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Review: Voices of Rock
 
HIGH & MIGHTY

Album:
 HIGH & MIGHTY, 2009, Metal Heaven

Stil:
 AOR, Melodic Hard Rock

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 J.G., 29.07.2009

Review:
 Die beiden deutschen Top-Produzenten Chris Lausmann (Bonfire, Jaded Heart) und Michael Voss (Mad Max, Michael Schenker) haben sich endlich aufgerafft dem Debüt VOICES OF ROCK MMVII einen Nachfolger zu spendieren. Hier ist natürlich der Titel des Albums wieder einmal Programm und anders wie vielleicht so manche Mitbewerber kann Metal Heaven mit jeder Menge Rockgrößen klotzen, statt zu kleckern. Die Bandbreite reicht dabei von echten Haudegen, wie Tony Martin, Namensvetter Tony Mills und Loe Lynn Turner über Universalgenies wie Rob Rock und Paul Sabu bis hin zu Namen, die zeitweise sang- und klanglos in der Versenkung verschwunden waren und nun wieder erstarkt in Erscheinung treten, wie der ex-Accept Recke David Reece oder Paul Shortino. Aber Schluss mit der Vorgeschichte, hören wir mal, was das Label für HIGH & MIGHTY ausgesucht hat.

Es beginnt mit einem Frontmann, den man trotz nur kurzer Verweildauer in der band zunächst mit Black Sabbath verbindet. Trotz seines Talents hatte man eher den Eindruck, der zweimalige Rückkehrer musste damals die Lücke zwischen Glenn Hughes, Dio und Ozzy Osbourne füllen, was seinem Niveau keinesfalls entsprach, aber charakteristisch für die damalige Line-Up-Situation bei Black Sabbath war. Inzwischen hat er sich mit Bands wie Empire wieder in Erinnerung gerufen und glänzt mit dem melodischen Hard Rocker "Into the Light" strahlender denn je. Fette griffige Hooklines, die sofort im Ohr bleiben, eine gesunde Gitarrenhärte und eine über allem schwebende Gesangsleistung, zeichnen den Mid-Tempo-Song aus.
Es folgt der Up-Tempo-AOR-Song "Shame on me" von Bert Heerink, der sich nach 20 Jahren Rock-Abstinenz wieder zurück meldet. Die einstige Stimme von Vandenberg wird Ende September mit einem neuen Solo-Album noch mehr auf sich aufmerksam machen.
Mit dezenter aber nicht aufdringlichen Keyboards startet die unkaputtbare Größe des Rockbusiness, Joe Lynn Turner, mit seinem flüssig komponierten AOR-Song "Tonight", der sowohl stimmlich als auch mit Gitarren-Soli das Herz der Rockfans zu berühren versteht. Aber egal ob Solo oder vor Kurzem mit Sunstorm, hinterlässt Joe immer eine gute Figur.
Es folgt Paul Shortino, die einstige Stimme des US-Hard Rock-Flagschiffs Quiet Riot mit seinem balladesken Hard Rock-Song "Rock me". CHASING MY DREAM heißt sein neues Album, welches sich durchaus in diesem Song widerspiegelt, damit aber auch (leider) die Abkehr vom harten Stoff der frühen Jahre manifestiert.
Noch eine Stufe weichgespülter lässt es Multitalent "Rob Rock" mit seiner Ballade "Remember me" angehen. Klar, damit beweist er dass auch Balladen-Aufgaben von ihm meisterhaft gelöst werden können. Ich hätte mir an dieser Stelle jedoch etwas mehr Power gewünscht, anstatt ein Rob Rock auf aktuellem "Michael Kiske-Niveau" (tolle Stimme, aber kein Drive!), denn so langsam geht der Kompilation das Tempo aus.
Glücklicherweise lässt es der einstige Metal Church-Recke Mitch Malloy wieder etwas flotter und knackig rockig angehen. Keine Spur von "Lay you down to rest". Auch wenn mit Metal Church nach langen entbehrungsreichen Jahren endgültig Schluss ist, heißt das noch lange nicht, dass sich Musiker wie Mitch mit einem Altersruhesitz abfinden - glücklicherweise muss ich sagen.
Recht kommerziell trägt der zweite Tony, diesmal Tony Mills, seinen flüssig arrangierten melodischen Schmachtfetzen "In the Heart of the Young" zu Markte. Einen Tick mehr Härte und etwas weniger Pop-Anstrich, wäre hier dem Album-Titel sicherlich gerechter geworden.
Und noch ein alter Bekannter meldet sich zu Wort, der uns in das Zeitalter von Accept zurückbeamt. "David Reece is back" - nicht nur mit Gypsy Rose, sondern auch solo. Klar, auch er ist älter und etwas ruhiger geworden, aber seine "Dirty Games", rocken tierisch ab und liefern alles, was ein AOR-Fan (gerade noch) verkraften kann.
Obwohl er unzähligen Stoff für Künstler wie David Bowie, Alice Cooper, Madonna, Malice, Silent Rage oder John Waite geschrieben hatte, wurde er immerhin 2007 von den Lesern des Kerrang Magazins zum zweitbesten AOR-Sänger gewählt. Und das ist sicherlich gerechtfertigt, wenn man Paul Sabu bei seinem "Down the Drain" erlebt. Melodischer Hard Rock, wie man ihn sich nicht griffiger und eingängiger wünschen kann. Ohrwurm-Refrain und Gitarren-Soli inbegriffen - nicht gerade innovativ, aber immer wieder ein Genuss.
Die Schlussrunde läutet der ex-Skagarack-Sänger Torben Schmidt mit seinem etwas zahm startenden "Only 4 ever" ein, das sich noch zu einem astreinen AOR-Schmachtfetzen steigern kann und in jedem Fall einen würdigen Abschluss für den langersehnten Nachfolger der VOICES OF ROCK MMVII darstellt.
Als Bonus-Track gibt es für alle Käufer der ersten Limited Edition noch den Song "Maniac" mit und von Produzent Michael Voss zu hören, der das Album um einen weiteren klasse Track bereichert.

Fazit: Das Album wird in jeder Art und Weise seinem Titel gerecht. Die geballten "Voices of Rock" beeindrucken erneut mit High & Mighty-Performace, wie man sie allerdings von diesen Herren auch nicht anders erwarten darf. Somit geben sie auf dieser Kompilation eine 1A-Visitenkarte in eigener Sache ab und regen die Lust des Rock-Fans auf mehr Stoff an. Ihre eigenen aktuellen Solo-/Band-Alben sind da in den meisten Fällen kein schlechter Tipp. Auch die beiden Chris Lausmann und Michael Voss haben hier erneut eine klasse Leitung abgeliefert und einmal mehr ihr Gespür für die Größen des melodischen Hard Rocks bewiesen.
Ich persönlich hätte mir etwas mehr Druck und Tempo gewünscht und fand besonders Rob Rock und Tony Mills durch die Wahl der Songs unter Wert verkauft, aber das ist vielleicht nur Geschmackssache. Und nur 10 offizielle Songs für eine Kompilation sind ebenfalls nicht gerade üppig. Da bieten sogar manche Band-Alben mehr...

Anspieltipps:
 "Into the Light", "Lay you down to rest", "Dirty Games" und "Down the Drain"

Tipp:
 AOR- und Hard Rock-Fans mit Lust auf melodische Songs werden hier prächtig bedient.

Titel-Liste:
 
  1. Tony Martin - Into the Light
  2. Bert Heerink - Shame on me
  3. Joe Lynn Turner - Tonight
  4. Paul Shortino - Rock me
  5. Rob Rock - Remember me
  6. Mitch Malloy - Lay you down to rest
  7. Tony Mills - In the Heart of the Young
  8. David Reece - Dirty Games
  9. Paul Sabu - Down the Drain
  10. Torben Schmidt - Only 4 ever
    - - - Bonus Track - - -
  11. Michael Voss - Maniac

Laufzeit:
 50:05 Min.

Band-Infos:
 
  • www.myspace.com/voicesofrock 

  • Probehören und Kaufen:
    Voices of Rock: High & Mighty

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