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Review: Vreid
 
MILORG

Album:
 MILORG, 2009, Indie Recordings

Stil:
 Black Metal

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 S.J., 08.03.2009

Review:
 Die Norweger von Vreid sollten den Meisten eigentlich ein Begriff sein. Als Nachfolgeband der damals nicht ganz unbekannten Windir machten sie schnell unter dem Begriff Black 'n Roll von sich reden, ließen aber im Laufe ihrer ersten Alben schon schrittweise von dem ihnen aufgedrückten Stempel ab. MILORG ist ihr viertes Album, und, um es vorwegzunehmen, sie setzen ihre Entwicklung fort. Gleich geblieben sind allerdings ihre Themen. So ist Milorg ein Konzeptalbum über die norwegische Widerstandsgruppe während des zweiten Weltkrieges, die Milorg.

Da es zu diesem Thema musikalisch passenderes gibt als dahergerotzte Rock 'n Roll Riffs, wird "Alarm" von einigen Streichern eingeleitet. Im Hintergrund schwillt das Geräusch der Luftschutzsirene an, dann übernimmt die Gitarrenfront. Zuerst noch recht langsam, doch abrupt setzen die rasend schnellen Riffs ein, wie man sie gewohnt ist. Allerdings setzen Vreid auch hier auf Melodie und Abwechslung. So gibt es im Chorus cleane Vocals, beim Drumming setzt man auf verschiedene Tempowechsel und auch die Gitarren wechseln durchaus mal zum Clean-Sound. Das klingt im Ergebnis überraschend eingängig, und obwohl der Song die Neun Minuten Marke knackt, klingt er keineswegs eintönig.
Das folgende "Disciplined" ist nur halb so lang, dafür aber von Beginn an schneller. Der Song klingt weniger mächtig als noch der Opener und erinnert im Chorus bei genauerem Hinhören an die letzte Enslaved Scheibe, zumindest was die Vocals anbelangt.
"Speak goddamnit" ist deutlich zorniger. Die Melodieanteile wurden zurückgefahren, dafür geht der Song umso steiler nach vorn.
"Blücher" nimmt das als Vorlage und tritt das Gaspedal noch weiter durch. Verdammt rasend angefangen, kippt der Song aber der Mitte und klingt dank Midtempo sehr melodiös.
"Blücher Pt. 2" ist wohl nur textlich eine Fortsetzung des ersten Teils. Midtempo und eher dem Heavy Metal entlehnte Riffs spielen hier (glücklicherweise nur redensartlich) die erste Geige.
Und wo wir gerade dabei sind: In "Heroes & Villains" lassen sich auch thrashige Klänge ausmachen. Glücklicherweise sind all die verschiedenen Einflüsse auf MILORG ausnahmslos songdienlich und niemals zu purem Selbstzweck verwendet worden. Vreid spielen mit verschiedensten Einflüssen, schaffen es aber über die bloße Aneinanderreihung, welche man von vielen Bands kennt, hinauszugehen und wirklich gute Songs zu schreiben.
"Argumentum ex silentio" ist ein ausgeglichenes Instrumental, bis man mit dem Titeltrack "Milorg" zum finalen Schlag ausholt. Allerdings geht dieser nicht gleich voll auf die Zwölf, sondern braucht auch eine knappe Minute, von cleanen Gitarren geprägte Anlaufzeit. Danach erwartet den Hörer aber eine erstklassige, geschwärzte Headbangnummer die besonders Live ihre Eingängigkeit und Mitgröhltauglichkeit unter Beweis stellen dürfte.

Fazit: MILORG ist ein gelungenes, überraschend vielseitiges Album der Norweger, das tolerante Freunde guten Black Metals auf Anhieb zufriedenstellen dürfte. Ob es auf textlicher Ebene auch Geschichtskenner zufriedenstellt, kann ich nicht beurteilen. Letztendlich gehöre ich aber immer noch zu dem Kreis, der sich CDs hauptsächlich nach der Qualität der Musik kauft, und die stimmt hier definitiv.

Titel-Liste:
 
  1. Alarm
  2. Disciplined
  3. Speak goddamnit
  4. Blücher
  5. Blücher Pt. II
  6. Heroes & Villains
  7. Argumentum ex silentio
  8. Milorg

Laufzeit:
 41:09 Min.

Band-Infos:
 
  • www.vreid.no 

  • Probehören und Kaufen:
    Vreid: Milorg

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