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Review: Zero Hour
 
DARK DECEIVER

Album:
 DARK DECEIVER, 2008, Al!ve

Stil:
 Progressive Power Metal

Wertung:
 4,5 von 7
4,5 von 7 Punkten
 J.G., 24.05.2008

Review:
 Mit DARK DECEIVER päsentiert das US-amerikanische Brüder-Duo Tipton bereits ihr fünftes Album. Gerade bei proggessiver Musik sind die Fans meist sehr kritisch, stellen gleich zu Beginn gewisse Ansprüche und erwartern von Album zu Album gewisse Steigerungen. Dies wurde auch schon den Großen im Genre, wie Queensryche zum Verhängnis, die es nicht geschafft haben, nach ihrem großen Erfolg OPERATION: MINDCRIME 1988 wirklich einen echten Nachfolger zu liefern. Der zweite Teil OPERATION: MINDCRIME II, der erst 2005 erschienen ist, bietet gut Musik, aber eben nicht die Tugenden des früheren Werks.

Genauso düster und vertörend wie das Cover-Artwork mit der offensichtlich von einem Herren in dunkler Kutte mit einem Messer ermordeten Frau und ihrem an der Wand kauernden mit mit Ketten aneinandergefesselten Genossen, beginnt auch der Opener "Power to believe". Dominante tief gestimmte Gitarren bestreiten einen Wettkampf mit den melodramatischen Gesangslinien und einer mit Breaks durchlöcherten Drum-Linie.
Für den Titelsong Dark Deceiver und das nachfolgende Inner Spirit wird das Tempo spürbar erhöht. Es bleiben die waghalsigen Sprünge auf den Tonleitern die sich schon hart an der grenze eine hängen gebliebenen CD bewegen. Breaks mit sanften Klängen und verzerrtem Gesang sorgen nur kurzweilig für Erholung.
Kinderstimmen-Intro und ein wildes (Bass-)Gitarren-Solo zeugt bei "Tendonitis" von technisch hoher Qualität, glänzt jedoch auch mit Abwesenheit jeglichen Gefühls. Spätestens beim dritten Durchlauf bleibt für diesen "Filler" nur noch die finale "Skip-Taste".
"The Temple within" gehört zu den ruhigeren Vertretern des Albums und bietet das erste Mal eine Symbiose aus Technik und Gefühl. Hier gelingt es prima, sich von den genretypisch eigenwilligen Melodielinien davon tragen zu lassen.
Die Idee bei "Lies" mit dem Einsatz tiefer und hoher Stimmlagen zu spielen gelingt meiner Meinung nur teilweise. Dafür schräddern mir die Gitarren und die Rhythmusfraktion zu heftig, sodass auch die Stimmen nicht völlig ihre Wirkung entfalten können.
Und weiter geht's mit Volldampf. Dumpfes Power-Drumming und Prog-Licks bestimmen "The Passion of Words" ohne dabei wirklich mit einer schlüssigen und griffigen Hookline glänzen zu können. Technisch wieder mal perfekt, aber seelenlos und vom Songwriting nicht überzeugend.
Noch düsterer und konfus, geht denn das? Ja, es geht denn der Abschluss "Servered Angel" zeigt einmal mehr, was der Drummer zu bieten hat. Melodie? Fehlanzeige! Ausklang? Abrupt! Press Play-Button again? Nein, danke, viermal reicht!

Fazit: Zero Hour bieten in jedem Fall progressive Musik bis zum Abwinken. An vielen Stellen wird jedoch die eigentliche Seele der Musik der technischen und spielerischen Raffinesse geopfert. Gerade die Drums klingen mir häufig bei aller Mühe zu Tempowechseln zu gleichförmig und zu dominant. Was bleibt ist zu häufig ein Spiel mit Akkorden auf Tonleitern, die niemand zuordnen kann und in den ausgelegten Drum-Teppischen untergehen. Musik als solche ohne den Selbstzweck der Präsentation instrumentellen Könnens wird zu selten gezeigt.
Klar ist das Geschmacksache und gerade bei Prog scheiden sich wohl sehr häufig die Geister und Geschmäcker. Ich brauche Beides, Technik und Gefühl, sonst ist es für mich nur eine beliebige Aneinanderreihung von Tonleitern. Wem die Technik genügt, der ist vielleicht auch so schon voll zufrieden.

Tipp:
 Für alle Liebhaber des Progressive Metal mit dominanter Drumlinie ist dieses Album sicherlich eine Empfehlung für eine Hörprobe.

Titel-Liste:
 
  1. Power to believe
  2. Dark Deceiver
  3. Inner Spirit
  4. Resurrection
  5. Tendonitis
  6. The Temple within
  7. Lies
  8. The Passion of Words
  9. Servered Angel

Laufzeit:
 44:43 Min.


Probehören und Kaufen:
Zero Hour: Dark Deceiver

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