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Review: Wolf
 
RAVENOUS

Album:
 RAVENOUS, 2009, Century Media

Stil:
 Heavy Metal

Wertung:
 6,5 von 7
6,5 von 7 Punkten
 J.G., 21.02.2009

Review:
 Auch wenn bei Wolf nicht gerade ein stabiles Line-Up zur Tagesordnung gehört, so waren bisher die Anleihen von Mercyful Fate unverkennbar. Diesmal wollte man es beim neuen Album besser machen. Damit ist nicht etwa das Line-Up gemeint gewesen, denn seit dem letzten Output wurde bereits wieder die halbe Mannschaft ausgetauscht. Nein, man wollte mit Roy Z's Hilfe einen zeitgemäßeren Sound kreieren, anstatt es einmal mehr mit Peter Tägtgren zu versuchen.

Das Ergebnis ist dabei recht interessant ausgefallen, denn von "zeitgemäß" keine Spur. Tief wabbernde Gitarrenklänge wie etwas beim Album von Bruce Dickinson sucht man vergeblich und glücklicherweise hat man auf altbewährte Ohrenschmeichler ebenfalls nicht verzichtet. Vielmehr habe ich den Eindruck, dass man mit einer gewissen Disziplin alle Stärken zusammen gesucht hat und es dabei elf erstklassige Songs auf das Album geschafft haben. Wichtig war dabei, sich selbst und dem Heavy Metal treu zu bleiben und nicht wie viele andere Bands dem Fehler verfallen, bedingungslos der "Modern-Metal"-Welle hinterher zu hecheln.

Wolf muss sich dabei natürlich Vergleiche mit Genregrößen wie Dio, Black Sabbath, Accept oder Iron Maiden gefallen lassen, was jedoch Dank dem hohem maß an Eigenständigkeit aber als Kompliment zu verstehen ist.

Schon gleich zu Beginn setzt der Opener "Speed on" Zeichen und pflügt mit hoher Schlagzahl durch die Zuhörermenge. Auch wenn Niklas Stålvind nicht als reinrassiger Bruder Rob Halfords durchgehen wird, so sind NWoBHM-Klänge, ala Judas Priest unverkennbar.
"Curse your Salem" deutlich düsterer gestrickt als der Vorgänger glänzt mit seinem eingängigen Refrain und einem genialen Gitarren-Intermezzo, das jeden Headbanger sofort zur Luftgitarre greifen lässt.
Mit "Voodoo" folgt einer der genialen Wolf-typischen Ohrwürmer, den man so schnell nicht wieder los wird. Der tierische Gitarren-Groove und die Chöre wie zu Def Leppards besten Zeiten (PYROMANIA) leisten dabei ebenso ihren Teil, wie die eigenwillige und doch mitgröhltaugliche Gesangslinie des Frontmanns. Das Gitarren-Solo setzt diesmal weniger auf Geschwindigkeit, als vielmehr auf Intensität und Gefühl.
Weniger Groove, aber dafür mehr Hymne und melodische Chöre bietet das anschließende "Hail Caesar". Klar, dass auch hier wieder die Luftgitarren-Freaks voll auf ihre Kosten kommen. Der Rest darf kräftig mitgröhlen: "Oh Hail Caesar".
Der Titelsong "Ravenous" gehört, trotz hohem Gitarrenanteil, eher zur rhythmusbetonten Kategorie mit leichter Iron Maiden-Schlagseite. Obwohl "Titelsong" braucht es ein paar Durchgänge, bis man mit dem etwas sperrigen Song warm wird.
Nach "so viel Anspruch" meint es "Mr Twisted" wieder recht gut mit dem Headbanger-Volk. Vollgas von der ersten Rille an mit Rammstein-goes-Metal-Riffs und eingängigem mitgröhltauglichen Refrain, machen einfach nur Laune.
Deutlich lockerer und transparenter als die meisten Vorgänger ist es vor allem die Gesangslinie von "Love at first Bite", die den Song auszeichnet und ihm einen gewissen Dio-Touch verleiht. Satte Drums sorgen hierbei für die nötige dauerhafte Tiefenwirkung.
Brachiale Drums lassen "Secrets we keep" schon nach wenigen Augenblicken zum kolossalen Dampfhammer mutieren, dem sich so schnell niemand in den Weg stellen soll. Ähnlich wie schon beim Opener, könnte diese Song auch aus der Feder der Priests stammen.
Iron Maiden-Fans aufgepasst, denn "Whisky Psycho Hellions" wird sicherlich auch euch gefallen können. Auch wenn hier Niklas nicht als Bruce, sondern viel mehr mit der Intensität eines Alice Cooper überrascht, ist besonders der eingängige Refrain "very British".
Düster und doomhaft startet "Hiding in Shadows" tief aus der Gruft und lässt sofort die guten Alten Tage von Black Sabbath auferstehen, bevor man sich entschließt, das Tempo zu forcieren und mit Gitarren-Riffing Marke Hoffmann/Fischer den Song immer schneller aus den Boxen zu prügeln - "...like a Beast".
Etwas aus dem bisherigen Rahmen fällt der Schlussakt "Blood Angel". Anstatt dichter Gitarren-Sound ist es zunächst luftig leichte Beschwingtheit, die den Ton angibt. Wie jedoch auch sein Vorgänger "Hiding in Shadows" soll es das nicht gewesen sein. Tempoverschärfung bis hin zu dezenten Blast-Beats sind angesagt und verhelfen der Scheibe damit zu einem mehr als würdigen Wolf-typischen Ausklang.

Fazit: Headbanger aufgepasst. Die authentischen reinrassigen Heavy Metal-Bands werden immer weniger. Wer deshalb so lange wie möglich die Fahnen der Tradition schwenken möchte, der wird an dieser neuen Scheibe von Wolf nicht vorbei kommen. Ohne große Experimente liefern die Schweden mit ihrem Album RAVENOUS eine blitzsaubere Arbeit ab, auf der man vergeblich nach Durchhängern sucht, sondern lieber seine Kräfte fürs ausgedehnte Headbangen einteilen sollte. Besonders die druckvollen Gitarren und Niklas Stålvinds eingängiger und variabler haben mich dabei überzeugen können.
Übrigens, dieses Album wird mit jedem Durchlauf immer ein Stück besser, sodass ich inzwischen schon bei den Highlights des Jahres 2009 angekommen bin.

Anspieltipps:
 "Voodoo", "Love at first Bite", "Secrets we keep" und noch "Hiding in Shadows".

Tipp:
 Traditionsbewusste Heavy Metaller soltten hier zugreifen. Es lohnt sich.

Titel-Liste:
 
  1. Speed on
  2. Curse your Salem
  3. Voodoo
  4. Hail Caesar
  5. Ravenous
  6. Mr Twisted
  7. Love at first Bite
  8. Secrets we keep
  9. Whisky Psycho Hellions
  10. Hiding in Shadows
  11. Blood Angel

Laufzeit:
 47:49 Min.


Probehören und Kaufen:
Wolf: Ravenous

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