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Review: Y & T
 
TEN

Album:
 TEN, 1990, Geffen

Stil:
 Melodic Rock

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 U.B., 25.12.2007

Review:
 Die aus der Gegend von San Francisco stammende Band Y & T nannte sich zu Beginn ihrer Kariere Yesterday & Today nach dem gleichnamigen Beatles Album von 1966. Genau dem mit dem berühmt berüchtigten "Butcher Cover".
Später kürzte man dann auf Y & T. Nach EARTHSHAKER 1981, BLACK TIGER 1982, IN ROCK WE TRUST 1984 und DOWN FOR THE COURT 1985 (nur um einige zu nennen), kann das Album TEN von 1990 als Spätwerk der Gruppe bezeichnet werden. Während EARTHSHAKER und BLACK TIGER bei den Fans der Band Kultstatus genießen ging TEN, aus meiner Sicht völlig zu Unrecht, ziemlich unter. Der Titel TEN hat übrigens nichts mit dem zwei Jahre zuvor 1988 erschienenen Film Ten (deutscher Titel: Die Traumfrau) mit Bo Derek zu tun. Laut Aussage von Bandkopf Dave Meniketti wählte er den Titel weil die Aufnahmen im Studio ihm so lang wie zehn (ten) Jahre vorkamen. Also nichts mit der schönen Bo. Aber das sich nur in Unterwäsche auf dem (aufklappbaren!) Booklet räkelnde junge Mädel ist auch alles andere als übel. Außer Meniketti Lead Vocals und Gitarre, Phil Kennemore Bass und Vocals, Stef Burns Gitarre und Vocals spielte noch Jimmy De Grasso Drums. Allerdings saß Letzterer nur bei drei Nummern am Schlagzeug, den Rest trommelte Steve Smith ein. Gastmusiker Jeff Paris Keyboards und Vocals.

Zwölf Songs erwarten einen auf TEN. Und keiner, wirklich keiner ist ein Ausfall, soviel verrate ich schon vorab. "Hard Times" beginnt mit wabernden Keyboards. Der Midtempo Rocker überzeugt mit fetzenden Gitarren und Menikettis unverwechselbarer, markanten Stimme.
"Lucy" wird angetrieben durch Gitarren und Drums. Der Gesang erklingt im Wechsel mit den Backing Vocals. Die Drums geben den stampfenden Rhythmus vor, später stehen die Gitarren im Vordergrund. Ein straighter, zeitloser Rock Song.
"Don`t be afraid of the Dark" hat eine super Melodie, alles beginnt langsam bevor die Drums richtig loslegen. Eine Power Ballade mit einigen ruhigen Momenten, dann setzen Drums und Gitarren abermals mit Macht ein, bevor die Nummer wie zu Anfang langsam ausklingt. Klasse! Das hat Stil.
"Girl crazy" rockt einfach. Die Vocals klingen rau manchmal sogar aggressiv. Sipping on a cooler, watching all the girls go by. Ainīt nothing like a beautiful girl, singt Meniketti und schwups fühlt man sich selbst im tiefsten Winter sofort in den Sommer versetzt. Gekühlte Drinks und Miniröcke sind halt doch was anderes als Frostbeulen und Triefnasen.
Akustische Gitarre und dezente Slide Guitar leiten "City" ein. Die Vocals haben schön Dreck in der Stimme und klingen deutlich nach Blues. Urplötzlich ballert die Bass Drum und die Gitarren hauen einem gewaltig die Akkorde um die Ohren. Der Refrain, take me to the city, rock me all night long, fräst sich wie ein Diamantbohrer ins Gehör nur um dann dort wie Patex kleben zu bleiben. Ein Ohrwurm eben. Die Intensität steigert sich noch bevor, wie am Anfang, der Blues regiert und leise ausklingt.
"Come in from the Rain" ist deutlich langsamer und besitzt dennoch gehörig Power. Die Melodie ist phantastisch und speziell Menikettis Gitarrensolo mehr als gelungen.
"Red hot and ready" gibt sich sehr rockig mit rauem Charme, ehrlich und ungekünselt. Prima das Zusammenspiel der beiden Gitarren und der Drums.
Wer bei "She`s gone" eine weinerliche Softie Nummer erwartet, der Titel legt so was ja nahe, ist im Irrtum. Hier geht es druckvoll zur Sache, Gesang und Backing Vocals im Wechsel und die beiden Gitarren spielen um die Wette. Na da hat aber einer die Trennung von seiner Liebsten gut weggesteckt.
Orientalische Klänge überraschen auf "Let it out" bevor stramme Riffs und heftige Drums die Trommelfelle zum Schwingen bringen. Feel the heat, hear the drums, heißt es in einer Zeile. Selbst einem Schwerhöriger dürfte es keine Probleme bereiten genau diese zu hören. Der Chorus ist eine Klasse für sich. Auch Kennemores Bass ist nicht von schlechten Eltern.
"Ten Lovers" legt mit akustischer Gitarre melodiös los. Die Vocals schwanken zwischen sanft und eindringlich. Der Chorus glänzt mit hoher Eingängigkeit und ist schwer wieder aus dem Ohr zu bekommen. Nach einer ruhigen Phase heulen die Gitarren und die Drums starten kräftig durch. Das Ende bildet ein ruhiger Gitarrenakkord. Melodic Rock in Reinkultur.
"The deep End" ist der schnellste Song auf diesem Album. Riffs und Drums mit gehörigem Tempo preschen nur so dahin. Beim Gesang gibt es einzelne Shouts. Guter Einheizer.
Die Gitarren bestimmen wo es bei "Surrender" langgeht. Die Sechssaiter dominieren hier uneingeschränkt, nicht nur wegen der Soli. Es dauert relativ lang bevor der Song den Chorus ansteuert. Der kommt dann aber, wie von Y&T gewohnt, hochklassig daher. Kraftvoll, melodisch, typisch für Y&T.

Fazit: Wer Scheiben von Foreigner, Journey und Toto in seiner Sammlung hat sollte auch bei Y&T beide Ohren aufsperren. TEN ist ein Album an dem man sich so schnell nicht satt hört. Die Songs sind zeitlos und haben ohne Ausnahme tolle Melodien. Schade, dass der Band der Erfolg, den sie bei der Qualität ihrer Musik verdient gehabt hätte, nicht beschieden war. Aber vielleicht entdeckt der (oder die) Eine oder Andere unter Euch Y&T noch für sich. Bei mir haben sie bereits einen festen Platz im Plattenschrank.

Anspieltipps:
 "Don`t be afraid of the Dark", "Come in from the Rain", "Let it out", "Ten Lovers"

Titel-Liste:
 
  1. Hard Times
  2. Lucy
  3. Donīt be afraid of the Dark
  4. Girl crazy
  5. City
  6. Come in from the Rain
  7. Red hot & ready
  8. She`s gone
  9. Let it out
  10. Ten Lovers
  11. The Deep End
  12. Surrender

Laufzeit:
 59:49 Min.

Band-Infos:
 
  • www.meniketti.com 


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