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Review: Waldschein
 
VERBORGENE PFADE

Album:
 VERBORGENE PFADE, 2009, Asatru Klangwerke

Stil:
 Pagan Metal

Wertung:
 4,5 von 7
4,5 von 7 Punkten
 S.M., 26.08.2009

Review:
 Die Heidentruppe Waldschein wurde 2007 im bayerischen Bierstädtchen Kulmbach gegründet. Nach einer Demo von 2007 bringen die Nachwuchs-Paganer nun über Asatru Klangwerke ihr Longplayer-Debüt VERBORGENE PFADE heraus.
Weitere biographische Feinheiten kann ich nicht bieten, da die Bandwebsite extrem spartanisch ist. Laut den Metalarchives besteht die Band aus Galrauch (Gesang), Skjöld (Gitarre), Ulfhednar (Bass), Grydal (Keyboards) und Streitmacht (Schlagzeug).

Stilistisch sind Waldschein dem epischeren Pagan Metal zuzordnen. Die Melodien erwecken eine getragene Atmosphäre. Dabei ist die Gitarre leadführend, während das Keyboard die Melodie stützt und begleitet. Gesanglich greifen die Bayern ausschließlich auf Black-Metal-Gekeife zurück und limitieren sich in der Hinsicht leider etwas.
Es gibt auch Stücke, die schon mal eine druckvollere Devise haben wie beispielsweise "Schwingen des Waldes". Die Rhythmusbasis sorgt da schon für einen wuchtigen Vormarsch. Doch die melodische Seite wird nicht vernachlässigt. Gerade in diesem Song bringt das Keyboard dezente Folk-Ansätze in den Sound ein, was dem Stück dann auch seine Akzente aufdrückt. Darüber hinaus spielt die Band hier mit wechselnden Intensitäten, was das Songniveau noch mal anhebt. Und auch ein wirklich starkes Leadsolo wirft Gitarrist Skjöld der Hörermeute entgegen. In meiner Ansicht ist "Schwingen des Waldes" das kompositorische Highlight des Albums.
Weitere Tracks, die insbesondere durch ihre melodiöse Ader zu begeistern verstehen, sind der Titeltrack "Waldschein", das ebenso druckvolle wie verspielte "Die ewige Eiche" und die epischste Nummer " Kurnous' Geist " zum Abschluss.
Leider wird das Niveau nicht bei allen Songs gehalten. "Agonie des Volkes" erscheint mir etwas konfus, ohne eine wirkliche Hookline. Angesichts des Titels mag zwar eine dunklere Atmosphäre die Intension des Stückes sein, es kommt aber nicht so an. Zumindest bei mir nicht. Eher liegt dem Track ein ziemlich wirrer Soundmischmasch zugrunde. Auch "Vor den Toren des weißen Wolfs" kann nicht zünden.
Die meiste Kritik muss ich jedoch an die gesangliche Einseitigkeit richten. Wenn eine Band sich schon den epischen Gefilden widmet, sollte auch mal Clean-Gesang als Kontrast einfließen. Oder auch nordische Chöre würden die episch-hymnische Stimmung noch zu verstärken wissen. Gut, möglicherweise wäre der Band das dann zu viel Epik oder Melodik in ihrem Sound. Aber den Weg, den sie momentan beschreiten, riecht ein wenig nach faulem Kompromiss. Sie die Texte deutsch? Ich gehe mal davon aus, verstehen tue ich sie aber zumeist nicht. Nur beim Schlusstrack "Kurnous' Geist" machen Waldschein von der Maßnahme eines choralen Abschnittes kurz Gebrauch. Und siehe da: es bringt auf jeden Fall weitere Möglichkeiten in die Musik ein.

Fazit: Waldschein bringen für ein Debüt eine durchaus anständige Leistung auf den silbernen Rundling. VERBORGENE PFADE zeugt vom Potential der Truppe. Die episch-melodisch Marschrichtung sollten sie fortführen und vielleicht sogar noch mehr in Szene setzen, z.B. durch die empfohlenen Gesangsvariationen. Instrumental gibt es nichts zu meckern. Dafür ist der bisher sehr limitierte Gesang so gar nicht meins. Das Songwriting ist in großen Teilen gut durchdacht und abwechslungsreich. Zwei schwächere Songs haben sich aber eingeschlichen.
Insgesamt kann sich VERBORGENE PFADE aber sehen, respektive hören lassen. Auf diesem Album-Einstand können Waldschein aufbauen und nächstes Mal vielleicht ein noch besseres Ergebnis erzielen.

Tipp:
 Anhänger des epischen Pagan Metals sollten das Schaffen von Waldschein im Auge behalten.

Titel-Liste:
 
  1. Verborgene Pfade
  2. Nebelweiten
  3. Waldschein
  4. Schwingen des Waldes
  5. Agonie eines Volkes
  6. Die ewige Eiche
  7. Vor den Toren des weißen Wolfs
  8. Kurnous' Geist

Laufzeit:
 41:57 Min.

Band-Infos:
 
  • www.waldschein.de.vu 


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