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Review: Wolf |
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Album:
| | LEGIONS OF BASTARDS, 2011, Century Media |
Stil:
Wertung:
| |  6 von 7 Punkten | | V.R., 08.05.2011 |
Review:
| | Die Schweden von Wolf stehen seit Jahren für den unverfälschten, puren Heavy Metal, wie man ihn in den 80er Jahren nicht reinrassiger hätte produzieren können. Der breiten Heavy Metal-Öffentlichkeit wurde die Band aber im Prinzip erst nach dem letzten Album RAVENOUS so richtig zugänglich. Und das nicht ohne Grund, denn waren die vorherigen Platten der Band zwar durch die Bank gutklassig, so war RAVENOUS doch von einem ganz anderen Kaliber und bot durchweg allerfeinsten und erstklassigen Heavy Metal der ganz alten Schule. Die Erwartungen an die neue Scheibe sind dementsprechend sehr hoch und ob diese wirklich berechtigt sind, sollen die folgenden Zeilen klären.
Mit einem Feuerwerk an Gitarrenriffs beginnt der Opener "Vicious Companions". Schon hier zeigt sich, dass Wolf den klassischen Heavy Metal nicht nur spielen, sondern leben, denn man nimmt Wolf diesen Stil zu jeder Zeit ab, aufgesetzt wirkt hier gar nichts. Der Band gelingt bei dem Titel durchgängig die perfekte Mischung aus Eingängigkeit und Härte, womit wir es hier mit einem absolut perfekten Opener zu tun haben.
"Skull Crusher" ist dann sogar noch eine Spur stärker ausgefallen und erinnert mit seinem eher im oberen Midtempobereich zu verortenden Drumming stark an den einen oder anderen Accept-Klassiker. In diesem Fall sind es besonders die etwas düster gehaltenen Strophen, welche den Titel zu einem wahren Albenhighlight machen, während der Refrain dagegen leicht abfällt.
Das flotte "Full Moon Possession" kann das hohe Niveau der ersten beiden Titel dann zwar nicht ganz halten, weiß mit seinem ungewöhnlich angelegten aber dennoch sehr eingängigen Refrain dann schließlich doch noch auf seine ganz eigene Weise zu überzeugen.
Der nächste Song namens "Jekyll & Hyde" klingt für Wolf-Verhältnisse eher ungewöhnlich, kann er doch mit einem sehr kommerziell ausgerichteten, fast schon poppigen Refrain aufwarten. Der Rest des Songs bietet aber immer noch genügend Härte, um dem Titel problemlos den Metal-Stempel zu verpassen. Somit sollte man dieses Experiment positiv bewerten und sich über die gebotene Abwechslung freuen.
Mit "Absinthe" folgt dann die kritische Auseinandersetzung mit der grünen Fee, dem Kultgetränk aus der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts. Wie schon beim zweiten Lied gelingt es Wolf auch hier, eine leicht düstere Stimmung aufzubauen, welche gut mit dem Songtext harmoniert.
Zu den schwächsten Titeln des Albums gehört dann "Tales from the Crypt", welches in seinen knapp sechs Minuten einfach zu wenig Abwechslung und Spannung bietet.
Glücklicherweise folgt auf diesen Beinahe-Ausfall mit dem sehr Accept-lastigen Stampfrocker "Nocturnal Rites" ein weiteres Album-Highlight. Hier spielen Wolf ihre Stärken voll aus und präsentieren uns einen überaus rifflastigen Midtemposong mit absoluter Headbang-Garantie.
Deutlich schneller gehen Wolf dann bei "Road to Hell" zu Werke. Musikalisch bieten sie hier allerdings nur Durchschnitt. Dem Titel fehlt leider das gewisse Etwas und genauso schnell wie er durchs eine Ohr hineingelangt, so schnell verflüchtigt er sich auch wieder durch das andere. Lediglich das Maiden-lastige Gitarrensolo lässt kurz aufhorchen.
Aber Wolf haben ihr Pulver noch nicht verschossen. Bei "False Preacher" zeigt sich die Truppe wieder von ihrer stärkeren Seite und präsentiert dem Hörer einen routinierten Heavy Metal-Kracher mit einem wunderbar eingängigen Refrain.
Auch "Hope to die" gehört zu den stärkeren Titeln des Albums und lädt mit seinem flotten Drumming sofort zum gepflegten Mähne schütteln ein.
Zum Abschluss gibt es mit "K-141 Kursk" den längsten Song des Albums auf die Ohren. Außerdem hält der Titel noch eine echte Überraschung parat, denn derart epische Klänge wie im späteren Verlauf dieses Liedes war man von Wolf bisher nicht gewohnt. Damit endet die neue Platte der Band auf ähnlich starke Weise wie sie begonnen hat.
Fazit: Da waren die Vorschusslorbeeren also mal absolut gerechtfertigt. Mit LEGIONS OF BASTARDS haben Wolf mal so eben ein ganz heißes Eisen rausgehauen und ein Album veröffentlicht, das dem sehr starken Vorgänger mindestens ebenbürtig ist. Die Scheibe ist vollgepackt mit guten bis sehr guten Songs, welche allesamt den Metal-Geist der 80er Jahre atmen, und das durch jede Pore. Natürlich erinnert das Album stark an die alten Helden wie Accept oder Saxon, doch wen stört das, wenn man genau auf diese Art der Musik abfährt und sie, wie in diesem Fall, auch noch auf einem derart hohen Niveau präsentiert bekommt? Leider haben sich aber auch dieses Mal, wie schon bei RAVENOUS, einige wenige schwache Songs dazwischengemogelt, die eine Höchstwertung für die Platte somit leider verhindern. Dies möge aber bitte dennoch Niemanden davon abhalten, sich dieses Album zuzulegen, denn trotz dreier eher mäßiger bis schwacher Songs ist LEGIONS OF BASTARDS eine der stärksten Scheiben der letzten Jahre im Bereich des klassischen Heavy Metals geworden und somit so etwas wie ein Pflichtkauf. |
Anspieltipps:
| | "Vicious Companion", "Skull Crusher", "Jekyll & Hyde", "Nocturnal Rites", "False Preacher", "K-141 Kursk". |
Tipp:
| | Jeder, der seinen Heavy Metal so klassisch geprägt haben möchte wie nur eben möglich und gedanklich den 80er Jahren hinterher trauert, ist bei Wolf genau an der richtigen Adresse. |
Titel-Liste:
| | - Vicious Companions
- Skull Crusher
- Full Moon Possession
- Jekyll & Hyde
- Absinthe
- Tales from the Crypt
- Nocturnal Rites
- Road to Hell
- False Preacher
- Hope to die
- K-141 Kursk
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Laufzeit:
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