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Review: Voodoo Circle
 
BROKEN HEART SYNDROME

Album:
 BROKEN HEART SYNDROME, 2011, AFM

Stil:
 Hard Rock

Wertung:
 6,5 von 7
6,5 von 7 Punkten
 V.R., 08.05.2011

Review:
 Es ist inzwischen auch schon wieder fast drei Jahre her, dass sich Alex Beyrodt, bekannt unter anderem durch seine Karriere bei Sinner und Silent Force, mit seinem Bandkollegen Mat Sinner und dem Pink Cream 69-Sänger David Readman sowie zwei weiteren prominenten Mitstreitern zusammentat und mal eben aus dem Nichts eine geniale Platte zauberte, welche allerdings gar nicht unbedingt nach den Werken seiner Hauptbands klang. Zwar wiesen einige Songs des Albums VOODOO CIRCLE durchaus auch eine nicht zu leugnende Metal-Schlagseite auf, doch insgesamt war das Werk wesentlich stärker im Hard Rock verwurzelt. Konnte man anfangs noch denken, dass es sich bei Voodoo Circle um ein einmaliges Projekt handelte, wird man jetzt, im Jahr 2011, glücklicherweise eines Besseren belehrt, denn seit einiger Zeit steht mit BROKEN HEART SYNDROME ein Album in den Läden, welches noch stärker als sein Vorgänger im Hard Rock der 70er Jahre verwurzelt ist und auf dem Beyrodt und seine Kollegen sogar gelegentliche Ausflüge in den Blues-Bereich unternehmen. Doch ist das neue Werk auch qualitativ stimmig?

Zu Beginn hauen uns Alex und seine Mitstreiter mit "No Solution Blues" erst mal ein volles Pfund erdigen Hard Rocks um die Ohren. Als Einstieg ins Album ist der Titel absolut gelungen und weckt mit erdigen Gitarrenriffs und David Readmans routinierter Stimme schnell Lust auf mehr.
Danach darf bei "King of your Dreams" erst mal wieder ein Gang runter geschaltet werden. In gepflegtem Midtempo präsentieren uns Voodoo Circle hier einen melodischen Hard Rock-Kracher, wie ihn die großen Bands des Genres nicht besser hinbekommen hätten. Besonders der ohrwurmlastige Refrain sorgt dafür, dass sich der Titel schnell als eines der Highlights des Albums herausstellt.
Kommen wir nun zu den angesprochenen Blues-Einflüssen. "Devil’s Daughter" beginnt als staubtrockener Slow-Rocksong. Schnell kommt beim Hören echtes Südstaatenfeeling auf, bis der Song im Refrain dann auch noch eine verträumte Note gewinnt und sich so zu einer wunderbaren Bluesrock-Ballade und einem weiteren absoluten Topsong entwickelt.
"This could be Paradise" richtet sich dann eher an die Metal-Fans. Dementsprechend werden Geschwindigkeit und Härte ein Stückchen nach oben gefahren, während der Song qualitativ leider nicht das Niveau der letzten Titel erreichen kann.
Schon wieder deutlich gelungener kommt dann der Titelsong "Broken Heart Syndrome" daher, bei welchem sich Voodoo Circle sich wieder stärker von der rockigen Seite präsentieren.
Auch "When Destiny calls" präsentiert sich als klassischer Hard Rock-Song und umschmeichelt mit seinen eingängigen Melodien auf wunderbare Weise die Ohren der Hörer. Weitere Bonuspunkte sammelt der Song gegen Ende durch das lässige Gitarrensolo.
Dann wird es Zeit für ruhige Klänge. "Blind Man" heißt die Quotenballade des Albums, welche so richtig schön blues-lastig ausgefallen ist und auch locker aus den 70er Jahren stammen könnte. Diese Art der Musik ist einfach zeitlos und wenn sie auf einem derart hohen Niveau präsentiert wird wie in diesem Fall, wird Niemand auch nur annähernd auf die Idee kommen, das Wort ‚altmodisch’ in den Mund zu nehmen.
Doch auch die Freunde flotteren Hard Rocks sollten den Kopf nicht hängen lassen, denn mit "Heal my Pain" gibt es für sie eine weitere Vollbedienung. Als problematisch erweist sich bei diesem Titel allerdings eine leichte Melodiearmut, so dass man ihn nicht unbedingt zu den Highlights des Albums rechnen kann.
"The Heavens are burning" ist dagegen schon von einem anderen Kaliber. Zwar mutet das ausschweifende Keyboardintro zunächst etwas befremdlich an, doch spätestens beim Einsatz der E-Gitarren erweist sich der Song als Volltreffer. Hier geben Voodoo Circle noch einmal Vollgas und kratzen den Metal-Bereich damit mehr als nur an.
Weiter geht es mit einem richtig coolem dezent blueslastigen Hard Rock-Song namens "Don’t take my Heart", bei dem Voodoo Circle wieder aufs Allerfeinste beweisen dürfen, dass hinter diesem Namen echte Vollblutrocker stecken.
Auch "I’m in Heaven" kann sich sofort im Ohr festsetzen und erweist sich als perfekte Mischung aus leicht bluesigen Stophen und rockigen Parts im Refrain.
Ein absolutes Highlight gibt es dann noch am Schluss des Albums zu hören. Erwartet man bei den ersten Klängen von "Wings of the Fury" noch eine südstaatenlastige Bluesnummer, entwickelt sich der Song ziemlich bald zu einem wahrhaftigen Melodic Metal-Ohrwurm, welcher beweist, dass Voodoo Circle auch in diesem Segment geniale Songs fabrizieren können.

Fazit: Das Debüt-Album VOODOO CIRCLE war 2008 eine absolut gelungene Mischung aus erdigem Hard Rock und flotteren Melodic Metal-Songs. Dementsprechend groß waren die Hoffnungen an den Nachfolger, doch BROKEN HEART SYNDROME gelingt es, sämtliche Erwartungen noch deutlich zu übertreffen. Vorweg muss man aber zu Bedenken geben, dass der Metal-Anteil auf dem Zweitwerk deutlich zurückgefahren wurde. Stattdessen weisen viele der Songs eine deutliche Bluesnote auf. Und genau diese Prise Blues ist es, die BROKEN HEART SYNDROME zu einem absoluten Highlight des Jahres 2011 werden lässt. Nahezu alle Lieder des Albums atmen den Geist der 70er Jahre und lassen diesen auch in der heutigen Zeit auf wunderbare Weise lebendig werden. Alex Beyrodt und seine Mitstreiter haben alle ihre Stärken in einer knappen Stunde Musik gebündelt und bringen damit ein Album auf den Markt, das sogar echtes Klassikerpotential aufweist. Im Hard Rock-Bereich dürfte die Scheibe somit in diesem Jahr nur schwer zu toppen sein.

Anspieltipps:
 "King of your Dreams", "Devil’s Daughter", "When Destiny calls", "Blind Man", "I’m in Heaven", "Wings of the Fury".

Tipp:
 Wer in den 70er und 80er Jahren die Alben von Bands wie Deep Purple, Rainbow oder insbesondere Whitesnake rauf und runter gehört hat und auch Bands wie Molly Hatchet zu seinen Favoriten zählte, der muss sich dieses Album holen! Aber auch für Spätgeborene lohnt es sich definitiv, denn besser als auf BROKEN HEART SYNDROME kann man diese Musikrichtung kaum präsentieren.

Titel-Liste:
 
  1. No Solution Blues
  2. King of your Dreams
  3. Devil’s Daughter
  4. This could be Paradise
  5. Broken Heart Syndrome
  6. When Destiny calls
  7. Blind Man
  8. Heal my Pain
  9. The Heavens are burning
  10. Don't take my Heart
  11. I’m in Heaven
  12. Wings of the Fury

Laufzeit:
 55:59 Min.

Band-Infos:
 
  • www.voodoocircle.de 

  • Probehören und Kaufen:
    Voodoo Circle: BROKEN HEART SYNDROME

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