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Review: Winger |
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Album:
Stil:
Wertung:
| |  5,5 von 7 Punkten | | M.W., 15.11.2007 |
Review:
| | Mit dem CD-Doppelpack LIVE bringen Winger nach fast 20 Jahren Bandgeschichte ihr erstes Live-Album und ihre erste Live-DVD heraus. Dabei mischt sich altes Material mit neuen, frischen Stücken. Letztere stammen vom Comeback-Album IV.
Los geht es mit "Blind Revolution Mad", das sich zu Beginn anhört, als würde das Radio langsam immer lauter gedreht. Die erste Minute gehört ganz und gar dem Intro, als die Jungs dann aber loslegen übernehmen kraftvolle Riffs und ein ausdrucksstarkes Drumming die Führung. Die Vocals erinnern teilweise an Manowar. Besonders ausgeprägt sind auch die Backgroundvocals. Dabei unterstützen alle Bandmitglieder ihren Frontmann. Auch der Gitarrenbreak ist sehr melodisch aufgezogen.
"Loosen up" wird etwas grooviger und langsamer. Hierbei wird aber die Interaktion zwischen Band und Publikum klar. Der Funke springt spätestens jetzt über. Sehr sehr eingängig, auch wenn der Bass ab und an etwas im Hintergrund versackt. Dieser Eindruck entsteht vor allem durch das simple Riffing und die Backgroundgesänge. Auch ein Gitarrensolo darf nicht fehlen, ist aber meiner Meinung nach sehr gezogen.
"Easy come easy go" löst bei den Fans teils hysterische Schreie aus. Zuerst bemerkt man balladige Einflüsse und wieder dieses typisch groovige Riffing. Da der Refrain aus sehr einfachen Satzbauteilen besteht, wird er direkt beim ersten Hören zum Ohrwurm. Die etwas kreischende Gitarre nach dem Refrain gefällt mir nicht, da es mich an Wolfgang Petry erinnert. Zum Ende des Songs singen die Fans. Genial!
Der nächste Track stammt vom Album IV und nennt sich "Your great Escape" und geht wieder flotter zur Sache. Sehr melodisch aufgebaut, manchmal ein bisschen zu verschnörkelt und ziemlich fantasylastig. Ist nicht mein Fall, sondern Geschmackssache. Für mich einer der uninteressanteren Beiträge des Doppelalbums. Auch die Vocals wirken ab und an zu schrill.
"Down Incognito" besinnt sich auf ein leises Intro, das hauptsächlich as Schlagzeug und Gesang besteht. Gitarre und Bass greifen nur phasenweise ein. Der gesamte Songaufbau ist gut durch dacht. Die Instrumente und der Gesang steigern sich zwar langsam, aber mit genug Abwechslung. Die Mundharmonika, die hier zum Einsatz kommt, verleiht dem Stück das gewisse Etwas. Leider ist das Gitarrensolo wieder übertrieben (über zwei Minuten).
Nach einem kurzen Small-Talk mit den Fans, spielen Winger "Rainbow in the Rose", das auf ihrem zweiten Album zu finden ist. Der melodische Touch verschwindet hier komplett. Den Hörer erwartet eine Ballade, die zwar gefühlvoll ist, aber nicht so schmalzig, dass man einen Eimer unter den CD-Player stellen müsste. Alles in allem gut gemacht, auch weil hier die Gitarre etwas mehr im Hintergrund steht, das Solo ist nur 30 Sekunden lang. Auch langes instrumentelles Outro, kann man sich aber anhören.
Weiter geht's mit "Generica". Wieder mit mehr Groove und insgesamt in tieferer Tonlage fängt der Track recht gemütlich an. Eignet sich zum Großteil auch zum Headbangen zu ruhigerem Metal. Man muss aber über zweieinhalb Minuten warten, bis mal ein bisschen mehr Variabilität in den Beitrag einfließt. Nach der Hälfte von "Generica" (vier Minuten) hat man praktisch alles Wichtige mitbekommen. Wenn man auf Gitarrensoli und instrumentale Parts steht, sollte man bis dahin vorspulen. Gesanglich kommt dann nämlich enttäuschender Weise nichts mehr, Nur unheimlich verschnörkelte Gitarrensoli, die aber technisch gut gemacht sind.
Der letzte Beitrag der CD, "Junk Yard Dog", schließt sich an, ohne dass Winger sich groß mit dem Publikum beschäftigen. Bereits nach den ersten Sekunden hinterlässt er einen positiven Eindruck. Er bleibt durch einprägsame Melodien im Kopf und hat doch Ohrwurmcharakter. Nach "Loosen up" und "Easy come easy go" der beste Song auf der ersten CD.
Kommen wir nun zum zweiten Silberling des Albums.
Hier gibt zuerst "Right up ahead" seinen Einstand. Ruhige Gitarrenmelodien begleitet von den Vocals eröffnen das Stück. Kurz kommt man mal runter, denn der Song ist nicht als zu temporeich. Alles zieht sich ziemlich, was aber dazu führt, dass man aufmerksamer hinhört. Guter Durchschnitt. Nach zwei Minuten hören Winger auf zu spielen und suhlen sich im Applaus der Fans, dann geht's aber wie gewohnt weiter.
"Reb's Guitar Solo" dauert über vier Minuten. Wer da nicht so drauf steht, dem rate ich ganz schnell den nächsten Song auszuwählen. Die Menge zeigt auch erst gegen Ende des Solo überhaupt irgendeine Reaktion.
Auf geht's zum rockig schnellen "You are the Saint, I am the Sinner". Hier weiß vor allem das Drumming zu gefallen. Der Gesang ist außerdem nachdenklicher als bisher. Auch der Aufbau zeigt viele Facetten der Band. Da auch dieser Song wie fast alle sehr lang gezogenen ist, muss wieder ein mittlerweile langweiliges, aufdringliches und nerviges Gitarrensolo eingebaut werden. Klar, sonst hätte man ja auch aus den zwei CDs eine machen können. Nicht zu empfehlen.
Zuerst denkt man beim Intro von "Rod's Drum Solo" man sei auf einem Wettbewerb des Bongotrommelns. Dem ist aber nicht so.
Na endlich ein Song mit Gefühl und Metal. Eine Kombination, bei der es schwer ist, nicht zur Schnulze zu mutieren. "Headed for a Heartbreak" erinnert phasenweise an Jon Bon Jovi. Allerdings gelingt es Winger, abwechslungsreiche Songs zu präsentieren und nicht wie Bon Jovi, einfach nur den Text zur Melodie ändern. Und jawohl, es gibt auch ein Gitarrensolo, das sich anhört wie eine heulende Katze im Mondschein. Macht aber nix, denn das Lied ist wirklich gut!
Und wieder kehrt der Groove zurück ins Hause Winger. "Can't get enough" ist ein typischer Metal-Song mit "Heyhey!"-Shouts. Musikalisch und gesanglich vorhersehbar. Fast schon klischeehaft aufgebaut, was den Track aber auch schon wieder toll macht. Neben Seinem Vorgänger der beste Repräsentant auf der zweiten CD. Auch das Publikum stimmt diesem zu.
Mit 7:34 Minuten ist "Seventeen" der längste Beitrag auf der zweiten Platte. Das Gitarrenintro ist einfach genial. Auch wenn die Vocals einen grellen Touch haben, passen sie zu dem Song. Leider sehr lang gezogen und wenig variabel, dass recht schnell Langeweile aufkommen lässt, die vom Refrain aber wieder weggeblasen wird. Natürlich zieht das ewig lange und mittlerweile sich immer recht ähnlich anhörende Gitarrensolo das Ganze unnötig in die Länge. Auch hier gibt's nach etwa fünf Minuten ein Ende und nach Johlen und Pfeifen der Fans werden die Zugaben eingeläutet.
Dazu zählt zum ersten "Who's the One". Mit sehr weichen Gitarrenklängen folgt ein ruhiger Song. Sämtliche Bandmitglieder legen ihr gesamtes musikalisches Gefühl in genau diesen Song. Gänsehaut-Feeling ist garantiert! Hauptsächlich besteht das Werk nur aus Gitarre und Gesang. Selbst das gefürchtete Gitarrensolo bleibt aus.
Die zweite Zugabe ist "Miles away". Auch wieder eine Akustikballade wie der Track davor. Allein für diese wunderbaren Zugaben lohnt es sich die CD zu kaufen. Einfach eingängig und überzeugend.
"Madalaine" wird etwas rhythmischer und mit unterstützendem Gesang der Fans macht es doppelt Spaß, zuzuhören. Hier wird zwar wieder Strom gebraucht, aber der Stil des Tracks schließt sich dem der anderen Zugaben an.
Zum Bonustrack "Blue suede Shoes" sage ich nicht viel; den soll jeder selbst für sich entdecken. Nur soviel: Reinhören ist auf keinen Fall verkehrt, man wird belohnt!
Fazit: Das Problem des Live-Doppelalbums ist eindeutig, dass viele Gitarrensoli einfach überdreht oder zu lang gezogen sind und dadurch zwar die CD füllen, aber auch einige Songs musikalisch einbrechen lassen. Die Zugaben reißen jedoch viel Negatives heraus und lassen fast alle nervigen Soli vergessen sein. Den Hörer erwartet hier Gitarren-lastiger Metal mit Gefühl und Härte zugleich. |
Anspieltipp:
| | "Loosen up", "Easy come easy go", "Headed for a Heartbreak", "Can't get enough" |
Titel-Liste:
| | CD 1
- Blind Revolution Mad
- Loosen up
- Easy come easy go
- Your great Escape
- Down Incognito
- Rainbow in the Rose
- Generica
- Junk Yard Dog
CD 2
- Right up ahead
- Reb's Guitar Solo
- You are the Saint
- I am the Sinner
- Rod's Drum Solo
- Headed for a Heartbreak
- Can't get enough
- Seventeen
- Who's the One
- Miles away
- Madalaine
- - - Bonus Track - - -
- Blue suede Shoes (Acoustic Version)
|
Laufzeit:
| | CD 1: 38:27 Min. / CD 2: 58:37 Min. |
Band-Infos:
| | www.kipwinger.com  |
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