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Review: Wardruna
 
RUNALJOD - GAP VAR GINNUNGA

Album:
 RUNALJOD - GAP VAR GINNUNGA, 2009, Indie Recordings

Stil:
 Experimental, Ambient

Wertung:
 6,5 von 7
6,5 von 7 Punkten
 S.J., 01.04.2009

Review:
 Wardruna ist ein von Einar "Kvitrafn" Selvik ins Leben gerufenes Projekt mit dem Ziel, die germanischen Runen mitsamt ihrer mystischen Bedeutung ansprechend zu vertonen. GAP VAR GINNUNGA ist der erste bislang veröffentlichte Teil, vertont sind Acht Runen des älteren Futhark: Hagal, Bjarkan, Thurs, Jara, Laukr, Kauna, Algir und Dagr.

Jene Runen, welche zur ihrer Zeit nicht nur als reine Schriftzeichen angesehen wurden, sondern auch eine, bisweilen weit bedeutsamere, mystische und magische Bedeutung hatten, werden auf GAP VAR GINNUNGA akustisch in Szene gesetzt. Stilecht wird auf neumodische oder gar metaltypische Instrumente gänzlich verzichtet. Neben historischen Instrumenten wie den mir bislang unbekannten Hirschrahmentrommeln werden auch vereinzelt Naturgeräusche wiedergegeben. Die dem Folk entlehnten Gesänge stammen zum Großteil vom ehemaligen Gorgoroth Sänger Gaahl, nur dass dieser auf gänzliches Kreischen verzichtet und sich ebenfalls ganz der erzeugten Atmosphäre der Musik hingibt.

GAP VAR GINNUNGA ist kein Album im herkömmlichen Sinne und wird daher wohl auch viele Interessierte, die nur aufgrund des Mitwirkens von Gaahl reinhören, bitter enttäuschen. Das Album bietet nicht allzu viel Dynamik und geht emotional in die konträre Richtung zu hasserfülltem Black Metal. Geht es bei diesem oft darum seinen Hass unverhohlen nach außen zu tragen, so sucht Wardruna eher die Ruhe im eigenen Innern. Das Album hat einen ausgeprägten meditativen Touch, nicht zuletzt aufgrund der getragenen Gesänge und der, für Metalhörer eher ungewohnten Unbetontheit der Stücke. Es gibt eben kein klares Schlagzeug dass den 4/4 Takt hörbar und mechanisch durchrattert. Vorbild des Konzeptes ist letztendlich die Natur, verbildlicht durch die Runen. Diese ist in ihrer Freiheit sehr gut akustisch umgesetzt, und wenn sie selbst unmittelbar zu hören ist, durch Wasserrauschen oder Donnergrollen beispielsweise, geschieht dies fernab des Niveaus billiger Entspannungs-CDs aus dem Drogeriemarkt.

Auch wenn es mir immer schwerer fällt Gaahl als Künstler mit einer wirklichen Vision wahrzunehmen: Unter seinem Mitwirken ist unter dem Banner Wardruna ein wirklich gutes Album entstanden, fernab jeglicher kommerzieller Maßstäbe. Laut Kvitrafn war ursprünglich eine Mitarbeit Gaahls im Songwriting geplant, ließ sich aufgrund von Terminschwierigkeiten jedoch nicht realisieren. Bei den Arbeiten zum kommenden Wardruna Album, worauf Acht weitere Runen thematisiert werden, soll Gaahl stärker involviert werden.

Fazit: Wardruna bieten dem Metalfan trotz namentlich pechschwarzer Referenzen hier wirkliche Abwechslung. Wer wirklich mal etwas anderes, tiefgründiges, aber auf Anhieb fesselndes Hören möchte und dabei auf jegliche bekannten Instrumente verzichten kann, ist hier goldrichtig.

Titel-Liste:
 
  1. Ár var alda
  2. Hagal
  3. Bjarkan
  4. Lryndomsriss
  5. Heimta Thurs
  6. Thurs
  7. Jara
  8. Laukr
  9. Kauna
  10. Algir - Stien klarnar
  11. Algir - Tognatale
  12. Dagr

Laufzeit:
 51:57 Min.

Band-Infos:
 
  • www.wardruna.com 


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