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Review: Whitesnake
 
SLIDE IT IN

Album:
 SLIDE IT IN, 1984, Emi

Stil:
 Hard Rock

Wertung:
 6,5 von 7
6,5 von 7 Punkten
 U.B., 16.12.2007

Review:
 Sex Sells dachten sich wohl der gute David und seine Mannen von Whitesnake als sie 1984 diesen Klassiker des Rock auf den Markt brachten. Nicht nur das freizügige Cover, auf dem sich eine Schlange in den tiefen Ausschnitt einer jungen Dame gleiten lässt, sondern auch einige der Songtexte verdienen das Prädikat: streng jugendgefährdend. David Coverdale Ex- Deep Purple war schon immer ein großer Macho und welches Körperteil mit dem Bandnamen gemeint ist, überlasse ich mal der Fantasie des geschätzten Lesers, dürfte ja nicht so schwer zu erraten sein. Nach dem guten Album SAINTS & SINNERS gelang es dem weißen Reptil sich mit SLIDE IT IN noch gehörig zu steigern. Der Albumtitel lässt, wie bereits angedeutet, an Eindeutigkeit nichts zu wünschen übrig. Von dieser Scheibe gibt es übrigens zwei Versionen, die für Europa und die für die USA. Neben einer völlig anderen Reihenfolge der Songs kam auf der US Version neben Mel Galley und Micky Moody an den Klampfen, mit John Sykes noch ein dritter Gitarrist hinzu. Beim Soundmix wurden dann die Keyboards von John Lord (Ex- Deep Purple) bei einigen Liedern etwas in den Hintergrund verfrachtet. Welche Version die bessere ist darüber streiten sich die Fans schon lange und soll hier auch nicht Gegenstand der Albumbesprechung sein. Neben den schon erwähnten Coverdale, Galley, Moddy und Lord spielten noch Neil Murray am Bass und Drumlegende Cozy Powell mit. Als Produzent konnte man Martin Birch gewinnen, der diesen Job auch auf sehr vielen Iron Maiden Alben ausführte.

"Gambler" beginnt mit Lords klassisch angehauchtem Keyboardspiel bevor Powell an den Drums keinen Zweifel an seiner Klasse aufkommen lässt. Davids unverwechselbare Stimme klingt rockig mit einem Schuss Blues im Wechsel zu den Backing Vocals. Ansonsten ist dies eine ruhigere Nummer bei der die Keyboards eindeutig im Vordergrund stehen.
Der Titel Track "Slide it in" legt mit tollem Gitarrenriff (nur auf dem linken Kanal) los dann setzen die Drums ein, später die zweite Gitarre die im weiteren Verlauf gut harmonieren. Ein solider Rock Song, Midtempo mit einem catchy Groove. Der Refrain einfach toll. Die Lyrics…. ja also wer des Englischen auch nur einigermaßen mächtig ist weiß was gemeint ist.
"Standing in the Shadow of Love" ist ebenfalls im mittleren Tempobereich angesiedelt und geht vom Rhythmus her sofort in die Beine. Jede der beiden Gitarren ist nur jeweils auf einem Kanal zu hören, das gibt der Aufnahme einen ganz besonderen Raumklang. Das Gitarrensolo und die manchmal etwas traurige Stimme von David drücken den Herz- Schmerz des Textes auch musikalisch sehr gut aus.
"Give me more Time" eingeleitet mit Gitarrenakkorden ist sehr eingängig wie gemacht für amerikanische Radiostationen, rockig mit schöner Melodie, nicht zu hart. Denn auf den US Markt schielte Whitesnake damals.
Was soll man zu "Love ain`t no Stranger" groß sagen. Wer sich auch nur im Entferntesten für Rock Musik interessiert kennt es ohnehin. Ein waschechter Klassiker. Gäbe es einen Sampler der besten Rock Hits des zwanzigsten Jahrhunderts, er wäre garantiert drauf. Ganz sanft erklingen die Keyboards von John Lord, mit viel Schmelz in der Stimme fällt Coverdale ein, dazu eine Gitarre. Sehr emotional, fast schon poetisch und bis hier her eine reine Ballade. Dann werden die Vocals von David auf einen Schlag viel intensiver wie ein Gefühlsausbruch, die Drums ballern los, jetzt gibt es mächtig Dampf. Also doch eine Power Ballade. Nach einem Gitarrensolo wird die Sache wieder ruhig wie zu Beginn bevor das Tempo erneut beschleunigt.
Sphärisch leiten die Keyboards "Slow and easy" ein. Leise schmeichelt erst eine dann zwei Gitarren dazu. Die Bass Drum wummert urplötzlich und Cozy trommelt kurze Wirbel. Die Gitarren klingen bluesig und der Rhythmus stampft. Nach einem Gitarrensolo tönen nur die Drums und die Hände klatschen zu Davids Gesang. Den Schluss bildet hartes Drumming mit kurzen Breaks dazwischen und ganz zuletzt die sanften Keyboards vom Anfang. Der Text dreht sich um, ja genau darum.
Strenge Sittenwächter sollten spätestens jetzt nicht weiter hören (bzw. lesen) denn mit "Spit it out" folgt direkt der nächste total versaute Song. Nur vom Text versteht sich, die Musik ist toll. Sehr rockig und etwas härter als bisher. Die Gitarren fetzen und die Drums knallen.
Harte Riffs starten "All or nothing" auch Powell am Schlagszeug sorgt für Druck. Der melodische, zum Teil mehrstimmig vorgetragene Refrain, steht im Kontrast dazu. Im mittleren Teil haut Lord in die Tasten wie zu besten Deep Purple Zeiten.
"Hungry for Love" gefällt mit schrammelden Twin Gitarren. Teilweise greift einer der Gitarreros auch zu einem Stahlfinger und lässt sie Slidegitarre singen. Die meisten Bands wären froh so einen Song auf ihrem Album zu haben. Auf so eine Hammer Scheibe ist er aber eher zu den unspektakulären zu zählen.
Das gilt nicht für "Guilty of Love". Denn hier gibt es als Rausschmeißer noch einmal feinste Hard Rock Kost. Was für eine Melodie, das als Ohrwurm zu bezeichnen wäre die Untertreibung des Jahres. Sofort gibt es vollen Gitarrensound. Tolle Drums von Cozy, perfektes Zusammenspiel der beiden Äxte, das Ding hat einen Drive da kann ich einfach nicht still sitzen.

Fazit: Wie bereits gesagt, SLIDE IT IN ist inzwischen ein Klassiker und darf in keiner Rock Sammlung fehlen. Neben dem Album 1987 bestimmt das Beste was von Coverdale und seiner, von vielen Besetzungswechseln geprägten Truppe je zu hören war. Die Mucke ist dermaßen gut, da hätte man auf so ein aufreizendes Cover gut verzichten können. Also wer das Teil noch nicht hat, zugreifen. Trotz der Lyrics. Oder vielleicht gerade deswegen? Ihr kleinen Ferkel! Ach ja, bevor ich es vergesse, die Rückseite vom Booklet ist auch nicht schlecht. Mann was für einen Rückenausschnitt hat das Kleid der Lady. Wow!

Anspieltipps:
 "Slide it in", "Standing in the Shadow of Love", "Love ain`t no Stranger", "Guilty of Love".

Titel-Liste:
 
  1. Gambler
  2. Slide it in
  3. Standing in the Shadow of Love
  4. Give me more Time
  5. Love ain´t no Stranger
  6. Slow and easy
  7. Spit it out
  8. All or nothing
  9. Hungry for Love
  10. Guilty of Love

Laufzeit:
 35:52 Min.


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