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Review: Voices of Destiny
 
POWER DIVE

Album:
 POWER DIVE, 2012, Massacre

Stil:
 Symphonic Metal, Gothic Metal

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 V.R., 11.01.2012

Review:
 Als die aus der Gegend um Ludwigsburg stammenden Voices of Destiny Anfang 2010 ihr Debutalbum in die Läden brachten, war der Markt in Sachen frauengesangsbetonter Symphonic Metal recht übersättigt. Bands wie Nightwish oder Within Temptation hatten ihre allergrößten Erfolge bereits hinter sich und landeten nur noch im Charts-Mittelfeld, während viele Newcomer der Durchbruch gar nicht erst gelingen wollte. Zu diesen Newcomern gehörten auch Voices of Destiny, deren Debüt-Werk FROM THE ASHES durchaus anständigen, sehr melodischen Symphonic Metal mit Gothic Metal-Einschüben bot. Die musikalische Basis war durchaus stimmig und auch Maike Holzmanns Gesangspassagen konnten überzeugen, doch gelang es der Band damals mit ihrem leicht überdurchschnittlichen Werk nicht, aus der breiten Masse an Veröffentlichungen deutlich genug hervorzustechen. Nun, zwei Jahre später, hat sich die Symphonic Metal-Szene ein wenig gesundgeschrumpft und die Anzahl der Veröffentlichungen liegt wieder auf normalem Level. Für Voices of Destiny bietet sich nun die erneute Chance, Aufmerksamkeit zu gewinnen und vielleicht stehen die Chancen dieses Mal mit ihrem Zweitwerk POWER DIVE ja schon deutlich besser.

Nach einem kurzen "Intro" eröffnen Voices of Destiny das Album mit einem richtig starken Symphonic Metal-Kracher namens "Power Dive", der den musikalischen Standpunkt der Band sehr gut veranschaulicht. Grundsätzlich vermengt die Band nämlich sehr eingängigen Symphonic Metal mit etwas härteren Gothic Metal-Passagen. Ganz genretypisch trifft Sängerin Maikes engelsgleiche Stimme dabei auf tiefe Grunzgesänge. So weit so gewöhnlich, doch Voices of Destiny gelingt es hier, aus der Masse deutlich hervorzustechen, was in der wunderschönen, geradezu ohrwurmhaften Refrainmelodie ebenso seinen Ursprung hat wie im interessanten Songaufbau.
Ein ganzes Stück düsterer und auch deutlich Gothic Metal-lastiger fällt "My Separation", der zweite reguläre Song der Scheibe, aus. Qualitativ erreicht der Titel zwar nicht ganz das Niveau des Openers, doch ist er mit seinen mystisch angehauchten Melodien immer noch deutlich über dem Durchschnittslevel angesiedelt.
Musik aus beiden Welten bietet "Dreams awake", welches sich in den Strophen eher am Gothic Metal, im Refrain aber mehr am Symphonic Metal orientiert. Leider verharrt der Song qualitativ gesehen eher im unteren Mittelfeld, da er nicht annähernd so spannend wie die bisherigen Titel und im Refrain sogar ziemlich belanglos ausgefallen ist.
Bei "Kami" muss glücklicherweise Niemand einen weiteren Schwachpunkt erwarten, da der leicht düstere Midtemposong wieder genau das Maß an Spannung zu bieten hat, welches dem letzten Song fehlte. Insbesondere aus dem Wechsel zwischen Strophe und Refrain, der nur anfangs gewöhnungsbedürftig anmutet, kann der Titel seine Stärke beziehen.
Weiter geht es mit "Untouchable", einem weiteren Song im Spannungsfeld zwischen Symphonic- und Gothic Metal, der allerdings etwas enttäuscht, da er in Sachen Melodik sowohl in den Strophen als auch im Refrain nichts Besonderes zu bieten hat.
Ganz anders sieht die Sache dann wieder bei "Being worth" aus, das mit seinen sphärischen Keyboardsequenzen und dem ergreifenden Refrain extrem stimmungsvoll ausgefallen ist und zu den stärksten Titeln der Platte gehört. Die Grunts wurden hier ein wenig zurückgeschraubt und lediglich zu Stimmungszwecken eingesetzt, dafür wurde Maikes stets passendem, nie ins Geträller abdriftenden, Gesangsorgan mehr Raum zugestanden.
"Dedication" fällt dann wieder etwas gothiclastiger aus und hält die eine oder andere leicht düster angehauchte Melodie bereit. Da der Song sehr viel Abwechslung bietet, zwischen härteren und softeren, schnellen und midtempolastigen Phasen hin- und herpendelt und das Ganze auch noch stets schlüssig präsentiert wird, gehört der Titel ebenfalls zu den Highlights der Platte.
Leider können Voices of Destiny dieses hohe Niveau aber nicht auf Albendauer halten, denn mit dem eher belanglosen und höhepunktearmen "Your Hands" hat sich leider noch ein weiterer Durchhänger dazwischen gemogelt.
Der letzte reguläre Titel, welcher mit dem Namen "Red Winter’s Snow" versehen wurde, bietet dann aber noch einmal alle musikalische Facetten der Band auf hohem Niveau und stellt damit einen versöhnlichen Abschluss dar, welcher durch das melancholische pianobetonte "Outro" noch verstärkt wird.
Käufer des limitierten Digipaks dürfen sich mit "Smoke and Mirrors" im Anschluss noch über einen gelungenen, sehr stimmungsvollen Bonus-Track freuen, der sich auch gut in der regulären Tracklist gemacht hätte und dort dann einen der schwächeren Titel hätte ersetzen können.

Fazit: Mit POWER DIVE bieten Voices of Destiny dem Symphonic Metal-Fan eine deutliche Steigerung zum zwar leicht überdurchschnittlichen, aber noch etwas unentschlossenem Debutalbum. Ging man damals noch in der Masse unter, kann dieses Album schon den Bereich der Genre-Oberklasse ankratzen, da es sehr starke Songs enthält, die sich Genrefans nicht entgehen lassen sollten. Ganz uneingeschränkt kann man die Platte aber leider nicht empfehlen, da sich unter die neun regulären Lieder (Intro und Outro sowie Bonustrack nicht mitgerechnet) leider auch drei mittelmäßige bis schwache Songs gemischt haben. Doch trotz dieser Kritik haben Voices of Destiny durchaus Potential und sie liefern mit POWER DIVE ein gutes Genrewerk ab. Sollte sich die Band beim nächsten Album noch mehr auf ihre Stärken besinnen, dann könnte ihnen damit der Sprung in die Oberklasse definitiv gelingen. Doch schon dieses Werk ist sein Geld durchaus Wert. Wenn die Wahl beim nächsten Albenkauf auf POWER DIVE fallen sollte, dann sollte unbedingt zur limitierten Digipak-Edition gegriffen werden, da diese einen richtig starken Bonus-Track enthält, welcher auf dem Niveau der stärksten regulären Albensongs anzusiedeln ist.

Anspieltipps:
 "Power Dive", "My Separation", "Kami", "Being worth", "Dedication", "Red Winter’s Snow", "Smoke and Mirrors".

Tipp:
 Symphonic Metal-Fans sollten der Scheibe genauso eine Chance geben wie Gothic Metal-Anhänger. Als Vergleichsbands bieten sich hier Interpreten wie Epica und Dawn of Destiny sowie auch Genre-Größen wie Within Temptation an. Im Direktvergleich muten Voices of Destiny, nicht nur wegen des Grunzgesangs, aber einen Hauch härter an.

Titel-Liste:
 
  1. Intro
  2. Power Dive
  3. My Separation
  4. Dreams awake
  5. Kami
  6. Untouchable
  7. Being worth
  8. Dedication
  9. Your Hands
  10. Red Winter’s Snow
  11. Outro
  12. Smoke and Mirrors

Laufzeit:
 55:22 Min.

Band-Infos:
 
  • www.voices-of-destiny.de 

  • Probehören und Kaufen:
    Voices of Destiny: POWER DIVE

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