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Review: Whyte Ash
 
I WILL REMAIN

Album:
 I WILL REMAIN, 2010, Record Heaven

Stil:
 Doom Metal, Heavy Rock

Wertung:
 6,5 von 7
6,5 von 7 Punkten
 M.U., 26.10.2010

Review:
 Mal wieder ein Lebenszeichen aus dem hohen Norden. Whyte Ash kommen aus Örebro, Schweden. Die Band, bestehend aus fünf Musikern, formiert sich aus den Resten der Hardrock-Bands Burning Saviors und Grand Frontiers, ebenfalls aus Schweden. 2008 erschient ihr Demo (bestehend aus nur drei Songs) und es gibt dies im Internet als kostenlosen Download. Die Heavy Metal Welt ist begeistert und so ernten die Songs überwiegend nur Lob und gute Kritiken. Zu dieser Zeit spielt man als Support-Band wie beispielsweise Sabaton oder H.E.A.T.. Und nun liegt ihr erstes Debütalbum I WILL REMAIN vor. Da kann man nur gespannt sein, was aus dem Land der Elche und der Selbstbaumöbel kommt.

Mit dem Song "Hail me as your God" geht es los. Und gleich mit einer Überraschung. Denn das ist richtig gute Musik. Sehr schön gespielter und gemachter Heavy Metal. Das gefällt und hat auch den richtigen Groove. Headbanging ist angesagt. Da merkt man die Einflüsse der 70er Jahre Bands, aus denen sie hervorgegangen sind.
Und weil es so schön war, wollen sie sich ach mit dem folgenden Song "I will remain" die Zuhörer nicht vergraulen. Zeitweise klingt das alles wie Black Sabbath, Deep Purple oder Uriah Heep. Von "Doom" noch keine Spur. Eigentlich nur perfeckter Heavy Metal gewürzt mit einer Prise Hardrock. Besonders ist die Tatsache, dass hier den Titelsong in zwei Teile aufteilt. Der zweite Teil demnächst.
"I Burn" hat das Potential sich schon von Anfang an in die Gehörgänge des Zuhörers einzugraben. Ein bisschen langsamer aber dafür mit extremer Power und sehr gut gelungenen Gitarrenriffs. Typisch "Old School". Wer da nicht Feuer fängt, ist aus Eis!
Zum Sterben ist dieser Song definitiv zu gut gelungen. "Die alone" ist eine Mischung aus fetzigem und schnellen Hardrock, der die Attribute der 70er und 80er Jahre perfekt in Szene setzt. Gut, manchmal könnte man der Meinung sein, das sie was nur für "alte Knacker", wie ich mit meinen 50 Lenzen. Aber das Material dürfte auch junge Fans hinter dem Ofen hervorholen.
Relativ schwerfällig und getragen kommen wir zum zweiten Teil des Titelsongs "I will remain Part II". Im Vergleich zu seinem ersten Teil eine vollkommene Stilrichtung. Hier darf man schon mal das eine oder andere Element aus dem Bereich Doom erwähnen. Aber gerade diese schwerfällige, fast schon balladenhafte Spielweise ist zu tiefst beeindruckend.. Der Song hat solch eine Power, solch eine Gewalt, dass man es schon fast mit der Angst bekommen kann.
Mit "The Calling" wird es wieder etwas fröhlicher und schneller. Sehr gut gespielter und fetziger Hardrock mit Heavy Metal Einflüssen. Auch die Gitarrenriffs sind beeindruckend, der da springt die Tonlage gleich mal zwei bis drei Oktaven in die Höhe oder in die Tiefe. Je nach Gusto.
Von der Spielweise macht der Song "War" seinem Namen alle Ehre. Aggressiv mit einem marschähnlichen Rhythmus. Und dann der Gesang, der wie Granateneinschläge klingt. Thema getroffen. Und an dieses Thema schließen sich "Shadow Of Light" und "Blackened Heart" nahtlos an. Allerdings brilliert man hier mit ein paar genialen Gitarrensoli, die es einfach in sich haben. Übrigens die Stimme des Sängers ist von einer dermaßen beeindruckenden Klarheit. Man versteht sogar den Text, was in dieser Szene nicht immer der Fall ist oder doch eher die Ausnahme.
"The End". Das ist nicht "The End" von den Doors aus Apokalypse Now. Das ist einfach das Ende eines Albums, welches sich auf dem Markt kau meiner Konkurrenz fürchten muss. Der Song klingt etwas schwerfällig, aber der stampfende Rhythmus steht ihm extrem gut. Gerade diese Ruhe, diese Gelassenheit tut einem gut, sich mental von diesem Album zu verabschieden. Und weil man Zeit hat, gönnt man dem Zuhörer noch einmal über sieben Minuten genialer Musik.

Fazit: Übrigens mal wieder ein Fall von einer sehr eingeschränkten Informationspolitik. Der Promo Zettel hüllt sich in relativ tiefes Schweigen und das Internet nötigt einem zu intensiven Recherchen. Gerade bei Bands, die es erst seit zwei oder drei Jahren gibt, sind die Informationen im Internet meist spärlich und da diese ja nicht besonders umfangreich sind, könnte man schon vom Label erwarten, dass man sich die Mühe macht, die paar Zeilen auf den Promo Zettel zu bannen... Beim Cover fühlte ich mich irgendwie an das von Eisregens Album KREBSKOLONIE erinnert; in den Farbgebungen kommt man sich schon sehr nahe. Anfangs skeptisch, letztendlich total begeistert. Das ist ein Album, welches fast jede Altersstufe anspricht. Extrem gut gemachter Hardrock gepaart mit Heavy Metal, wobei die Doom Elemente eher im Hintergrund bleiben. Zum Glück! Wer, wie manche ältere Semester sich schon seit Jahrzehnten mit Rockmusik beschäftigt, wird erkennen, dass man stilistisch viele Anleihen der damals weltbekannten Bands wie Black Sabbath, Deep Purple oder Uriah Heep (um nur ein paar zu nennen) genommen hat und diese in eine moderne Umgebung eingebettet hat. Einfach ein geniales Album!

Titel-Liste:
 
  1. Hail me as your God
  2. I will remain
  3. I Burn
  4. Die alone
  5. I will remain Part II
  6. The Calling
  7. War
  8. Shadow of Light
  9. Blackened Heart
  10. The End

Laufzeit:
 46:31 Min.

Band-Infos:
 
  • www.whyteash.com 

  • Probehören und Kaufen:
    Whyte Ash: I WILL REMAIN

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