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Review: Widow
 
NIGHTLIFE

Album:
 NIGHTLIFE, 2007, Cruz del Sur Music

Stil:
 True Metal, Heavy Rock

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 S.M., 10.10.2007

Review:
 Widow wurden 2000 im amerikanischen Raleigh gegründet. Nach einer EP erschien 2003 der erste Longplayer MIDNIGHT STRIKES und 2005 der Nachfolger ON FIRE. Gemäß des Zwei-Jahres-Rhythmuses liegt nun das aktuelle Werk NIGHTLIFE vor.
Zur aktuellen Besetzung gehören: Chris Bennet (Gitarre & Vocals), Peter Lemieux (Drums), Joshua Pantke (Bass) John E. Wooten IV (Vocals, Gitarre) (Dieses "IV" bedeutet übrigens tatsächlich "der Vierte"; es gibt im Hause Wooten wohl einen strengen Namenskodex - oder sehr wenig Phantasie)

"First born" startet sehr rockig und heavy. Die Rhythmustruppe macht Dampf, die Gitarren steuern schöne Riffs bei und John E.´s Gesang, der zwischen klaren, gemäßigten und hohen, räudigen Tönen schwankt, führt den Hörer zu einem eingängigen Höhepunkt.
Fast noch eine Spur schneller geht es bei "We will meet again" zur Sache. Das grenzt an Power Metal. Auch hier stehen Gitarren und Gesang im Vordergrund und werden von den treibenden Drumbeats durch den Song ge"paukt".
Im Heavy Rock-Bereich ist "Beware the Night" anzusiedeln. Hier ragen etwas die verspielten Gitarren und der klare Refrain heraus.
"The Teacher´s Pet" ist ein Mid-Tempo-Rocker mit einem glänzenden Groove, der durch den gesamten Track führt. Leider fällt diesmal der Gesang deutlich ab, dafür wird uns ein hervorragendes Lead-Solo kredenzt.
Mit "Cult of Life" folgt eine hörenswerte Ballade mit genialer Akustik- und Leadgitarrenuntermalung. Auch der Gesangspart kommt toll rüber. Johns Stimme ist wie geschaffen für diesen Song. Im Mittelteil steigert sich die Nummer kurzfristig zu einem Mid-Tempo-Stampfer, bevor zum Abschluss wieder die Feuerzeuge geschwenkt werden können.
Ein astreiner True Metal-Killer ist "I´ll make you a Star". Starke Riffs, kräftiger aber melodiöser Gesang, gekonnte Soli - was will man mehr? Ach, natürlich! Einen Refrain, der ins Ohr geht; aber auch der ist vorhanden.
Praktisch von derselben Stange ist "At the End". Im Grunde kann ich den vorhergehenden Absatz wiederholen. Lediglich der Ohrwurm-Refrain fehlt, dafür hat in diesem Stück der Bass einen Solo-Einsatz, was ebenfalls sehr gelungen ist.
Ein geniales Lead-Intro stimmt auf "Beauty Queen" ein, einen weiteren Highlight des Albums. War der Gesang bisher als stark zu bezeichnen, so ist er hier einfach noch stärker. Die Gitarren holen noch einmal alles raus, was geht und die Rhythmus-Fraktion passt sich der Klasse an. Sensationell ist ein längerer, rein instrumental gehaltener Mittelteil. Stilistisch ist "Beauty Queen" am ehesten im Melodic Metal einzuordnen.
Der Titeltrack "Nightlife" erinnert mich ein wenig an Track 3 - "Beware the Night". Ein Heavy-Rocker, der zwar die Nackenmuskeln malträtiert, aber ansonsten nichts Neues bringt. Eher Albumdurchschnittskost.
Es folgen noch Coverversionen von Van Halens "Ain't talkin' 'bout Love" und dem Kiss-Hit "I stole your Love", die von den Amis wirklich gut interpretiert werden. Aber über den Sinn von Covers lässt sich natürlich streiten. Ich hätte viel lieber noch weiteres richtiges Eigenmaterial von Widow gehört.

Fazit: Widow liefern hier ein gutes und hörenswertes Stück Metal ab. Stilistisch bewegen sie sich zwischen richtig fetzigem Heavy Rock und US-geprägtem True Metal. John E. Wooten IV ist für die cleanen Vocals verantwortlich, die super zur Musik passen. Chris Bennett übernimmt die sporadischen Growls, die dem Album einen leichten Horror-Touch verpassen sollen. Das kommt aber nicht ganz so beim Hörer an. Vielmehr verstärkt dieser gelegentliche gesangliche Kontrast den Power-Rock-Effekt, was der Produktion durchaus zugute kommt.
NIGHTLIFE beginnt auf einem hohen Standard und behält diesen bis zum Schluss bei. Leider bringen es die 9 Eigenkompositionen auf gerade mal 38 ½ Minuten. Hier muss ich ganz klar mit erhobenem Zeigefinger rügen. Etwas mehr Eigenwerk muss im Jahre 2007 einfach drin sein.
Highlights herauszufischen ist nicht einfach, aber "I'll make you a Star" und "Beauty Queen" sind noch eine Spur besser als der Rest.

Tipp:
 Dieses Album kann ich den Hörern der genannten Genres empfehlen. D.h. den Fans von Maiden, Judas, Ozzy, W.A.S.P., Twisted Sister, Steel Prophet, Lizzy Borden usw.

Titel-Liste:
 
  1. First born
  2. We will meet again
  3. Beware the Night
  4. The Teacher's Pet
  5. Cult of Life
  6. I'll make you a Star
  7. At the End
  8. Beauty Queen
  9. Nightlife
  10. Ain't talkin' 'bout Love
  11. I stole your Love

Laufzeit:
 44:13 Min.

Band-Infos:
 
  • www.burning-village.com 


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