akzeptabel werden können, wäre da nicht die Vielzahl an Kritikpunkten, allen voran die zu offensichtliche kommerzielle Ausrichtung und Anbiederung an wirkliche Größen wie The Rasmus oder H.I.M.. Dies hat jede Menge kitschige Elemente zur Folge, die zu allem Überfluss noch mit recht billig klingenden Keyboards zelebriert werden. Apropos zelebriert, hier genügt es nicht, sich ein paar schwülstige Texte zurecht zu zimmern und mit möglichst schmachtendem Stimmchen an den Mann (wahlweise die Frau) zu bringen. The Rasmus oder H.I.M. würde man bei so einem Vorgehen wohl steinigen. Pop, Poser, Gothic, Vampire, Schlangen, Rock, Liebe und was noch alles ist einfach zu viel des Guten und passt hinten und vorne nicht zusammen. Der heutigen jugendlichen Generation mögen die meisten Kritikpunkte wundersam anmuten, bekommen sie doch genau diesen Kommerzmist von MTV bis Handy-Klingelton überall und zu jeder Zeit geboten. Aber liebe Kinder es gibt auch noch richtige Musik, jenseits von MP3 auf iPod, nennt sich Album und ist auf silbernen CDs oder sogar noch auf Vinyl zu haben. Passen aber so nicht in einen iPod. Kaum noch erwähnenswert, ist die für heutige Verhältnisse recht dürftige Spielzeit von nicht einmal 37 Minuten. |
Tipp:
| | Unkritische Pop-Liebhaber mit einem Hang zu Herz-Schmerz-Tralala mit leichtem Rock-Tonus werden hier sicherlich fündig. |
Titel-Liste:
| | - Forbidden Dream
- My Wreck
- You will burn my Dream
- Inner Shelter
- I'll bite your Life
- In the Dark
- You'll come back to me
- Your Doom
- I'm still alive
- Invisible Mist
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.vladworld.net  |
Probehören und Kaufen:
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